Stream

Beans

End It All

Text: Michael Lutz

Beans End It All Tonträger Spex #331Seit seinem Solodebüt »Tomorrow Right Now« aus dem Jahr 2003 gilt der New Yorker MC Beans als Meister der Akkumulation von Stilen. Anders als in seiner Arbeit mit High Priest, M. Sayyid und Earl Blaize, dem zwischenzeitlich wiedervereinigten Antipop Consortium, sind seine Solotracks nicht selten eine Hommage an legendäre Gerätschaften der Achtziger wie die Roland TR-808-Drum-Machine. Gleichzeitig baut Beans diese trockenen Rhythmen aber mit synthetischem Programming aus, das in den Nullerjahren insbesondere für das Label Warp, bei dem fast alle bisherigen Beans- und Antipop-Alben erschienen, charakteristisch wurde.                            

 
 

Hurra!

Das neue Album »Blood Pressures« von The Kills im Stream

Text: Walter W. Wacht

The Kills Blood Pressures Albumstream LiveWer auf einen Konzertbesuch der einzigen Club-Show von The Kills in Berlin spekulierte, derzeit aber noch kein Ticket besitzt – Pech gehabt: die Show im Huxley’s ist ausverkauft. Schon im Januar des Jahres haben Alison Mosshart und Jamie Hince die Promo-Maschine für ihr neues Album »Blood Pressures« angeworfen, die logische Konsequenz: große Vorfreude auf ihr viertes Studioalbum und ein damit ausverkauftes Konzert. Zwei Trostpflaster gibt es allerdings:                            

 
 

Wye Oak

Civilian

Text: Elias Kreuzmair

Wye Oak Civilian Tonträger Spex #331»Eine archetypische Independent Band« sei Wye Oak – so steht es im Geleitschreiben zu »Civilian«, dem dritten Album dieses Duos aus Baltimore. Natürlich, denkt man und gähnt. Sängerin Jenn Wasner bedient ja eine Gitarre und das entspricht der landläufigen Definition dessen, was ›Indie‹ ist. Dabei liegt das Problem des Begriffs natürlich in seiner Sinnverschiebung: Früher waren Bands ›Indie‹, sobald sie nicht bei Majors verlegt wurden, heute dürfen sie ob ihres Erfolgs durchaus dort landen – ›Indie‹ bleiben sie, weil sie mit ihrer Musik eine spezifische Ästhetik bedienen. Umso schöner ist es, auf eine Band zu treffen, die sich gegen die Vereinnahmung durch dieses Indie-Verständnis sträubt und stattdessen auf zwei Dinge setzt: freiwillige Selbstbeschränkung und kleine Formen. »Civilian« besteht aus zehn selbstvergessenen Songs, die auf den Moment und nicht auf Überwältigung aus sind. Reduktion lautet hier die Devise.                            

 
 

Alles eins machen

Neuer »fabric Live«-Mix von Pearson Sound / Ramadanman, DJ-Sets im Mai

Text: Walter W. Wacht

Pearson Sound Ramadanman fabric LiveWo ist Dubstep? Oder anders gefragt: Wo ist Housemusik? Darren Cunningham alias Actress schob Anfang des vergangenen Jahres mit seinem Album »Splazsh« erfolgreich die Genretektonik an, die Musiken begannen seitdem immer mehr zu driften und sich zu reiben: Joy Orbison veröffentlichte zuletzt immer mehr von geraden Beats geprägte Tracks oder legte konsequenterweise auch gleich House statt Dubstep auf – so geschehen u.a. 2010 im Horst Kreuzberg, was auf der Tanzfläche durchaus für Irritationen ob der musikalischen Taktung sorgte. Mit dem neuesten Teil der Reihe »fabric Live« gibt nun der 22-jährige Produzent David Kennedy einen Überblick über seinen Output unter den Pseudonymen Ramadanman und Pearson Sound.                            

 
 

Drohende Eskalation

Die neue Justice-Single »Civilization« im Werbevideo von Romain Gavras

Text: Walter W. Wacht

Justice Civilization Single Video Adidas Romain GavrasEin bisschen Blut, ein wenig reingrätschen, etwas auf die Nase und die obligatorischen Schäferhunde – ansonsten bleibt in der Welt der Reklame alles beim Alten: Niederlagen, Erfolge, große Emotionen. Der französische Regisseur Romain Gavras (u.a. M.I.A.s »Born Fee«) zeichnete für die aktuellste Werbekampagne eines deutschen Sportartiklers verantwortlich, im neuen Clip laufen die bekannten Testimonials auf: die Fußball-Profis David Beckham und Lionel Messi, die Leichtathletin Blanka Vlašić sowie die Musiker B.O.B (Bobby Ray Simmons) und Katy Perry. Die wahren Stargäste dürften aber mittlerweile Justice sein, die für den Clip einen Ausschnitt ihrer neue Single »Civilization« zur Verfügung stellten.                            

 
 

Singend durch die Hauptstadt rauschen

Neues Musikvideo zu »Lady Luck« von Jamie Woon, Remix von Hudson Mohawke

Text: Walter W. Wacht

Jamie Woon Lady Luck VideoApropos Burial: Der große Dubstep-Produzent aus London machte sich zuletzt wieder sehr rar, die neue Single mit Four Tet und Thom Yorke war in den letzten zwei Jahren das höchste der Gefühle. Da aber fast jede schlechte Meldung mit einem ›Aber‹ relativiert werden kann, kommt hier die gute Nachricht: aber Burial koproduzierte die neue Single »Lady Luck« des britischen Ausnahme-R&B-Crooners Jamie Woon. Zur neuen Single Woons gibt es nun ein Musikvideo, außerdem wurde der Track von Hudson Mohawke geremixt.                            

 
 

Auf links gedreht

Gemeinsame Single von Four Tet, Burial & Thom Yorke im Stream

Text: Walter W. Wacht

Four Tet Burial Thom YorkeIn diesem Jahr scheint Kieran Hebden etwas aufzudrehen: Nach einer Split-Single mit Dan Snaith (Caribou alias Dauphin) hat der Produzent, der unter seinem Alias Four Tet wesentlich bekannter ist, nun schon die zweite Veröffentlichung auf seinem Label Text Records in der Hinterhand: Eine gemeinsame Kollaboration mit Thom Yorke und Burial, die beiden neuen Stücke kann man vorab im Stream hören.                            

 
 

Musik sonischer Wellen

Das Erdbeben vor dem japanischen Honshū als ›Echtzeit-Klangskulptur‹

Text: Walter W. Wacht

Erdbeben Japan Honshu Micah Frank sonische WellenHinter uns liegt ein schockierendes Wochenende: In Japan ereignete sich mit 9,0 Punkten auf der Richterskala das viertstärkste Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen, ein daraus folgender Tsunami verwüstete große Teile des Landes und kostete Tausende das Leben und schließlich drohen mehrere kritische Störfälle sowie ein GAU in den Reaktorblöcken des Atomkraftwerks Fukushima I der Umwelt – in Japan und dem Rest der Welt ist heute nichts mehr wie zuvor. Der Musiker Micah Frank gewann dem Erdbeben nun einen Klang ab.                            

 
 

»Sorry for my bad english«

Ja, Panik sind die Troublemaker, neuer Song als MP3

Text: Walter W. Wacht

Ja Panik Trouble MP3Als Kind der Neunziger führte kein Weg an Bud Spencer und Terence Hill vorbei. Wenn die nach Berlin quasi-emigrierten Österreicher Ja, Panik nun auf ihrem neuen Album »DMD KIU LIDT« die Zeile »I’m in trouble, trouble, trouble / deep, deep, deep trouble« texten und der Song auch noch »Trouble« betitelt ist, dann darf man ruhig mal an den Spaghetti-Klassiker »Troublemakers« von 1994 denken – auch wenn das eine inhaltlich bzw. als Referenz mit dem anderen nichts zu tun. Die neue Single von Ja, Panik kann man derzeit jedenfalls gratis als MP3 herunterladen.                            

 
 

Elektrisches Störfeuer

Wild Beasts hüllen sich mit neuem Album in Staubwolke, Song im Stream, Live

Text: Walter W. Wacht

Wild Beasts Smother Albatross StreamWenn sich das, was nach den ersten Hördurchgängen von »Smother« bereits hängen blieb, noch weiter festigt, dann haben wir es hier mit einem der potentiellen Alben des Jahres zu tun. Mit »Albatross« haben sie soeben den ersten Vorboten als Stream und Download veröffentlicht.                            

 
 

Spartanisch war gestern

José González auf Solo-Tour, neue EP, Nachholkonzert & Musikvideo von Junip

Text: Walter W. Wacht

Junip José González Live Video EPTolle Solo-Alben, eine The-Knife-Coverversion und etwas Cash-Flow nach einem Flachbildschirmwerbespot schön und gut – aber neue Musik des schwedischen Songwriters José González ist immer am liebsten gehört. Mit dem Album »Field« wendete sich der in Göteborg lebende Musiker im vergangenen Jahr auch endlich seinem Nebenprojekt Junip zu, seine gemeinsame Band mit den Musikern Tobias Winterkorn und Elias Araya stand zuvor jahrelang auf Halt – während González als Solo-Musiker am Erfolg kratzte.

    Neben einer neuen EP gibt es nun auch ein neues Musikvideo von Junip und ein Nachholtermin ihrer krankheitsbedingt ausgefallenen Berlin-Show steht ebenso wie Solo-Konzerte von González an.                            

 
 

»Genuine Tanzmusik«

Carl Craig, Francesco Tristano & Moritz von Oswald sind »Technophonic« in Hamburg, 20 Jahre Planet E

Text: Walter W. Wacht

Carl Craig Planet E TechnophonicDie alte Trennung zwischen E- und U-Musik greift längst nicht mehr. Nicht erst seit gestern verschwimmen die Grenzen zwischen klassischer Komposition und Popmusik, schon die Entwicklung der ›Minimal Music‹ durch Komponisten wie Philipp Glass, La Monte Young, Terry Riley und Steve Reich legte die Grundsteine von Techno. Umgekehrt bedienten sich in den letzten Jahren immer mehr Künstler der elektronischen Tanzmusik bei Klassikelementen – wenn sie nicht gleich ganz auf ein Orchester zurückgriffen. Die Techno-Legende Carl Craig macht nun gemeinsam mit dem luxemburgischen Pianisten Francesco Tristano und dem Basic-Channel-Mitglied Moritz von Oswald für einen Abend Station in Hamburg, um anlässlich des zwanzigsten Jubiläums seines Labels Planet E mit den Hamburger Symphonikern Technoklassik zu spielen.                            

 
 
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