Unsound Festival, Krakau: finales Programm un-bestätigt

Selbstzensur

█████, Andy Stott, Liturgy, █████, █████, Current 93, █████, █████, █████, Holly Herndon feat. Colin Self, █████, █████, Health, Lustwerk … Das diesjährige Unsound Festival in Krakau hat sein finales Line-up nicht bekanntgegeben.

Zensur als Kulturtechnik, Nichtklang als akustisches Ereignis. In Polen hat man verstanden, dass im Datenverarbeitungszeitalter gerade die offensive Zurückhaltung von Informationen besonders reizvoll wird. Etwa in der Art, wie eben auch erst der Nicht-Klang und die daraus entstehende Spannung zwischen zwei Beatschlägen einen Rhythmus bestimmt. Das Konzept, das auf diesen Erkenntnissen gründet, nennt sich Unsound und wird zwischen 11. und 18. Oktober 2015 in Krakau in Form eines Festivals umgesetzt.

Fette Balken, Schwärzungen, Leerstellen – schon mit seinem visuellen Auftritt, der an die jüngeren Bilderserien der US-Künstlerin Jenny Holzer erinnert, kündet Unsound von Geheimniskrämerei und künstlicher Informationsverknappung. Motto und Überthema des diesjährigen Festivals: Surprise.

Einige harte Fakten zum weiteren Ablauf sind trotz der geschwärzten Dokumente bereits durchgesickert. Die Worte »stillgelegter Bahnhof Kraków Główny« oder »Salzbergwerkballsaal« zum Beispiel sowie die Namen Holly Herndon, Matana Roberts, Helena Hauff, Current 93, Charles Cohen, Shackleton, Andy Stott und einige weitere.

»Surprises marked by blanks«, heißt es aber auch jetzt noch, nachdem die veranstaltende Fundacja Tone Muzyka i Nowe Formy Sztuki einen Großteil des Line-ups bekanntgegeben hat. Rund die Hälfte der Unsound-Acts soll bis zum Zeitpunkt des Auftritts nämlich nicht verraten werden, um einerseits die Spannung zu erhöhen, andererseits aber auch unvoreingenommenes Hören zu ermöglichen. Bis zur letzten Sekunde gilt also: Immer schön in der Leitung bleiben.

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