Vorschub

Jeder Kuss ist einer zuviel

Chuckamuck

Text: Ulrich Gutmair
Chuckamuck Lars Borges Spex #331Chuckamuck haben es drauf. Nonchalant spielen sie ihren Garagenpunk, der manchmal auch nach Beat klingt. Sie schmeißen mit Melodien um sich, schreiben Songs mit viel Oh-oh-oh und Ah-ah-oh-oh-oh, bearbeiten Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren mit Drive und Gefühl.                            

 
 

Eine Bitch namens Leben

Anna Calvi

Text: Ralf Krämer

Anna Calvi Artikel Spex #330 TeaserAufwachen nach dem »Blackout«, im »Morning Light«, eben noch »First We Kiss« geträumt haben, und nun: das Gefühl, dass gestern wesentliche Grenzen überschritten worden sind. Solcherlei Verzauberung steckt in den Songs des Debütalbums von Anna Calvi. Die 28-jährige Londonerin nimmt darauf die Perspektive einer wissenden Dame ein, die weit genug gegangen ist, um Wesentliches über sich und eine gewisse Bitch namens Leben vorzutragen. Nach einer Support-Tour für Grinderman sind ihre Konzerte im Februar restlos ausverkauft, im April kehrt sie aber bereits für weitere Shows nach Deutschland zurück.                            

 
 

Sorgfältig wackelnde Grooves

Tokimonsta

Text: Tim Caspar Boehme

Tokimonsta Promo TeaserMit Tokio hat ihr Künstlername Tokimonsta nichts zu tun. Zwar wird Jennifer Lee oft für eine Japanerin gehalten, doch für die erste Hälfte ihres Pseudonyms wählte die im kalifornischen Torrance im Bezirk Los Angeles geborene Korea-Amerikanerin einfach das koreanische Wort für Kaninchen – ›toki‹. Man muss deshalb auf ihrem Debütalbum »Midnight Menu« aber nicht gleich mit Niedlichkeitsterror rechnen.                            

 
 

Und es gibt noch eine dunkle Seite

The Drums

Text: Aram Lintzel

The Drums Spex #327 Norman KonradBrian Wilson hasst den Strand, schon immer. Die vier Mitglieder der Drums inzwischen wohl auch. Seit »Let’s Go Surfing«, ihrem hymnisch-hysterischen Hit aus dem letzten Jahr, haben sie das Image der feucht-fröhlichen Beach-Popper weg. Ein Stigma, das die Brooklyner Band loswerden will.                            

 
 

Sex mit erhobener Faust

Men

Text: Oskar Piegsa

Men Frank Johannes Spex #327 VorschubDas Thema Regenbogenfamilie ist im Pop angekommen: »I’m gonna fuck my friends and get a little tiny baby«, singt JD Samson im Song »Credit Card Babie$« ihrer queeren Elektropop-Band Men. »Es geht um die Hürden, die dem Kinderwunsch von Lesben und Schwulen in den Weg gelegt werden«, sagt Samson und meint damit auch finanzielle Hürden. »Why don’t you adopt / Borrow someone’s cock«, heißt es in dem Song – schließlich gibt es billigere Wege, an ein Kind zu kommen, als für den Gegenwert eines Kleinwagens in der Samenbank shoppen zu gehen. Strategischer Sex mit schwulen Freunden zum Beispiel.                            

 
 

Fünf, sechs Minuten ohne Kompromiss

Marcel Dettmann

Text: Tim Caspar Boehme

Spex 326 Marcel Dettmann Felix BroedeEine entwaffnendere Antwort als die des DJs und Produzenten Marcel Dettmann auf die Frage nach dem Reiz namen der vergangenen Wochen ist kaum denkbar: »Hegemann? Du meinst Dimitri, den Betreiber des Tresors?« Helene, die »Kleine mit dem Buch« kennt er nur aus den Nachrichten. Die Feuilleton-Wellen um seinen Stammclub Berghain sind an ihm zwar nicht völlig vorübergegangen, aber so richtig viel Aufmerksamkeit wollte er ihnen auch nicht schenken. Ansonsten hat er wichtigere Dinge im Kopf. Musikmachen zum Beispiel. Am 12. Mai spielt Dettmann im Rahmen von Spex Live neben Robyn, High Places, Aeroplane, Trevor Jackson u.v.a. im Berghain, Karten sind bereits im Vorverkauf erhältlich.                            

 
 

Zart Picken und quer bürsten

Kaki King

Text: Silke Janovsky

Kaki King Spex325 Gregg DelmanDreißig Sekunden. Sie sagt, man brauche nur dreißig Sekunden, um zu wissen, ob man »Junior« lieben oder hassen wird. Diese Einschätzung mag bezeichnend sein für den Wendepunkt im Leben von Kaki King. Das fünfte Album der in New York lebenden Gitarristin jedenfalls markiert die wohl deutlichste Zäsur in ihrem Schaffen an und mit ihrem Instrument. Ab dem 18. März ist sie mit »Junior« auf Deutschland-Tournee, das Album kann man derzeit in Gänze streamen.                            

 
 

Der Krach nach dem Kuss

Phantogram

Text: Christoph Braun

PhantogramIn Saratoga Springs, wo New York ganz und gar Bundesstaat ist und im gemächlichen Puls des Landlebens schlägt, entstehen die mit Begehren und Coolness geladenen Songs von Phantogram. Sampler, Gitarre, sphärischer Gesang: Das Duo lässt in den besten Momenten zugleich den erotomanen Chanson-Pop der Seventies, Shoegazing und Hiphop-Beats frisch und neu und klug klingen. Anfang September wird das in Eigenregie produzierte Debütalbum »Eyelid Movies« folgen, ihre von Spex präsentierte Tour beginnt Ende Oktober.                            

 
 

Das Elend der Welt immer im Blick

Asher Roth

Text: Markus Schneider

Drum herumreden nützt nichts: Asher Roths Stimme ist weiß. Der ganze Rapper ist weiß. Blond, schmächtig, mit einem leicht nasal aufsässigen Ton. »Die Eminem-Vergleiche entspringen einer Faulheit«, sagt aber Roth. »Er hat Türen geöffnet. Doch wer ein bisschen hinhört, merkt, dass wir völlig verschieden sind.«                            

 
 

Der kleine Schneeprinz

Jeremy Jay

Text: Wibke Wetzker
Schauen wir diesen selbstvergessenen jungen Mann an, ahnen wir sofort: Jeremy Jay lebt in einem Elfenbeinturm – und der ist übrigens eine Wohnung mitten in Paris.                            
 
 
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