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Walter W. Wacht

»
Wenn man direkt mit einem Künstler zusammenarbeitet«, antwortet der New Yorker Designer
Zaldy Goco (
siehe Foto links) im Mode-Interview der
aktuellen Spex #331 auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Maßarbeit und Kundenkollektionen, »
ist man immer unmittelbar von dieser Person inspiriert, und davon, wie sie wahrgenommen werden möchte.« Entwarf Zaldy bisher aufwendige Kostüme für Popstars wie Michael Jackson, Lady GaGa, die Scissor Sisters oder Lady Miss Kier (Deee-Lite), so sieht man seine Kleidungsstücke nun erstmals auch im Theater – an den Darstellern von
Bruce LaBruces Inszenierung des »Pierrot Lunaire«. An vier Abenden wird das Stück in Berlin gezeigt.
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Walter W. Wacht, Michael Lutz
»Das ist ein Kampf, wenn auch kein bösartiger«, kommentierte die Regisseurin und Choreografin Monika Gintersdorfer im »Kunstsprache Theater«-Interview in Spex #328 das für Europäer ungewohnte Publikumsgebaren in Abidjan an der Elfenbeinküste. »Das Publikum ist alles andere als still. Da schaltet niemand sein Handy aus, die Leute brüllen ihre Begeisterung oder ihre Aufregung heraus, und im Gegensatz zu Deutschland partizipieren sie auch gerne.« Vom 2. bis 4. September bringt Gintersdorfer mit ihrem langjährigen Bühnenpartner Knut Klaßen das Tanztheater »Rue Princesse« ins Haus der Kulturen der Welt Berlin, im Oktober gastiert »Rue Princesse« in Hamburg.
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Die Redaktion
Als am vergangenen Samstag der Tod von Christoph Schlingensief bekannt wurde, war nicht nur die Trauer in der Spex-Redaktion groß, zahllose Menschen gedachten dem 49-jährig an Lungenkrebs verstorbenen Regisseur. »Wie weit würde ich eigentlich gehen?«, war einer der Gedanken Alec Empires zu Schlingensiefs großen gesellschaftlichen Engagement. Genau wie Frank Spilker (Die Sterne) und Gernot Bronsert und Sebastian Szary Modeselektor erinnert Alec Empire an Christoph Schlingensief.
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Max Dax

Soeben erreicht uns die Nachricht, dass Christoph Schlingensief nach langer, unbarmherziger Krankheit gestorben ist. Obwohl wir uns gut kannten, vielleicht gerade deswegen, haben wir uns in all den Jahren nur zwei Mal »geschäftlich« getroffen – beide Male, um ein Gespräch auf Band aufzuzeichnen.
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Max Dax
Die neue Spex #328 ist ab dem 20. August am Kiosk erhältlich. Max Dax gibt im Editorial einen Überblick über die Themen der aktuellen Ausgabe.
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Walter W. Wacht, Michael Lutz
»Live and direct aus Abidjan« berichtete uns kürzlich des Golden Pudels oberer Zeremonienmeister Jacques Palminger. Der Hamburger dAdA-Texter Palminger alias Heiner Ebber reiste kürzlich gemeinsam mit Carsten »Erobique« Meyer an die Elfenbeinküste, um mit den dort beheimateten Musikern Shaggy Sharoof und Elvis Seconde eine gemeinsame Nummer einzuspielen. Von unterwegs sendete Ebber einen rund zweiminütigen Reisebericht, und wie es sich für eine »Totaler Spinner« betitelte Single gehört, folgte auch die eine und einzige Folge des Palminger’schen Videotagebuchs der Logik der Unlogik. Zu verstehen ist beides als Ausblick auf das von Spex präsentierte Festival Rue Princesse in Berlin und Hamburg.
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Martin Hossbach
Am 19., 20. und 21. Juni spielt das junge Berliner Solistenensemble Kaleidoskop seine ›Konzertinstallation‹ »Hardcore 2« im Radialsystem an der Spree. Spex präsentiert die Abende und empfiehlt zahlreiches Erscheinen. Martin Hossbach sprach anlässlich des Konzertprogramms, das u.a. aus Stücken von Ligeti, Xenakis, Beethoven und Telemann besteht, mit dem künstlerischen Leiter Michael Rauter und Geschäftsführer Volker Hormann.
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Max Dax
Er galt als einer der wichtigsten deutschen Avantgarde-Regisseure und arbeitete ganz selbstverständlich in den unterschiedlichen Disziplinen Film, Theater und Oper, drehte rund 40 Filme in 40 Jahren und war einer der wichtigen Vertreter des ›Neuen Deutschen Films‹. Am Montag starb Werner Schroeter in Kassel im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer überwunden gedachten Krebserkrankung. Genau ein Jahr zuvor erschien in der Welt am Sonntag das untenstehende Interview, in dem Spex-Chefredakteur Max Dax mit Schroeter über das Lebensgefühl bei Nacht, die Erotik der Männer und seinen ersten Film nach dem Krebs sprach.
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Walter W. Wacht

Die Meldung, dass
Chilly Gonzales’
Weltrekord von 27 Stunden für das längste Solo-Klavier-Spiel schon wenige Monate später in der Berliner Bar 25 von
Laura Weider mit 40 Stunden gebrochen und nun vor wenigen Wochen von
Romuald Koperski auf absurde 103 Stunden verbessert wurde, ist das eine. Das andere ist, dass Gonzales den prinzipiell recht nahe liegenden Weltrekord dazu nutzte, um erfolgreich auf eine seiner zahlreichen Qualitäten aufmerksam zu machen: Unerwartete Karrietwists beispielsweise, wie seine musikalische Neuausrichtung vom Indierocker zum elektrisch verstärkten Rapper
zum Solo-Pianisten zum Popmusiker. Und nun zum Begleitmusiker für
Peaches’ Bearbeitung des Musicals »Jesus Christ Superstar«.
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Max Dax, Robert Defcon
In der Nacht zum Donnerstag starb in Hamburg 83-jährig der deutsche Theaterregisseur Peter Zadek. Mitte der Achtziger inszenierte Zadek unter großer Aufmerksamkeit der Presse das Musical »Andi« im Hamburger Schauspielhaus – mit den Einstürzenden Neubauten, die ihm die Musik hierfür lieferten. Statt eines Nachrufes gibt es an dieser Stelle ein Kapitel aus dem Buch »Nur was nicht ist ist möglich« von Max Dax und Robert Defcon, in welchem Blixa Bargeld, Mark Chung, Andrew Unruh, Alexander Hacke und einige weitere Protagonisten die gemeinsame, nicht immer leichte Zeit mit Peter Zadek rekapitulieren.
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Christoph Braun
Tanz. Gilt ja vielen als Lyrik der darstellenden Künste, also als viel zu artifiziell und deshalb doof, zu voraussetzungsvoll und deshalb nicht anschlussfähig ans Pop-Geschehen. Was schon bei Lyrik ein Klischee ist, da sie selbst-ver-ständ-lich zu den verfeinerten Künsten zählt und deshalb ebenso viele Voraussetzungen als Zugangshürden aufbaut wie sagen wir Antony & The Jonsons oder Dubstep, verliert beim Tanz gänzlich an argumentativem Sinn. Stellt sich doch im Tanz die komplette Zurichtungspalette der Zivilisation – mit Foucault gesprochen die »Sorge um sich« – auf die Zehenspitze. Letztes und erfreulicherweise relativ gut gehyptes Beispiel dafür die Extrem-B-Boys und -Fly-Girls von L.A., wie Regisseur, Fotograf und TV-Moderator David LaChapelle sie in »Rize« zeigte, in seinem Dokumentarfilm mit ästhetisierenden Passagen. Ach so, die News: Ab Freitag, den 31. Januar finden in Graz drei Tage voll mit zeitgenössischem Tanzen statt.
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Walter W. Wacht
Nicht erst seit gestern geht das Mantra um, als Musiker müsse man vor allen Dingen Live und im Internet ultravernetzt auftreten, dann liefe das mit dem Geldverdienen schon. Das ist natürlich Blödsinn – Nachwuchskünstler können davon ein Lied singen, wenn sie mit dem Betreiber nach Konzertschluss die Einnahmen durchgingen. In erster Linie muss man immer noch gute Songs abliefern, ob die sich später im Plattenladen, dem Online-Shop oder dem Konzertsaal verkaufen, ist zweitrangig. Eines aber kann man festhalten: wenn man heutzutage – wo sich doch jede zweite Webseite oder Marke irgendwo mit Musik zu assoziieren versucht – Geld verdienen will, dann muss man es schon an die Orte schaffen, wo auch noch für Inhalte gezahlt wird: in die Markenwelt, die Kunst und ins Theater. Und damit zu PeterLicht: