The Reindeer Section

Ich sehe zwar nicht ganz ein, warum man 27 Leute braucht, um ein Album aufzunehmen, finde den Gemeinschaftsgedanken, der hinter diesem Projekt steht und das der Sage nach auf einem Lou Barlow-Konzert in Glasgow seinen Anfang nahm, sehr schön. Dort war an dem Konzertabend nämlich das gesamte »Who is who« des Glasgower Gitarrenundergrounds vertreten – und da vor allem gemeinsamer Musikgeschmack verbindet, fand die Idee von Gary Lightbody, seines Zeichens Kopf der Band Snow Patrol, gemeinsam Musik zu machen, schnell Freunde und Mitstreiter. Und was für welche: Sowohl Mitglieder der Bands Snow Patrol, Mogwai, The Vaselines, Alfie, Arab Strap, Eva, Idlewild, Teenage Fanclub, Belle & Sebastian und Cadet sowie die komplette Besetzung der Band Astrid fanden sich im Studio zusammen.
    Die Musik klingt aber leider nicht so rauh und ungestüm, wie man es von einigen Mitstreitern gewohnt ist, sondern eher ein bisschen kitschig verschmust und leider manchmal ziemlich M.O.R.-mäßig. Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass es sich hier um das Glasgow Allstars-Weihnachtsalbum handelt und fühlt sich an den Projektmegalomanismus eines Bob Geldof erinnert. Denn neben ein paar wunderschönen Balladen hat man manchmal das Gefühl, dass hier a) zu viele Köche den Brei verderben und dass man b) dieses Album gut finden muss, da man all die Musiken der einzelnen Mitstreiter von Herzen liebt. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund dafür, dass dieses Album nicht so richtig überzeugt, denn bei der Masse an guten Musikern hätte ich einfach noch viel besseres als ganz gut erwartet, denn man traut sich hier für meinen Geschmack eindeutig zu wenig.

LABEL: Bright Star Recordings

VERTRIEB: Zomba

VÖ: 01.02.2003

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