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Walter W. Wacht
Ein bisschen Blut, ein wenig reingrätschen, etwas auf die Nase und die obligatorischen Schäferhunde – ansonsten bleibt in der Welt der Reklame alles beim Alten: Niederlagen, Erfolge, große Emotionen. Der französische Regisseur Romain Gavras (u.a. M.I.A.s »Born Fee«) zeichnete für die aktuellste Werbekampagne eines deutschen Sportartiklers verantwortlich, im neuen Clip laufen die bekannten Testimonials auf: die Fußball-Profis David Beckham und Lionel Messi, die Leichtathletin Blanka Vlašić sowie die Musiker B.O.B (Bobby Ray Simmons) und Katy Perry. Die wahren Stargäste dürften aber mittlerweile Justice sein, die für den Clip einen Ausschnitt ihrer neue Single »Civilization« zur Verfügung stellten.
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Walter W. Wacht
Die Tage bei Sub Pop sind vorbei: Der Rauschbartträger und Folk-Pop-Musiker Samuel Beam alias Iron & Wine hat anlässlich seines neuen Albums »Kiss Each Other Clean« die Plattenfirma gewechselt. Nach vier Alben und diversen EPs auf dem Washingtoner Traditionslabel Sub Pop ist Beam nun bei 4AD Records (in den USA bei Warner Music) unter Vertrag. Seiner Musik tut dies dabei keinen Abbruch, der erste Vorbote des Albums unterstreicht dies.
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Walter W. Wacht
Has it come to this? Let’s push things forward! Zwei Titel aus Mike Skinners bahnbrechendem Debütalbum »Original Pirate Material«, die hier die Brücke zu dem voraussichtlich letzten Langspieler von The Streets bauen sollen. Anfang des Jahres verkündete Mike Skinner entsprechendes, im Frühjahr 2011 soll »Computer and Blues« nun erscheinen, die erste Single kann man vorab anhören.
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Walter W. Wacht
Popmusik definiert sich auch immer über ein sie begleitendes Image. Das Auftreten, die Mode, das Artwork, letztlich auch das Marketing – alles ist Teil der künstlerischen Identität. Wenn man die Schwedin Lykke Li bisher als menschlich grundysmpathische, emotional nahbare und sich modisch auf der Höhe der Zeit bewegende Popsängerin kannte, sollte man nach dem betrachten ihres neuen, fünfminütigen Kurzfilms kurz über das Konzept des Imagewandels nachdenken.
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Walter W. Wacht

Da hilft selbst das beste Haarspray nicht: der bretthart zur Tolle toupierte Afro hält nicht länger Stand. Die afroamerikanische Soul-Sängerin Janelle Monáe ist gerade in der Mitte ihres rund 45-minütigen Sets im Rahmen der Modemesse Bread & Butter angelangt, als ihre Frisur hitzebedingt kollabiert. Kein Wunder: 37 Grad Celsius zeigt das Thermometer auf dem Rollfeld des früheren Verkehrsflughafens Berlin Tempelhof an, und die gefühlte Temperatur liegt weitaus höher. Die 24-jährige Monáe trägt's mit Fassung, rückt die Haare zurecht und setzt ihre furiose Live-Show fort.
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Walter W. Wacht

Auto-Tune überall. Auch Uffie setzt den Effekt in ihrer aktuellen Single »A.D.D. S.U.V.« nicht gerade sparsam ein. Die Ausnahme: Mr. Pharrell Williams Feature-Spot, der dafür über »Ghetto«-dies und »Ghetto«-das referiert.
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Sebastian Hammelehle
Uffie ist der Hype von vor drei Jahren, ihr Konzept ist längst von der kalifornischen Landpomeranze Ke$ha kopiert und in die Charts überführt worden. Zu spät für Uffies Debütalbum ist es aber nicht – denn auf ihm packt sie ihre Geringschätzung für amerikanische Mainstreamkultur in großartige Texte.
Erschienen in SPEX #326 05-06.2010 | 03.06.2010 12:28
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Die Redaktion
Jubiläums-Prints von Warp Records – – – 19 Years of »Being Boring« – – – Musik-Blogs als neues Radio für die Beggars Group – – – Was dürfen Musik-Blogs? – – – Kostenlose MP3s von Solange und Atlas Sound – – – Videos von The Vanities und Patrick Wolf – – – Devendra Banhart im Stream – – – Der Spextrakt.
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Walter W. Wacht
Ist dies das schlechteste Promo-Foto aller Zeiten? Sicherlich nicht. Ist dies aber das schlechteste Promo-Foto dreier Künstler, die sich derzeit allesamt auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befinden? Absolut!
Enstanden ist das Foto während des Videodrehs zu Jay-Zs neuer Single »Run This Town«, wie der Großteil seines neuen Albums »The Blueprint 3« produziert von Kanye West, in der Mitte des Bildes sieht man die im Video mehrfach Kostüme wechselnde Rihanna. Im New Yorker Fort Totten Park wurde der düstere, soziale Unruhen mittels maskierter und Camouflage-tragender Schlägertrupps nahelegende Clip von Regisseur Anthony Mandler gedreht. Beruhigend: statt dem Trend zu folgen und das Modell professionell auszuschöpfen, begnügt sich das Video zu »Run This Town« mit gerade einmal eineinhalb Product Placements: für wenige Augenblicke ist ein neuer Adidas-Sneaker zu sehen, die schwere Limousine von BMW hat man sicherheitshalber gleich in Brand gesetzt.
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Walter W. Wacht
Bei genauerer Überlegung fällt auf, dass sich die zweite Gossip-Single »Love Long Distance« bestens zur High Time in der Roller-Disco eignet. Dort spielt das neue Musikvideo zum Song, in hautenge Jumpsuits bzw. Bodys verpackt sieht man Ditto und Band über das von der Disco-Kugel illuminierte Rollfeld kreisen, die Köpfe wurden jeweils durch überdimensionierte und mit Charakter-Animationen verzierte Luftballons ersetzt. Die neue Arbeit von Partizan-Regisseur Joel Trussell, der vor einigen Jahren mit Jason Forrests »War Photographer« sowie weiteren Animations-Clips für u.a. Jakob Dylan, M. Ward, Morcheeba und Coldcut brillierte, wirkt allerdings etwas zwiespältig:
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Walter W. Wacht
Das ist schon eher die Art Video, die wir uns von Little Boots sehen wollten: der Clip zur ersten Single »New in Town« hatte zwar nette Choreografien, war aber ansonsten relativ substanzlos: eine wirre Geschichte und merkwürdige Kameraeinstellungen ließen den Film unrund wirken. Über das Video zur nächsten, Mitte August erscheinenden Single »Remedy« aus dem Album »Hands« ließe sich nun zwar Ähnliches sagen, aber hier muss man im positiven Sinne relativieren:
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Alexander Müller
Du hast den Eindruck, dass dies nicht dein Leben ist und dir jemand ein Messer im Rücken herumdreht, dass die Zeiten härter werden und die Straßen, auf denen Du reist, rauer? Sorge dich nicht, Baby, denn Wilco werden dich lieben und dir eine starke Schulter bieten, genauer gesagt: »A sonic shoulder for you to cry on«. So singen Wilco auf ihrem siebten Studioalbum, im Stück »Wilco (The Song)«, und lassen sich dabei antreiben von einem rostigen Gitarrenriff. Musik als lebensrettender Trostspender also, gewitzt und eingängig zugleich; eine ironische Liebeserklärung an die Fans, fernab der früher bisweilen zur Selbstzerfleischung neigenden Lyrics von Sänger und Gitarrist Jeff Tweedy.