Kurt Weill

Schleifen der Erinnerung

Michaela Meliáns NS-Denkmal »Memory Loops« in München und im Internet

Text: Walter W. Wacht



Ein Gefühl der Beklemmung macht sich breit, wenn man den nachgesprochenen, rund 11-minütigen Kommentar eines ungenannten Soldaten zu den Geschehnissen rund um den gescheiterten Attentats-Versuch auf Adolf Hitler lauscht. Mit dem Münchener Steubenplatz ist die entsprechende Aufnahme verknüpft, dort endete sein Treffen mit Rupprecht Gerngross, dem Anführer der südbayrischen Widerstandsbewegung Freiheitsaktion Bayern. Unterlegt ist die Aufnahme mit einem Ambient-Loop der Künstlerin und Musikerin Michaela Melián (F.S.K.), der mit »Memory Loops« eine eindrucksvolle Auseinandersetzung im echten wie im virtuellen Raum mit dem dritten Reich gelungen ist.                            

 
 

Masha Qrella

Speak Low

Text: Maurice Summen

Die Berliner Musikerin Masha Qrella wurde im Oktober 2007 von Detlef Diedrichsen in seiner Funktion als Kurator des Hauses der Kulturen der Welt gebeten, Lieder des in Dessau geborenen, jüdisch-stämmigen Komponisten Kurt Weill (»Die Dreigroschenoper«) und des in Berlin geborenen Komponisten Frederick Loewe (»My Fair Lady«) anlässlich der »New York – Berlin«-Festwochen im Rahmen eines Konzertes neu zu interpretieren. Beide Komponisten mussten Deutschland verlassen, um den Pogromen der Nationalsozialisten zu entgehen. Loewe folgte 1924 seinem früh emigrierten Vater nach Amerika, Kurt Weill floh neun Jahre später vor den Nazis über Paris nach New York. Ihr dortiger Erfolg lässt erahnen, wie anders sich Popmusik in Deutschland hätte entwickeln können, wenn es statt Judenverfolgung und Bücherverbrennungen eine Kontinuität künstlerischer Avantgarde gegeben hätte, wie sie in der Weimarer Republik bekanntlich noch möglich war.                            

 
 
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