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Martin Eiberle
Nächste Woche geht das Spektakel wieder los: Erneut findet in Berlin die Modemesse Bread & Butter statt. Abseits der Ausstellungsfläche präsentiert die Bread & Butter (BBB) ihren Besuchern und Modeinteressierten Zaungästen ein vielfältiges Programm mit Showcases der Fashion-Punkband Bonaparte, schweißtreibendem Schachboxen, einer Douglas Kirkland-Ausstellung und natürlich zahlreichen Messeständen mit den Saisonhighlights der kommenden Herbst-/Winter-Kollektionen. Ein weiterer Höhepunkt im Veranstaltungszeitraum außerhalb des offiziellen Programms ist eine Ausstellung mit Arbeiten des Fotografen Juergen Teller.
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Jan Kedves
Ein Model lebt davon, gesehen zu werden – eigentlich. Doch Vera Lehndorff, berühmt unter dem Namen Veruschka, ist nicht einfach Model. Die 1939 in Königsberg, Ostpreußen geborene Künstlerin, die in den 1960ern von sämtlichen Größen der Modefotografie – Penn, Avedon, Newton – in ikonischen Bildern verewigt wurde und in Antonionis »Blow up« einen legendären Fünf-Minuten-Auftritt hat, erklärt im »Mode-Interview« der neuen Spex-Ausgabe, warum sie sich schon immer eher als »Anti-Model« verstanden hat. Nun hat Veruschka ihre Porträts aus der Peter Lindbergh-Ausstellung »On Street« im Fotomuseum C/O Berlin entfernen lassen.
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Die Redaktion

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, und es wird Zeit, ein Fazit zu ziehen. Wie immer laden wir alle Leserinnen und Leser dazu ein, dies im Spex-Leserpoll selbst zu tun. In Spex #330 werden dann die Jahrescharts der Spex-Leser, der Redaktion und Spex-Autoren aufeinandertreffen und anhand der kollidierenden Ergebnisse wird sich - so hoffen wir - ein spannendes Porträt der Popkultur des Jahres 2010 zeichnen lassen.
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Walter W. Wacht

Eine neue Videoarbeit von Regisseur Chris Cunningahm, das hat längst Seltenheitswert! Im vergangenen Jahr setzte er ein Parfüm von Gucci in Szene, 2006 arbeitete er zuletzt als Musikvideoregisseur für The Horrors und sein verstörender »Rubber Johnny«-Kurzfilm ist mittlerweile bereits fünf Jahre alt. Nun präsentierte der Brite im Museum of Modern Art einen rund 10-minütigen Kurzfilm zu Gil Scott-Herons »New York is Killing Me«.
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Walter W. Wacht

Ein Gefühl der Beklemmung macht sich breit, wenn man den nachgesprochenen, rund 11-minütigen Kommentar eines ungenannten Soldaten zu den Geschehnissen rund um den gescheiterten Attentats-Versuch auf Adolf Hitler lauscht. Mit dem Münchener Steubenplatz ist die entsprechende Aufnahme verknüpft, dort endete sein Treffen mit Rupprecht Gerngross, dem Anführer der südbayrischen Widerstandsbewegung Freiheitsaktion Bayern. Unterlegt ist die Aufnahme mit einem Ambient-Loop der Künstlerin und Musikerin Michaela Melián (F.S.K.), der mit »Memory Loops« eine eindrucksvolle Auseinandersetzung im echten wie im virtuellen Raum mit dem dritten Reich gelungen ist.
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Walter W. Wacht
Anfang Oktober wird das neue Album »Swanlights« von Antony And The Johnsons erscheinen, begleitet wird es im Vorfeld von der EP »Thank You For Your Love«. Wie schon bei seinem letzten Album »The Crying Light« gibt die EP einen ersten Ausblick auf das Album, der Titeltrack der EP ist gleichzeitig die Single von »Swanlights«. Neben der äußerst beschwingten, von Klavier und Blechbläsern getragenen Single werden auf der Single vier nicht auf dem Album enthaltene Stücke zu hören sein, darunter zwei Cover-Versionen John Lennons und Bob Dylans.
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Martin Hossbach

»Dem Brief droht das Schicksal, nicht mehr geschrieben zu werden«, lautete der einleitende Satz anlässlich unseres Essays zum »Brief als Ereignis«. Der Großteil unserer Kommunikation wird heutzutage digital geführt, dem gegenüber steht ein neuer Trend zum klassischen Briefwechsel – ob wie zuletzt in Buchform oder nun als Kunstprojekt. Die britische Künstlerin Lenka Clayton überträgt mit ihrer neuen Arbeit »Mysterious Letters« den Postbrief gleich auf ganze Gemeinden. Gemeinsam mit Michael Crowe will sie nun jedem Menschen auf der Welt einen Brief schicken und sucht dafür mittels Crowdfunding nach neuen Investoren.
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Walter W. Wacht

Ende letzten Jahres tauchten die gigantischen, von den entsprechenden Arbeiten Gwon Osangs und Bert Simons inspirierten Papierköpfe des Künstlers Eric Testroete zunächst in verschiedenen Blogs auf, im April machte die De:Bug mit einem Design des Kanadiers auf und nun verwenden gleich zwei Musikprojekte die mittels 3D Studio Max, Mudbox 2010 sowie Photoshop erstellten Riesenpapierköpfe. Bei dem einen handelt es sich um die Kollaboration von Kid Cudi, Best Coast und Rostam Batmanglij (Vampire Weekend) für den Schuhhersteller Converse, die andere kommt in Form des Porträts von Marten Laciny alias Marsimoto alias Marteria. Der deutsche Rapper ließ sein Gesicht für das Cover seines neuen Albums »Zum Glück in die Zukunft« in 3D einscannen, ausdrucken und als Maske neu zusammenkleben. In seinem neuen Musikvideo zur Single »Verstrahlt« tauchen die Papiermasken nun nur am Rande auf.
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Walter W. Wacht
Die Frage nach der möglichst unabhängigen Finanzierung von Kulturprodukten ist und bleibt eine drängende: Während Musik- und Filmprojekte immer öfter von großen Markenartiklern unterstützt werden und der Staat seit einer ganzen Weile Geld zur Verfügung stellt, klafft auf der unabhängigen Seite oft ein Loch zwischen Produktionskosteneinsatz und späterem Umsatz bzw. Erlös. Rainer Kirbergs neues Filmprojekt »Das schlafende Mädchen« geht nun einen ähnlichen Weg: Der Verkauf von Filmstills und Fotografien vom Set wird in die Fertigstellung des Films einfließen, die Exponate werden im Rahmen einer Ausstellung in Berlin gezeigt.
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Michael Lutz
Jeden August beherbergt das Gelände um die ehemalige Kranfabrik Kampnagel das Internationale Sommerfestival Hamburg, dessen dreiwöchiges Programm zeitgenössische Kunst, Musik, Choreografie und Theater zusammenbringt. Dort werden in diesem Jahr Blixa Bargeld und Alva Noto mit ihrem neuen Projekt anbb auftreten, außerdem spielen 1000 Robota mit dem Kammerensemble Hamburg, weitere Konzerte kommen von The Tallest Man On Earth, dem isländischen Kollektiv Bedroom Community und vielen weiteren Künstlern. Daneben setzt sich das Programm mit gesellschaftlichen Fragen auseinander, Metathema ist diesmal die globale Ressource Wasser.
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Walter W. Wacht
Ihr neues Musikvideo zu »Glamour Girl« bedient sich der gleichen Prinzipien, die auch den zahllosen »Jackass«-Formaten und Skateboard-›Bail‹-Videos zugrunde liegen: Stürze aus mittlerer Höhe, eine meist scheinbar schmerzhafte Landung, die oft aber gerade noch glimpflich ausging. Der Unterschied: Die Chicks On Speed zeigen keinen Sport oder fügen sich selbst Schaden zu, stattdessen collagieren sie nun für die Neuauflage ihres 1998 erstmals veröffentlichten Songs »Glamour Girl« zahllose Cat-Walk-Aufnahmen von Modeschauen, Miss-Wahlen oder Casting-Shows, in denen junge Damen auf geheiß der Modehäuser auf hohen Absätzen über den Laufweg staksen und schließlich vor der Schwerkfraft kapitulierend zu Boden gehen. Aber es gibt noch weitaus interessantere Neuigkeiten der Chicks On Speed: Von Juni bis August wird man endlich das Ergebnis von Melissa Logans und Alex Murray-Leslies ›Residency‹ im schottischen Dundee sehen können.
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Walter W. Wacht
Akronyme können irritieren. Und wählen wir beispielsweise MFOC, so irritiert nicht nur die Langfassung, sondern auch die Veranstaltungsreihe, die dahinter steht. Seit 15 Jahren betreiben Ralf Köster, Booker des Hamburger Nobel-Nachtleben-Etablissements Golden Pudel Club, und Tim Lorenz die Reihe »Musik Fetischisten Ohren Charakter«, was einerseits bereits einiges über die musikalische Ausrichtung verrät, andererseits aber immer noch sympathisch hamburgisch wirr und humorvoll klingt. Ob Bodenständig 2000 oder Jamie Lidell, Kreidler oder Daedelus, Shackleton oder Wechsel Garland: Der »Musik Fetischisten Ohren Charakter« hat schon so ziemlich jeden Act an seinen insgesamt 780 Veranstaltungsabenden an die Elbe gelockt – vorausgesetzt die Künstler klangen (und klingen) irgendwo elektronisch verklackert, etwas schräg und waren mit klugem Kopf ausgestattet. Am 7. Mai begeht MFOC nun das 15-jährige Bestehen mit einer großen Clubnacht mit u.a. Clark, Untold, Move D und Voltek im Hamburger Uebel & Gefährlich.