Text:
Christoph Braun

»
Verschwende deine Jugend« und »
Dorfpunks« mögen allen Nachgeborenen klargemacht haben, dass Punk weder etwas mit Lederjacken, noch mit Sicherheitsnadeln oder Linkssein zu tun hatte. Der Tenor der gegenwärtigen Punk-Diagnostik lautet eher: Punk hat den Individualismus radikalisiert. Klingt schwach, muss aber so sein, da Punk ja längst die Weltgesellschaft stützt. Drei lustige Phänomene hier.
Text:
Christoph Braun
Peter Heingeht so durch die Stadt. Was er dabei erlebt, das landet in »
Geht so«. Ja, der in Düsseldorf und Wien lebende
Fehlfarben-Sänger hat ein Buch geschrieben: Literarische Stadterkundungen durch Salzburg, Hamburg und Berlin; Tuttlingen, Wetzlar, »Irgendeine« oder auch »Scheisskaff«.
Text:
Christoph Braun

Das ist »Too Much Future«:
»too much future ist der Titel einer Reihe von Veranstaltungen, Umtrieben und Publikationen, welche die Punk-Bewegung in der DDR dokumentieren und kritisch reflektieren sollen. Dabei bezieht sich unser Interesse nicht auf eine Heimatkunde der DDR-Subkultur in den 80er Jahren. Indem wir die Geschichte von Punk im Osten Deutschlands porträtieren, widmen wir uns der Wirkungsgeschichte von Punk bis zum heutigen Tag - mit all ihren Konsequenzen, mit all ihren Abweichungen. Also auch der Geschichte einzelner Aktivisten über deren Zeit als Punk und über das Ende der DDR hinaus.«
So steht es auf der
too much future-Homepage, und auch die ist bereits ein geeignetes Medium, sich einen ersten Überblick über Punk in der DDR zu verschaffen. In diesem Spätsommer werden dem Web-Wissen über das Sujet einige Publikationen beiseite bestellt. So veröffentlicht der
Verbrecher Verlag erneut das gleichnamige Buch »Too Much Future«, für das Henryk Gericke und Michael Boehlke als Herausgeber fungieren. Ursprünglich erschien der Band zu einer Ausstellung vor zwei Jahren in Berlin; die 800er-Auflage war jedoch binnen 48 Stunden vergriffen. Zwar konzentriert sich das Buch auf die Zentren Berlin und Leipzig, bezieht sich laut Pressemitteilung aber auch auf weitere Städte wie Weimar und Dresden.
Zudem ist seit 17.8. in Dresden die
Ausstellung »Too Much Future« zu sehen. Der Kinofilm
»Ostpunk! Too Much Future« läuft am 23.8. in allen Großstädten des Landes an.
Text:
Christoph Braun
Billy Childish sagt: »Ich finde, eine Band sollte immer etwas vor ihrer Zeit aufgelöst werden«, und Billy Childish handelt. Zwar hat soeben noch Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe in einem Interview Werbung gemacht für Billy Childishs Buff Medways, indem er diese verrückte, aber großartige Band als »verrückte, aber großartige Band« bezeichnete und ihr geiles Album »Medway Wheelers« als »geiles Album«. Nun aber ist Schluss mit den Buff Medways und ihrem rauhen, melodieseeligen Pub-Punk. Nichtsdestotrotz geht Billy Childish wieder auf Tour, und im September ist er mit zwei neuen Bands zu sehen. Während Billy Childish & The Musicians Of The British Empire im Berliner Bassy und in der Kölner Werkstatt spielen, verwandeln sie sich in Berlin ein Tag nach ihrem Konzert in die Chatham Singers, die statt dem rauen, melodieseeligen Pub-Punk der Musicians Of The British Empire eher Blues und Folk spielen und auch noch Gedichte vortragen möchten. Lyrik mit Blues und Folk, so etwas können wir niemandem anvertrauen. Niemandem, außer Billy Childish.
Billy Childish & The Musicians Of The British Empire
20.09. Berlin, Bassy
21.09. Berlin, tba (als Chatham Singers)
22.09. Köln, Werkstatt
Text:
Max Dax
Die Einladung klang verlockend. Mark E. Smith ließ über seine Agentin vermelden, dass er gerne über sein neues Album »Reformation Post TLC« plaudern würde. In Manchester, in seinem Lieblings-Pub. Die Geschichte hinter dem 25. Studioalbum seiner Karriere versprach einen guten Nachmittag – war doch zuletzt einiges passiert. Im Mai 2006 waren The Fall auf Tournee durch Arizona, als Mark E. Smith in Phoenix während seines Auftritts im Brickhouse Theater mit einer Bananenschale beworfen wird. Smith bricht den Gig ab. Schon am Abend zuvor, während einer endlosen Fahrt von Tucson nach Phoenix, schüttete Smith dem eigenen Fahrer und Tour-Manager bei voller Fahrt einen Humpen Bier über den Kopf. In Phoenix angekommen, quittierte dieser den Job und verließ die Band mitsamt dem Bus. Nach dem Konzert in Phoenix streikten auch die Musiker – bis auf Keyboarderin Elena Poulou, die Ehefrau Smiths. Das war das Ende des 52. Line-Ups von The Fall.
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 19.04.2007 00:00
Text:
Ole Wagner
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 16.04.2007 00:00
Text:
Martin Hossbach
Der Pudel in Hamburg wurde zum Schluss immer enger. Nach ein Uhr am Wochenende war es stets so voll, dass wir uns wie auf einem ausverkauften Konzert fühlten. Keinen Zentimeter vor, keinen Zentimeter zurück, Tanz unmöglich. Höchste Zeit also, den Golden Pudel Club auszubauen. Das tun die Pächter Schamoni und Kamerun jetzt, die Toiletten sollen nach draußen, oben zieht wohl ein Büro ein, und beide legen selbst Hand an, wie unlängst in einem SZ-Artikel über erfolgreiche deutsche Kunstmänner zu lesen war.
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 02.04.2007 00:00
Text:
Robert Defcon
Steve Morell ist Hochenergetiker, ständig unter Strom, und er ist ein Idealist, der gerne teilt, wenn es darum geht, etwas Gutes voranzubringen.
Morell: »Alles, was du gibst, kommt eines Tages zu dir zurück.« Bei dem einen oder anderen wirtschaftlich riskanten Manöver gibt er zuweilen mit punkigem Grinsen mehr, als er sich eigentlich leisten könnte, aber Kompagnon Emma Eclectic, mit der er auch als DJ-Duo und Band The Scandals auftritt, sorgt inzwischen bei seinem Label Pale Music für ökonomische Vernunft.
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 02.04.2007 00:00
Text:
Detlef Diederichsen

Als Herausgeber feiner und durchdachter Compilations konnte sich das Londoner Haus Soul Jazz in den letzten Jahren einen untadeligen Ruf erwerben. Das vorliegende Produkt bestätigt ihn indes nicht.
Wobei der Ansatz zunächst ja ganz vielversprechend ist: also nicht die umpfste New-Wave-Compilation, weil’s gerade so gerne genommen wird, sondern ein Heranpirschen a ...
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 30.03.2007 00:00
Text:

Das fühlt sich schon wieder an wie 2005. Als »A Certain Trigger« Münder weit offen stehen liess. Und auch wenn »Our Earthly Pleasures« nicht mehr die musikalische Überraschung ist, die Maxïmo Park zu Beginn ihrer Karriere auslösten, so ist es dennoch eine Sensation geworden. Ein Album, das die Kinnladen schön weit runterklappen lässt. Um e ...