„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ – Filmfeature / Ticketverlosung

Muss Hass schön sein. Sam Rockwell vs. Frances McDormand in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Muss Hass schön sein. Sam Rockwell vs. Frances McDormand in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Schwarz, schwärzer, Martin McDonagh. Bei blutrünstigen, zum Totlachen ernsten Komödien macht dem irischen Regisseur niemand was vor. Grandios: Seine Geschichte um den Rachefeldzug einer Mutter, gespielt von Frances McDormand. Anlässlich des Kinostarts am 25. Januar verlost SPEX 5×2 Freikarten.

Im Chaos der Gegenwart, in dem wegen sexueller Übergriffe einzelne Stars aus Filmen und ganze Filme aus dem Startplan entfernt werden, passt Martin McDonaghs dritter Spielfilm wie die Faust aufs Auge. Nicht nur, weil mit Frances McDormands Mildred eine Frau, die sich wehrt, im Zentrum steht. Der Film selbst kommt wie ein Schlag ins Gesicht daher.

Mildreds Tochter ist vergewaltigt und ermordet worden. Als ein Jahr später die Tat noch nicht aufgeklärt ist, mietet Mildred drei riesige Reklametafeln, auf denen sie namentlich den örtlichen Polizeichef wegen Untätigkeit angreift. Weil der, gespielt von Woody Harrelson, sehr beliebt ist, lösen die Tafeln viel Aufruhr aus. Vor allem beim Streifenpolizisten Dixon (Sam Rockwell), der ohnehin Probleme mit seinem anger management hat und nicht der Hellste ist.

Macht gleich alle zur Schnecke: Frances McDormand
Macht gleich alle zur Schnecke: Frances McDormand

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri passt auch deshalb so gut in den Moment, weil er mehr von Wut als von Rache handelt, mehr von Reaktionen als von Taten. Der Krimiplot um den Mord an der Tochter wird zur Nebensache, stattdessen entfaltet sich ein bizarres Duell zwischen Mildred und dem Rest ihrer kleinen Welt.

Mit scharfer Zunge, noch schärferen Blicken und der Autorität eines weiblichen John Wayne macht eine grandiose Frances McDormand alle zur Schnecke, die sich ihr in den Weg stellen. Ihre Gegenüber halten unterschiedlich stand, bekommen von McDonagh aber Dialoge in den Mund gelegt, die manchmal wie Brandsätze hochgehen. Nur der Macho-Schwächling Dixon hat oft das Nachsehen. Aber Sam Rockwell übersetzt in großartiger Weise direkt in Körpersprache, was seine Figur nie artikulieren könnte. Zuerst hält man seinen Dixon für widerwärtig, dann für erbärmlich, und irgendwann, fast mit aufkommendem Selbstekel, versteht man ihn ein bisschen.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
USA, UK 2017
Regie: Martin McDonagh
Mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell u. a.

Dieser Text ist neben vielen weiteren Film- und Musik-Features sowie dem großen Jahresrückblick 2017 in SPEX No. 378 erschienen. Das Heft kann versandkostenfrei online bestellt werden.

Außerdem verlost SPEX anlässlich des Kinostarts von Three Billboards Outside Ebbing, Missouri 5×2 Freikarten für eine Vorstellung des Films Ihrer Wahl. Zur Teilnahme genügt eine Mail mit dem Betreff „Three Billboards“ an gewinnen@spex.de. Teilnahmeschluss ist der 17. Januar.

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