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Walter W. Wacht
Promo gone wrong? Das Vierfach-X in Album-Titel und anderen jüngeren Songs der kanadischen Dance-Punk-Band You Say Party! We Say Die! soll als Platzhalter für »Love« stehen, dabei fühlt man sich unfreiwillig eher an die britische Hype-Band The XX erinnert, deren Album-Cover und Bandname seit rund einem Jahr nun wirklich an jeder Ecke des Internets, in nahezu allen Plattenregalen und in beinahe jedem Musikmedium Unterbringung fand. Aber betrachten wir »There is XXXX (Within My Heart)« und das neue Musikvideo der jungen Regisseurin Hill Kourkoutis dazu einfach ohne Referenz-Kasten:
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Walter W. Wacht

Aus New York berichtete Jens Balzer in Spex #324 anlässlich des Konzerts der Metal-Supergroup Shrinebuilder: »Sie zertrümmern die Traditionen und kleben aus deren Fragmenten ein schönes, schiefes, aber jedenfalls ganz neues Bild zusammen. Shrinebuilder sind so gesehen auch keine Band, sondern ein echtes Ensemble. Sie bereichern den Metal mit einem Kollektivismus, den es in dieser Form bislang nicht gab.« Im April kommen Scott ›Wino‹ Weinrich (Saint Vitus, The Obsessed), Dale Crover (Melvins), Scott Kelly (Neurosis) und Al Cisneros (Om, Sleep) als Shrinebuilder nun für einige wenige Live-Shows nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, für die Gestaltung des Tour-Posters wird derzeit ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die Spielregeln lesen sich wie folgt:
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Michael Lutz
Tiny Vipers ist Jesy Fortino, eine viel zu wenig beachtete Musikerin aus Seattle, die mit Akustikgitarre und Gesang geradezu geisterhafte Visionen entwirft. Ihre kraftvoll-erdige Stimme und das glühende Gitarrenspiel vermitteln dreierlei: Können, Willen und Grundehrlichkeit.
Ab kommender Woche ist Fortino mit ihrem letztjährig auf Sub Pop erschienenen Album »Life on Earth« auf Akustik-Tournee durch Deutschland und Österreich, im Rahmen ihres Zwischenstopps in Berlin tritt sie gemeinsam mit der Múm-Mitbegründerin bzw. aus dem Animal-Collective-Umfeld stammenden Multiinstrumentalistin Kria Anna Valtýsdóttir alias Kria Brekkan auf.
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Walter W. Wacht
Überraschungen gibt es auch auf »Oversteps« keine: Das zehnte Autechre-Album klingt wieder wie 1000 Jahre Maschinenwinter, also durchweg aufregend und die verschiedenen Geschmäcker spaltend. Wer früher schon keinen Zugang zu den sorgfältig ausmodulierten Klangwelten Rob Browns und Sean Booths fand, der dürfte auch mit »Oversteps« gehörige Probleme bekommen. Vielleicht ist dies auch der Grund für den Radio-Marathon, den das aus der Nähe Manchesters operierende Duo am Dienstagabend wegsenden wird. Im Rahmen der zwölfstündigen Radiosendung dürften Autechre dann – wie schon vor zwei Jahren – nicht nur einen Großteil ihrer eigenen Diskografie auswalzen, sondern auch Begleitveröffentlichungen und Inspirationen preisgeben. Vielleicht hört man dann auch Auszüge aus »3. Telepathics Meh In- sect Er Connection«, dem Nebenprojekt Sean Booths mit Mika Vainio von Pan Sonic.
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Walter W. Wacht
Vor zwei Jahren waren sie zwar aufgeladen, aber noch nicht bereit*: Im Bang Bang Club Berlin-Mitte standen Doctorella erstmals auf der Bühne, es ist die Band des Geschwisterpaars Sandra und Kerstin Grethers, die durch ihre frühere Autoren- bzw. Redaktionstätigkeit einen nicht unmaßgeblichen Teil der Spex prägten. Im Februar 2008 jedenfalls wollten sich die Grethers sowie ihr damaliger Bandkollege und Freund Jens Friebe mit ihrer ersten Show in der Öffentlichkeit präsentieren, was im Vorfeld der Show bizarre Blüten trug: Konzert ja, Kritik bitte noch nicht, notierte Jens Balzer damals in der Berliner Zeitung zu einem Telefonat mit Sandra Grether. Nun kann man davon halten was man will, festhalten lässt sich nur, dass Doctorella heute aufgeladener und bereiter denn zuvor sind: In Kürze wird ihre erste Single, bald auch ein Album erscheinen, am Samstag spielen sie ihre nächste Show.
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Michael Lutz

Mit seiner intuitiv verjazzten Sphären-Elektronik steht das Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe schon seit Jahren für einen der elaboriertesten Pop-Entwürfe Deutschlands. Derzeit besteht die Gruppe aus Heike Aumüller, ihrem Mann Thomas Weber sowie Johannes Frisch. Das Trio puzzelt seine Musik aus Harmonium, Synthesizer, Kontrabass und neuerdings auch verstärkt aus Gesängen zusammen, und das nicht nur mit unbändiger Vitalität und schillernder Poesie, sondern vor allem mit beeindruckender Nervenstärke. Einen besseren Eindruck kann man sich in dem mit Hörproben aus ihrem neuen Album »Wildling« ausgestatteten Interview machen, in dem Thomas Weber über den Kompositionsprozess, Gesang und Instrumentierung von »Wildling« sowie die Bedeutung des Begriffs ›Psychedelia‹ für das Kammerfimmer Kollektief sprach.
Spex präsentiert die heute beginnende Tour. Schade bloß, dass sie es im Rahmen des aktuellen Spielplans – sieht man von einem Konzert in den Sophiensaelen Berlin einmal ab – nicht nördlicher als bis zum Mülheimer Kulturbunker schaffen.
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Walter W. Wacht
Wenn im Mai das neue, derzeit noch unbetitelte Album von LCD Soundsystem erscheint, hat der Kopf des Projekts bereits ein arbeitsreiches Jahr hinter sich. Parallel zum dritten LCD-Studioalbum mit dem um sich gescharten Musikerkollektiv arbeitete James Murphy am Soundtrack zu Noah Baumbachs Spielfilm »Greenberg«, einer Liebeskomödie mit Ben Stiller über einen von Orientierungslosig- und Antrieblosigkeit überwältigten Vierzigjährigen, der House-sittend in Los Angeles an dem eigenen alternden Freundeskreis zu nagen hat. Neben dem Soundtrack sowie dem neuen Studio-Album kommt James Murphy mit LCD Soundsystem im Mai für eine Club-Show nach Deutschland.
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Martin Eiberle
Mit ihrem Album »Reality Check« wühlte das französische Trio The Teenagers vor zwei Jahren tief in der Schublade »Lo-Fi-Indie-Pop mit ironischer Textung«, berichtete in Stücken wie »Homecoming« von schmutzigen One-Night-Stands und Urlaubsaffären und zeigte sich auch bei den übrigen Stücken mit immer wieder eingestreuten Spoken-Word-Passagen recht humorvoll.
In dieser Woche touren The Teenagers im Rahmen der Jägermeister Rock:Liga gemeinsam mit Hot Hot Heat und Official Secrets Act durch Deutschland, ihren Sinn für Humor stellten sie dieser Tage nun nochmals via Twitter unter Beweis:
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Michael Lutz
Bei Warp Records’ Bewegtbild-Dependence Warp Films erschien unlängst eine DVD zu den All Tomorrow’s Parties, jener englischen Festivalreihe, die mehrmals jährlich im Camber Sands Holiday Camp in East Sussex und im Butlins Holiday Camp in Minehead, Somerset stattfindet. Für jedes Festival wird ein anderer Künstler bzw. eine Band mit der Programmgestaltung beauftragt, weshalb die Lineups stets einen anderen Geschmack widerspiegeln und dabei nicht selten die feinsten Geheimtipps mit Größen aller erdenklichen Genres vereinen.
Im Februar und März geht die mit Gastbeiträgen von Les Savy Fav, The Gossip, Seasick Steve, Patti Smith, Daniel Johnston, Sonic Youth, David Cross, den Yeah Yeah Yeahs, Portishead, Animal Collective und vielen weiteren arbeitende Dokumentation, die weitaus mehr bereithält als nur Konzert-Mitschnitte, auf Kinotour in Deutschland – eine gute Gelegenheit also, sich von diesem Paralleluniversum einen Eindruck zu verschaffen. Und wer nun keine Zeit zum Kinobesuch hat, der kann den 82-minütigen Film auch als DVD bei Rapid Eye Movies erstehen.
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Michael Lutz

Wenn ein Konzert der Hamburger Formation Deichkind ansteht, hat man immer ein bisschen das Gefühl, der Zirkus sei in der Stadt. Und auch wenn die Formation immerhin schon zehn Jahre auf dem Buckel hat, gilt sie immernoch als sichere Bank, wenn man sich mal wieder so richtig das Hirn durchspülen lassen will. Mit ihrem manischen Mash-Up aus Hiphop, Electro und Freak-Theater treiben Deichkind die Euphorie in ausverkauften Hallen auf die Spitze. Da fragt man sich schon, ob das noch ein Konzert ist oder schon ein kultisches Ritual zur Beschwörung mächtiger Götter. Jedenfalls tropft bei diesen szenischen Happenings jede Menge Flüssigkeit von der Hallendecke – wobei es sich freilich nicht ausschließlich um Kondenzwasser handelt.
Weil aber der Feier-Imperativ auch sein Gegengewicht braucht, präsentieren Deichkind im Frühjahr eine neue, nachdenklichere Form des Wahnsinns: »Deichkind in Müll«, eine von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Koproduktion der Band mit dem Hamburger Theaterhaus Kampnagel. Neben der Premiere in Hamburg wurden außerdem ein Termin in Krems bestätigt, außerdem kann man nun den Deichkind-Remix von Tocotronics »Macht es nicht selbst« streamen.