Video-Premiere: Sankt Otten – »Im Lichtorgelparadies« / Neues Album Ende Februar

Das neue Video des Osnabrücker Instrumental-Doppels Sankt Otten heißt »Im Lichtorgelparadies«. Warum, wissen wir nicht. Was wir sehen, ist nicht schön und ziemlich düster.

Das Osnabrücker Krautrock-Duo Sankt Otten zieht seit anderthalb Dekaden runter. Hauptberuflich und mit aller Konsequenz. Weil auf der Überholspur namens Leben kaum etwas von Dauer ist, setzen Stephan Otten und Oliver Klemm seit jeher auf ein Thema, das sich nicht so leicht von der Couch-Kante schubsen lässt: Depression. Dieser nie versiegende Dauerbrenner unter den Inspirationsquellen hat uns bereits sieben Alben mit verlässlich aphoristischen Titeln wie Wunden gibt es immer wieder oder, auch unschön: Morgen wieder lustig beschert.

Nach dem Langspiel-Triple Gottes Synthesizer, Sequencer Liebe, Messias Maschine dockt das Doppel auf seinem für den 27. Februar angekündigten Album Engtanz Depression (Denovali Records) soundtechnisch erneut an das Mensch-Maschinentum von Kraftwerk an, das Vokabular bleibt weiterhin sperrig, die Bildsprache bitter.

So lässt Regisseur Sascha Göpel uns im Video zu »Im Lichtorgelparadies«, das auf spex.de erstmals zu sehen ist, durch den Türspalt in deutsche Stuben gaffen. Und was sich da in der Sofaritze auftut, sind so ganz alltägliche Abgründe. Es wird getan, was getan werden muss, bevor der Kaffee kalt wird: Pflänzchen gießen, Haare trocknen und dabei immer traurig gucken. So ein Hausfrauenleben ist trist – und fragt erstmal den Schreibtischtäter: da bleibt nur noch der Griff zur Pulle. Oder gleich Stöpseltauchen in der Badewanne und nie mehr hochkommen?

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