Text:
Jens Balzer
Das Echte und Falsche, das Uncoole und Coole bilden bei ihm keinen Widerspruch mehr: Der große hawaiianisehe Pop-Strukturalist JOHN MAUS veröffentlicht im Mai am 27. Juni sein drittes Album. Es trägt den genialen Titel We Must Become the Pitiless Censors of Ourselves und handelt zu lasziven Sounds von Mordlust.
Erschienen in SPEX #331 03/04 2011 | 19.06.2011 14:00
Text:
Michael Lutz
Seit seinem Solodebüt »Tomorrow Right Now« aus dem Jahr 2003 gilt der New Yorker MC Beans als Meister der Akkumulation von Stilen. Anders als in seiner Arbeit mit High Priest, M. Sayyid und Earl Blaize, dem zwischenzeitlich wiedervereinigten Antipop Consortium, sind seine Solotracks nicht selten eine Hommage an legendäre Gerätschaften der Achtziger wie die Roland TR-808-Drum-Machine. Gleichzeitig baut Beans diese trockenen Rhythmen aber mit synthetischem Programming aus, das in den Nullerjahren insbesondere für das Label Warp, bei dem fast alle bisherigen Beans- und Antipop-Alben erschienen, charakteristisch wurde.
Erschienen in SPEX #331 03-04.2011 | 30.03.2011 16:26
Text:
Thomas Meinecke
»Today’s dancefloors are wakes in remembrance of a mythological era of openness that never was. Remember where you were. See where you are … I’m in Kami-Sakunobe.« Mit diesen Sätzen eröffnet das Booklet zur aktuellen CD der Kami-Sakunobe House Explosion (K-S.H.E.) des Terre Thaemlitz. Und ich kann mich in diesem Zusammenhang besonders gut an einen Moment (where I was) erinnern: Zürich (of all places), 2003, zuerst gemeinsam mit Terre Thaemlitz als genetisch männliche Feministen auf einem Podium in der Shedhalle, sechs Stunden später im Bogen 13 des alten, das Industriequartier überspannenden Eisenbahnviadukts beim Clubbing: Terre jetzt als DJ Sprinkles in action, ich als ›deck shark‹, jene Deep-House-Music genießend, von der ich immer nur gehört hatte, dass er (respektive sie) sie bereits ein Jahrzehnt vorher in den Tranny-Bars um den New Yorker Times Square aufgelegt hatte.
Erschienen in SPEX #331 03-04.2011 | 23.03.2011 09:03
Text:
Elias Kreuzmair
»Eine archetypische Independent Band« sei Wye Oak – so steht es im Geleitschreiben zu »Civilian«, dem dritten Album dieses Duos aus Baltimore. Natürlich, denkt man und gähnt. Sängerin Jenn Wasner bedient ja eine Gitarre und das entspricht der landläufigen Definition dessen, was ›Indie‹ ist. Dabei liegt das Problem des Begriffs natürlich in seiner Sinnverschiebung: Früher waren Bands ›Indie‹, sobald sie nicht bei Majors verlegt wurden, heute dürfen sie ob ihres Erfolgs durchaus dort landen – ›Indie‹ bleiben sie, weil sie mit ihrer Musik eine spezifische Ästhetik bedienen. Umso schöner ist es, auf eine Band zu treffen, die sich gegen die Vereinnahmung durch dieses Indie-Verständnis sträubt und stattdessen auf zwei Dinge setzt: freiwillige Selbstbeschränkung und kleine Formen. »Civilian« besteht aus zehn selbstvergessenen Songs, die auf den Moment und nicht auf Überwältigung aus sind. Reduktion lautet hier die Devise.
Erschienen in SPEX #331 03-04.2011 | 22.03.2011 09:00
Text:
Ulrich Gutmair
Chuckamuck haben es drauf. Nonchalant spielen sie ihren Garagenpunk, der manchmal auch nach Beat klingt. Sie schmeißen mit Melodien um sich, schreiben Songs mit viel Oh-oh-oh und Ah-ah-oh-oh-oh, bearbeiten Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren mit Drive und Gefühl.
Erschienen in SPEX #331 03-04.2011 | 21.03.2011 11:12