Text:
Daniel Fersch
Nach Jahren des Niedergangs feierte die Kunstform des MUSIKVIDEOS in den vergangenen Monaten eine kleine Renaissance. Die Musik-Konzerne investieren wieder in aufwändige Produktionen, nachdem das Genre zuvor durch günstige HD-Kameras und die Online-Video-Plattformen einen Paradigmenwechsel hin zum zum Do-It-Yourself-Medium erfahren hatte. Beim wichtigsten Festival in Deutschland, dem Musikvideo-Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen, spielt diese Entwicklung aber offenbar keine Rolle.
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Walter W. Wacht

Lady GaGa und Regisseur Jonas Åkerlund haben am Freitag ein neues Musikvideo zu GaGas Single »Telephone« veröffentlicht, das als Kurzfilm Spielfilme wie Quentin Tarantinos »Kill Bill Vol. 1« und »Death Proof«, Oliver Stones »Natural Born Killers« und Ridley Scotts »Thelma & Louise« zitiert, das mit dem Massenmord einen Querverweis auf die Schlussszene des Clips zu »Paparazzi« liefert, und das GaGa in der Einstellung mit dem Leopardenkostüm aussehen lässt, wie Shania Twain in ihrem Video zu »That Don’t Impress Me Much«.
Daneben könnten wir im Weiteren auf die im Titel gestellte Frage nach dem Penis von Lady GaGa eingehen, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten die aufwendigen Kostüme bzw. Kleider und Accessoires von Designern wie Fred Butler, Jean Charles de Castelbajac, Brian Lichtenberg, Viktor & Rolf, Search And Destroy, Chanel, Atsuko Kudo, Jeremy Scott, Thierry Mugler, Emilie Pirlot und Haus of GaGa betonen, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten über das Product Placement diverser GaGa-Konsumgüter im Video schreiben, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten über die Paarung GaGa und Beyoncé schreiben, aber auch das hatten wir schon anderswo. Das einzige, was man prinzipiell zu Lady GaGas neuem Video zu »Telephone« wissen muss, ist dies:
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Walter W. Wacht

Das vierte Video aus dem selbstbetitelten Fever-Ray-Album wurde jüngst vom früheren Madonna- und Chris-Cornell- sowie »Breaking Rad«-Regisseur Johan Renck abgedreht. Bewerben soll der Clip die neue Fever-Ray-Single »Seven«, die am 5. Oktober auf Rabid Records veröffentlicht wird. Kurz darauf erscheint außerdem Karin Dreijer-Anderssons Solo-Album »Fever Ray« in einer Neuauflage, im Dezember gibt sie ein Deutschland-Konzert im Rahmen ihrer allerletzten Tournee mit dem Fever-Ray-Programm.
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Jan Kedves
Erst die Blondierung, dann der Durchbruch: Die 23-jährige Stefani Joanne Angelina Germanotta, bekannt als Lady Gaga, straft alle Kritiker Lügen, die die Pleite der Popkultur herbeireden. Die modebewusste Newcomerin hat von ihrem Debütalbum »The Fame« 2,5 Millionen Kopien verkauft und sagt von sich, wenn sie einen Song komponiere, denke sie parallel immer schon an das korrespondierende Outfit. Mitte Juli in Köln: Am Abend wird Lady Gaga im Palladium mit den Stöckeln ihrer Lackpumps auf einem Plexiglaspiano eine Akustikversion ihres Hits »Poker Face« spielen. Vorher sitzt die New Yorkerin im Leopardenblazer auf der Dachterrasse eines Luxushotels und spricht über ihre visuelle Strategie – über Thierry Mugler, Andy Warhol und Jean-Jacques Rousseau. Vor dem strahlenden Blau des Himmels gehen die Kontur ihrer rosagesträhnten Perücke und die Türme des Kölner Doms eine Verbindung seltsam installativen Charakters ein.
Erschienen in SPEX #322 09-10.2009 | 07.09.2009 09:05
Text:
Walter W. Wacht

Eines lässt sich schon nach kurzem Betrachten des neuen Madonna-Videos zur Single »Celebration« festhalten: auch für Madonna sind die Zeiten der fetten Video-Budgets zu Ende – jedenfalls legt der von Regisseur Jonas Åkerlund minimalistisch inszenierte Clip genau dies nahe.
Text:
Die Redaktion
Bundestags-Wahlkampf-Gag nun auch in den USA durch den Kakao gezogen – – – Lady GaGas Stylistin im Interview – – – Eine normale CD-Hülle lässt sich mit dem richtigen Album zum Theremin aufrüsten – – – Zehn Karriereschritte, die zehn Karrieren zerstörten – – – Der Spextrakt.