Spex #331

Sein Herz macht plucker und bump

JOHN MAUS ist nicht melancholisch. Er ist depressiv.

Text: Jens Balzer

john-maus-tillmansDas Echte und Falsche, das Uncoole und Coole bilden bei ihm keinen Widerspruch mehr: Der große hawaiianisehe Pop-Strukturalist JOHN MAUS veröffentlicht im Mai am 27. Juni sein drittes Album. Es trägt den genialen Titel We Must Become the Pitiless Censors of Ourselves und handelt zu lasziven Sounds von Mordlust.                            

 
 

Beans

End It All

Text: Michael Lutz

Beans End It All Tonträger Spex #331Seit seinem Solodebüt »Tomorrow Right Now« aus dem Jahr 2003 gilt der New Yorker MC Beans als Meister der Akkumulation von Stilen. Anders als in seiner Arbeit mit High Priest, M. Sayyid und Earl Blaize, dem zwischenzeitlich wiedervereinigten Antipop Consortium, sind seine Solotracks nicht selten eine Hommage an legendäre Gerätschaften der Achtziger wie die Roland TR-808-Drum-Machine. Gleichzeitig baut Beans diese trockenen Rhythmen aber mit synthetischem Programming aus, das in den Nullerjahren insbesondere für das Label Warp, bei dem fast alle bisherigen Beans- und Antipop-Alben erschienen, charakteristisch wurde.                            

 
 

K-S.H.E.

Routes not Roots

Text: Thomas Meinecke

K-S.H.E. Routes not Roots Tonträger Spex #331»Today’s dancefloors are wakes in remembrance of a mythological era of openness that never was. Remember where you were. See where you are … I’m in Kami-Sakunobe.« Mit diesen Sätzen eröffnet das Booklet zur aktuellen CD der Kami-Sakunobe House Explosion (K-S.H.E.) des Terre Thaemlitz. Und ich kann mich in diesem Zusammenhang besonders gut an einen Moment (where I was) erinnern: Zürich (of all places), 2003, zuerst gemeinsam mit Terre Thaemlitz als genetisch männliche Feministen auf einem Podium in der Shedhalle, sechs Stunden später im Bogen 13 des alten, das Industriequartier überspannenden Eisenbahnviadukts beim Clubbing: Terre jetzt als DJ Sprinkles in action, ich als ›deck shark‹, jene Deep-House-Music genießend, von der ich immer nur gehört hatte, dass er (respektive sie) sie bereits ein Jahrzehnt vorher in den Tranny-Bars um den New Yorker Times Square aufgelegt hatte.                            

 
 

Wye Oak

Civilian

Text: Elias Kreuzmair

Wye Oak Civilian Tonträger Spex #331»Eine archetypische Independent Band« sei Wye Oak – so steht es im Geleitschreiben zu »Civilian«, dem dritten Album dieses Duos aus Baltimore. Natürlich, denkt man und gähnt. Sängerin Jenn Wasner bedient ja eine Gitarre und das entspricht der landläufigen Definition dessen, was ›Indie‹ ist. Dabei liegt das Problem des Begriffs natürlich in seiner Sinnverschiebung: Früher waren Bands ›Indie‹, sobald sie nicht bei Majors verlegt wurden, heute dürfen sie ob ihres Erfolgs durchaus dort landen – ›Indie‹ bleiben sie, weil sie mit ihrer Musik eine spezifische Ästhetik bedienen. Umso schöner ist es, auf eine Band zu treffen, die sich gegen die Vereinnahmung durch dieses Indie-Verständnis sträubt und stattdessen auf zwei Dinge setzt: freiwillige Selbstbeschränkung und kleine Formen. »Civilian« besteht aus zehn selbstvergessenen Songs, die auf den Moment und nicht auf Überwältigung aus sind. Reduktion lautet hier die Devise.                            

 
 

Jeder Kuss ist einer zuviel

Chuckamuck

Text: Ulrich Gutmair
Chuckamuck Lars Borges Spex #331Chuckamuck haben es drauf. Nonchalant spielen sie ihren Garagenpunk, der manchmal auch nach Beat klingt. Sie schmeißen mit Melodien um sich, schreiben Songs mit viel Oh-oh-oh und Ah-ah-oh-oh-oh, bearbeiten Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren mit Drive und Gefühl.                            

 
 

Editorial Spex #331

Hallo Jenseits

Text: Jan Kedves, Ralf Krämer

Editorial Spex331 Albert von Schrenck-NotzingDie neue Spex #331 ist ab dem 25. Februar am Kiosk erhältlich. Jan Kedves und Ralf Krämer geben im Editorial der neuen Ausgabe einen Überblick über die Themen des März/April-Hefts.                            

 
 
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