Sun Ra

Motor City Drum Ensemble

DJ-Kicks

Text: Gerd Janson

dj-kicks-motorcity-drum-ensemble-coverDas Konzept des Wunderkindes ist beliebt, besonders in der Musik. Menschen, die trotz oder gerade wegen ihrer Jugend sensationelle Fähigkeiten auf dem Gebiet der Klangerzeugung beweisen, können sich der Bewunderung ihres Alters und dem sich ins Unendliche fortsetzenden Echo darauf sicher sein. Man schlage bei Thomas Mann und seiner gleichnamigen Kurzgeschichte nach. Der Stuttgarter Danilo Plessow kennt die Leier.                            

 
 

Jazz-Revolutionäre auf kultureller Odyssee

Das kosmische Kollektiv The Pyramids spielt nach über 30 Jahren wieder in Europa

Text: Daniel Fersch



Im Windschatten von Sun Ras afrofuturistischer Jazz-Revolution der frühen Siebziger Jahre waren The Pyramids das wohl mysteriöseste unter den Kollektiven, die neben den Grenzen der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten auch neue Formen des Zusammenlebens ausloteten. Die Gruppe um den ruhelosen Saxophonisten Idris Ackamoor schuf zwischen 1971 und 1977 mit ihrer Mischung aus hymnischen Saxophonimprovisationen und ungezügelten Trommel-Freakouts eine psychedelische Musik, die gleichzeitig nach Amerika, Europa und Afrika klang. Drei Jahre nach seiner Wiedervereinigung macht das Kollektiv nun im Rahmen seiner Europa-Tour auch für Konzerte in Frankfurt, Berlin, München und Hamburg Station.                            

 
 

Spectrum - Unterwegs im Mai

Text: Christoph Braun
SpectrumZen und Neudefinitionen der guten, alten Farbenüberschuss-Ästhetik gehen für Spectrum unter einen Gitarren-Akkord. Das Sound Design des ehemaligen Einwohners von Rugby, der zusammen mit Jason Pierce die Spacemen 3 gründete, destilliert die Geschichte psychoaktiver Musiken. Heraus kommen diese langsam schwingenden, bei aller Introspektive doch leichten Klangskulpturen. Voll schön irgendwie, dass er im Mai mal wieder kommt. Wenn er dann in Berlin auch noch nach dem australischen Ultraminimal-Drone-Duo Minit aufspielt, dann erleben wir ein Neopsychedelisches Gathering.                            
 
 

They Came From The Stars I Saw Them - Album

Text: Christoph Braun
They Came From the Stars I Saw ThemMittlerweile tourt A.J. Holmes ja als The King Of The New Electric Hi Life durch die Lande. Seine alte Band aber macht sich zur Zeit auch  nicht schlecht: They Came From The Stars I Saw Them veröffentlichen auf Onomatopoeia Records ihr Black Album. »They Came From The Stars I Saw Them vs Reality« wurde an zwei Frühlingstagen 2002 aufgenommen, für unkonsumierbar befunden, und dann immer und immer wieder von der Band selbst gesamplet und rekonfiguriert.                            
 
 

Burial

Untrue

Text: Davide Bortot

Entstanden als begrifflicher Notnagel im steten Fluss der britischen Breakbeat-Evolution, hat das Fantasiekonstrukt Dubstep mittlerweile ein beachtliches Eigenleben entwickelt. Grime-MCs fallen rudelweise über Benga & Cokis Spätsommerhymne »Night« her, jeder halbwegs ambitionierte Techno-DJ brüstet sich mit mindestens einer DMZ- oder Hyperdub-Maxi in seiner Kiste, k& ...                            

 
 

Christian Broecking – »Jeder Ton eine Rettungsstation«

Text: Christoph Braun
Christian BroeckingChristian Broecking lesen bringt immer was. Information und Entertainment: Alleine schon durch Titel wie »Jeder Ton eine Rettungsstation«, so der neue Interview-Band des Jazz-Publizisten, vermittelt Broecking sein brennendes Interesse an der Musik wie auch seinen Humor, denn durch die flapsige Übersetzung schwingt der englischsprachige O-Ton noch mit. Der Band erscheint im Verbrecher-Verlag und versammelt Interviews mit Musikern wie Yusef Lateef und Dewey Redman und weiteren Aktivisten der politisch agierenden Jazz-Avantgarde wie William Parker vom Visions Festival in New York oder Marshal Allen, dem derzeitigen Leiter des Sun Ra Arkestra. Dabei interessiert sich Broecking besonders für die gesellschaftlichen und natürlich auch die ästhetischen Bedingungen der Musik, die für eine afro-amerikanische Avantgarde bis heute doppelt widrig sind. Der Dozent für Musikjournalismus an der Goethe-Universität Frankfurt beschließt damit seine Interview-Trilogie, deren ersten beiden Bände »Respekt« und »Black Codes« ebenfalls beim Verbrecher Verlag erhältlich sind. Zum Abschluss  ein kleines Dankeschön für den Sun Ra-Bewunderer Broecking:                            
 
 
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