Das Land der Träume
China
Text: Vera TollmannSpätestens seit 2008 scheint jedes Jahr ein China-Jahr zu sein – Tibet-Problematik hin oder her
Spätestens seit 2008 scheint jedes Jahr ein China-Jahr zu sein – Tibet-Problematik hin oder her
Christoph Twickel, Co-Autor des Manifests »Not In Our Name, Marke Hamburg!«, über das Jahr des Widerstands gegen die Hamburger Turbo-Gentrifizierung.
Die Bundestagswahl und die Tage danach: 2009 wurde der vor fünf Jahren beobachtete kulturelle Wechsel zum neuen Konservatismus in Deutschland auf politischer Ebene nachvollzogen. Die Reaktionen hätten unterschiedlicher nicht sein können.
Auch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall fiel es manch einem schwer, eine gesamtdeutsche (Kunst-)Geschichte zu denken – Kuratoren eingeschlossen.

Das Jahr 2009 markierte das bereits achte Jahr des »Enduring Freedom« getauften Krieges der von den USA angeführten Westmächte gegen die Taliban in Afghanistan. Aber erst seit diesem Jahr wird der Krieg mit aktiver Beteiligung der deutschen Bundeswehr auch als solcher bezeichnet – auch wenn die Frage nach dem ›Warum‹, dem zu zahlenden Preis und nach den Verbündeten bis heute nicht beantwortet wird.
2009 grub der urbane Wohlstandsmensch die Erde um, auf der Suche nach Natur, Nahrung und Nähe.
Gefragt, welche Grabinschrift er sich dereinst wünsche, wenn es zu Ende ist, antwortete der Horrorregisseur John Carpenter einmal: »I’ll be right back.« Manche müssen nicht wiederkehren, um auch nach ihrem Tod noch präsent zu sein. Hier sind fünf von ihnen.
Die Schicksale zweier Leistungssportler zwangen die breite Öffentlichkeit 2009 in überfällige Diskurse. Ralf Krämer über die Athleten Usain Bolt, Caster Semenya und Robert Enke.
2009 kam mit Auto-Tune ein kosmetischer Vokaleffekt im Mainstream an und rührte alte Ressentiments neu auf. In seiner Radiosendung »Was ist Musik« beschäftigt sich Klaus Walter am Dienstag, 13 bis 16 Uhr mit dem Phänomen Auto-Tune und spielt entsprechende Stücke von Burial bis Zapp.

Die Grünen tapezieren rassistische Wahlplakate, ein Schwuler aus der FDP wird Außenminister, im Saarland bildet sich eine Jamaika Koalition: 2009 war das Jahr des ›Neo-Individualliberalismus‹. Der neue Begriff beschreibt eine unsichtbare und gefährliche Bewegung, die von der Annahme ausgeht, alle Emanzipationsutopien seien verwirklicht und kollektive Interessen hätten sich deswegen erledigt.

Freunde, Feinde, Interessierte: Die Spex-Redaktion lädt zum Jahresabschluss an zwei Abenden zum geselligen Beisammensein ein. Den Auftakt macht am Donnerstag das zweite Special der gerne besuchten Spex-Koch-Reihe »Being Boiled« mit der Ausweitung der Mampfzone zum Thema »White Christmas«: Im situationistischen Restaurant Themroc auf der Berliner Torstraße werden Peter Cadera und Max Dax kochen, serviert werden drei Gänge, dazu wird Martin Hossbach besinnliche Musik auflegen. Wie immer ist eine telefonische Tischreservierung sehr zu empfehlen. UPDATE: »Being Boiled« ist ausgebucht.
Am Freitag feiert die Redaktion ab 22 Uhr im Büro für postpostmoderne Kommunikation West Germany Berlin das Erscheinen der neuen Spex-Ausgabe #324. Der Deal gestaltet sich dabei so: Der Eintritt ist frei, die Redaktion spielt abwechselnd Musik, die Getränke zahlt jeder für sich selbst. Die neue Ausgabe Spex #324 wird es selbstverständich nicht kostenlos geben – das sehen Sie sicherlich ein –, ein Verkauf vor Ort ist allerdings ebenfalls nicht vorgesehen.
See you down the line.