Transatlantische Experimente: Poliça & Stargaze mit gemeinsamem Album / Songpremiere

Foto: Graham Tolbert

Stargaze aus Berlin und Poliça aus Minneapolis veröffentlichen Anfang 2018 ein gemeinsames Album. Die erste Single gibt es schon jetzt – exklusiv bei SPEX.

Streicher, Echos, ungemütliche Geräusche: Wer wissen will, wie die Musik von morgen klingt, sollte sich irgendwo zwischen Minneapolis und Berlin positionieren und die Augen schließen. Vielleicht gerät man ja zwischen Stargaze und Poliça, die im kommenden Februar das gemeinsame Album Music For The Long Emergency veröffentlichen werden.

Die beiden Bands stammen in jeder Hinsicht aus unterschiedlichen Ecken: Die um André de Ridder formierten Stargaze sind ein Berliner Ensemble aus klassisch ausgebildeten Musikern mit einer hörbaren Leidenschaft für Drone und Pop und einer Liste an Kollaborateuren im Gepäck, die mit Leuten wie Nils Frahm, Matthew Herbert und den Brüdern Bryce und Aaron Dessner kaum beeindruckender sein könnte. Poliça ist eine 2011 in Minneapolis gegründete Band, die dem Kollektiv Gayngs angehört, zu dem auch Justin Vernon von Bon Iver zählt. Man sagt, sogar Jay-Z sei ein Fan von Poliças experimentierfreudigem Synthpop mit zwei Schlagzeugern.

Dass sich die beiden Gruppen gut verstehen, ist schon länger klar: Zwischen 2015 und 2016 teilten sie sich eine virtuelle Residenz auf der Website der Liquid Music Series – einer Reihe für experimentelle Musik, hinter der das renommierte Saint Paul Chamber Orchestra steht. Auch eine gemeinsame EP gibt es schon: Auf Bruise Blood covern die beiden Bands Musik von Steve Reich. Was natürlich Sinn macht, denn neben Stockhausen und John Cage steht Reich wie kaum ein anderer für die Subversion klassischer Klänge.

Ganz so experimentell soll es auf Music For The Long Emergency nicht zugehen. Einen Vorgeschmack, wie die Fusion von Stargaze und Poliça klingt, liefert die erste Single – exklusiv bei SPEX.

 

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