Text:
Tomasso Schultze
Angekündigt wird nicht weniger als eine neue Revolution des Kinos. 3D ist das Zauberwort, und »Avatar«, James Camerons erster Film seit »Titanic« von 1997, soll es auf großem Parkett richten. Gedanken zur Dimensionalität des Films und der Imaginationskraft des Kinozuschauers.
Erschienen in SPEX #323 11-12.2009 | 15.12.2009 11:59
Text:
Max Dax
Sie ist ganz klein und zierlich, und man sieht ihr von Angesicht zu Angesicht die 76 Jahre nicht an: Yoko Ono, Konzeptkünstlerin von Weltrang und umstrittene Musikerin, veröffentlicht zum ersten Mal seit 1973 mit »Between My Head and the Sky« ein neues Album ihrer Plastic Ono Band. Diese ist in neuer Besetzung wiederauferstanden. Gemeinsam mit ihrem Sohn Sean Lennon versammelte sie eine Schar toller internationaler Musiker um sich – unter ihnen Cornelius und Erik Friedlander. Ihr eklektischer Pop klingt ebenso gegenwärtig wie relevant. Yoko Onos Timing ist perfekt: Die unermüdliche Kämpferin für den Weltfrieden nahm erst kürzlich auf der Biennale in Venedig neben John Baldessari den Preis für ihr Lebenswerk entgegen.
Erschienen in SPEX #323 11-12.2009 | 07.12.2009 08:15
Text:
Max Dax
Der Schlagzeuger und Produzent Geoff Barrow wurde bekannt als Gründungsmitglied von Portishead. Dieser Tage veröffentlichte er mit »Recordings 05/01/09 > 17/01/09« ein dunkelgrooviges, weitgehend instrumentales Krautrock-Album, das er mit dem von ihm neugegründeten Trio Beak> eingespielt hat.
Im »Questionnaire« erzählt Barrow vom prägenden Einfluss John Carpenters, Cans und Public Enemys auf seine musikalische Entwicklung, warum er Kunst von Außenseitern schätzt, sein Lieblingsschneider an ihm verarmen würde und welches Bier ihm crisp und durchgegletschert durch die Kehle rinnt.
Erschienen in SPEX #323 11-12.2009 | 23.11.2009 09:00
Text:
Jens Balzer
Ein Seemann liegt drunten im nassen Grab, seine Liebste sendet ihm letzte Verse. Ein schwangeres Mädchen nahm sich das Leben, aus dem Jenseits singt es nun Wiegenlieder für das ungeborene Kind. Mit solchen graudunkel gepinselten Songs wurden Rachel Unthank and the Winterset in den letzten Jahren bekannt; mit dem Geordie-Akzent des englischen Nordostens sang das Folkquartett auf zwei Platten Volkslieder und Eigenkompositionen über leidende Frauen und abwesende Männer. Dabei wurde der Folkmusik-Traditionalismus auf doppelte Art überschritten: in den vertrackten Vokalharmonien ebenso wie in der modernistisch-minimalen Instrumentierung; oft klickte und schnarrte unter den scheinbar authentischen Songs nur ein John-Cage-haft präpariertes Klavier; und der stolpernde Rhythmus wurde nicht getrommelt, sondern mit High Heels synkopisch gesteppt.
Erschienen in SPEX #323 11-12.2009 | 16.11.2009 10:28
Text:
Christoph Dreher

In der Spex-Reihe »Wichtige Musikvideos« stellen wir in jeder Ausgabe einen Clip vor, der die Produktionsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter spiegelt und Musik auf innovative Weise illustriert. In dieser Folge widmet sich Christoph Dreher »Andere Leute«, dem neuen Video von Malakoff Kowalski, das aus Szenen früher Filme des Regisseurs Klaus Lemke geschnitten ist.
Erschienen in SPEX #323 11-12.2009 | 27.10.2009 13:06
Text:
Björn Gottstein
Man hat längst aufgehört zu zählen, wie oft nun schon versucht worden ist, das Lebensgefühl der Popkultur mit den hohen Weihen der klassischen Musik versöhnen. Eine Bach-Toccata mit Discobeat, ein Schumann-Lied als Rockballade, Donizetti als Hiphop-Sample, Deep Purple lässt sich vom Royal Philharmonic Orchestra begleiten, die Siegel Schwall Blues Band trifft auf das Boston Symphony Orchestra, das Vienna Symphonic Orchestra Project spielt David Hasselhoff, die Dresdner Sinfoniker widmen sich Rammstein. Was haben wir nicht alles für Peinlichkeiten erlebt. Das Fauré Quartett hat es sich nicht nehmen lassen, dieser Geschichte ein weiteres Kapitel hinzuzufügen.
Erschienen in SPEX #323 11-12.2009 | 18.10.2009 16:08