Text:
Daniel Fersch
Laut der offiziellen YouTube-Statistik müsste man als Zuschauer fast acht Jahre seines Lebens investieren, um alle Videos, die an einem einzigen Tag auf die Plattform hochgeladen werden, vollständig anzusehen. Dieses gigantische Archiv an frei verfügbarem audiovisuellen Material macht sich der Online-TV-Kanal Network Awesome für sein täglich wechselndes Programm zu nutze. So widmet sich Network Awesome ab heute etwa für eine ganze Woche den WOMEN OF PUNK.
Text:
Daniel Fersch
Die Punk-Ikone POLY STYRENE ist gestern im Alter von 53 Jahren an den Folgen einer Brustkrebserkrankung gestorben. Styrene, die mit bürgerlichem Namen Marianne Joan Elliott-Said hieß, wurde in den Siebziger Jahren als Sängerin und Songschreiberin der Band X-Ray Spex bekannt. Erst vor neun Tagen war ihr zweites Soloalbum Generation Indigo erschienen.
Text:
Daniel Fersch
Was tun, wenn einem in einem niederbayerischen Dorf die Decke auf den Kopf fällt? FRITTENBUDE haben dafür eine Lösung parat: Sich mit Drumcomputer, Gitarre und Mikrofon bewaffnen und die Rebellionsgelüste durch Technopunk zum Ausdruck bringen. Das Trio steht bei der Hamburger Plattenfirma Audiolith unter Vertrag und arbeitet gemeinsam mit Label-Genossen wie Egotronic am Konzept eines Partysounds, der Hedonismus mit politischer Korrektheit verbindet.
Text:
Michael Lutz
HGich.T sind eine drogenverherrlichende, lasterhafte Art-Truppe aus Hamburg, die sich jeglicher zivilisatorischer Konditionierung widersetzt. Wenn sie in Bauarbeiterjacken halbnackt auf die Bühne stürmen, wird der Freak-out zum Normalzustand. Ihre grenzdebilen Performances zeigen überdies, dass ein gewissenhaft aus geführter Totalabsturz durchaus zur Kunst werden kann.
Text:
Daniel Fersch

»Black Hole« heißt eine gerade erschienene Compilation, die Songs aus ersten kalifornischen Punkwelle der Jahre 1977 bis 1980 versammelt. Zusammengestellt von dem Musikjournalisten und Kulturhistoriker Jon Savage bietet sie erstmals einen umfassenden Überblick über die Bands einer zur Unrecht vernachlässigten Phase der Punkgeschichte. Wir haben drei Stücke des Samplers zum Vorhören im Stream.
Text:
Lutz Happel

Gestern ist Arianna Forster, bekannt als Ari Up, Sängerin der frühen britischen All-Female-Punkband The Slits, im Alter von 48 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Ari Up gründete die Band im Alter von 14 Jahren in London zusammen mit der Schlagzeugerin Paloma Romero alias Palmolive. Mit den Alben »Cut« (1979) und »Return of the Giant Slits« (1981) wurden The Slits in der Punkszene der Achtziger rasch zu Wegbereiterinnen der Riot-Grrrl-Bewegung und zu einer der wichtigsten Post-Punk-Referenzen für spätere Bands wie Hole, Bikini Kill oder Sleater-Kinney.
Text:
Walter W. Wacht
Zuweilen scheinen Musikvideos vielschichtiger und hintergründiger angelegt, als man auf den ersten Blick meinen mag. Wo man im neuen Clip zu Bonapartes »Boycott Everything« der Agentur Pfadfinderei ein beliebig angelegtes und mit Bildmontagen arbeitendes No-Budget-Video zu sehen glaubt, widerspricht ihr Label Staatsakt mit einem Augenzwinkern.
Text:
Christoph Braun

»
Verschwende deine Jugend« und »
Dorfpunks« mögen allen Nachgeborenen klargemacht haben, dass Punk weder etwas mit Lederjacken, noch mit Sicherheitsnadeln oder Linkssein zu tun hatte. Der Tenor der gegenwärtigen Punk-Diagnostik lautet eher: Punk hat den Individualismus radikalisiert. Klingt schwach, muss aber so sein, da Punk ja längst die Weltgesellschaft stützt. Drei lustige Phänomene hier.
Text:
Christoph Braun
Peter Heingeht so durch die Stadt. Was er dabei erlebt, das landet in »
Geht so«. Ja, der in Düsseldorf und Wien lebende
Fehlfarben-Sänger hat ein Buch geschrieben: Literarische Stadterkundungen durch Salzburg, Hamburg und Berlin; Tuttlingen, Wetzlar, »Irgendeine« oder auch »Scheisskaff«.
Text:
Christoph Braun

Das ist »Too Much Future«:
»too much future ist der Titel einer Reihe von Veranstaltungen, Umtrieben und Publikationen, welche die Punk-Bewegung in der DDR dokumentieren und kritisch reflektieren sollen. Dabei bezieht sich unser Interesse nicht auf eine Heimatkunde der DDR-Subkultur in den 80er Jahren. Indem wir die Geschichte von Punk im Osten Deutschlands porträtieren, widmen wir uns der Wirkungsgeschichte von Punk bis zum heutigen Tag - mit all ihren Konsequenzen, mit all ihren Abweichungen. Also auch der Geschichte einzelner Aktivisten über deren Zeit als Punk und über das Ende der DDR hinaus.«
So steht es auf der
too much future-Homepage, und auch die ist bereits ein geeignetes Medium, sich einen ersten Überblick über Punk in der DDR zu verschaffen. In diesem Spätsommer werden dem Web-Wissen über das Sujet einige Publikationen beiseite bestellt. So veröffentlicht der
Verbrecher Verlag erneut das gleichnamige Buch »Too Much Future«, für das Henryk Gericke und Michael Boehlke als Herausgeber fungieren. Ursprünglich erschien der Band zu einer Ausstellung vor zwei Jahren in Berlin; die 800er-Auflage war jedoch binnen 48 Stunden vergriffen. Zwar konzentriert sich das Buch auf die Zentren Berlin und Leipzig, bezieht sich laut Pressemitteilung aber auch auf weitere Städte wie Weimar und Dresden.
Zudem ist seit 17.8. in Dresden die
Ausstellung »Too Much Future« zu sehen. Der Kinofilm
»Ostpunk! Too Much Future« läuft am 23.8. in allen Großstädten des Landes an.
Text:
Christoph Braun
Billy Childish sagt: »Ich finde, eine Band sollte immer etwas vor ihrer Zeit aufgelöst werden«, und Billy Childish handelt. Zwar hat soeben noch Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe in einem Interview Werbung gemacht für Billy Childishs Buff Medways, indem er diese verrückte, aber großartige Band als »verrückte, aber großartige Band« bezeichnete und ihr geiles Album »Medway Wheelers« als »geiles Album«. Nun aber ist Schluss mit den Buff Medways und ihrem rauhen, melodieseeligen Pub-Punk. Nichtsdestotrotz geht Billy Childish wieder auf Tour, und im September ist er mit zwei neuen Bands zu sehen. Während Billy Childish & The Musicians Of The British Empire im Berliner Bassy und in der Kölner Werkstatt spielen, verwandeln sie sich in Berlin ein Tag nach ihrem Konzert in die Chatham Singers, die statt dem rauen, melodieseeligen Pub-Punk der Musicians Of The British Empire eher Blues und Folk spielen und auch noch Gedichte vortragen möchten. Lyrik mit Blues und Folk, so etwas können wir niemandem anvertrauen. Niemandem, außer Billy Childish.
Billy Childish & The Musicians Of The British Empire
20.09. Berlin, Bassy
21.09. Berlin, tba (als Chatham Singers)
22.09. Köln, Werkstatt
Text:
Max Dax
Die Einladung klang verlockend. Mark E. Smith ließ über seine Agentin vermelden, dass er gerne über sein neues Album »Reformation Post TLC« plaudern würde. In Manchester, in seinem Lieblings-Pub. Die Geschichte hinter dem 25. Studioalbum seiner Karriere versprach einen guten Nachmittag – war doch zuletzt einiges passiert. Im Mai 2006 waren The Fall auf Tournee durch Arizona, als Mark E. Smith in Phoenix während seines Auftritts im Brickhouse Theater mit einer Bananenschale beworfen wird. Smith bricht den Gig ab. Schon am Abend zuvor, während einer endlosen Fahrt von Tucson nach Phoenix, schüttete Smith dem eigenen Fahrer und Tour-Manager bei voller Fahrt einen Humpen Bier über den Kopf. In Phoenix angekommen, quittierte dieser den Job und verließ die Band mitsamt dem Bus. Nach dem Konzert in Phoenix streikten auch die Musiker – bis auf Keyboarderin Elena Poulou, die Ehefrau Smiths. Das war das Ende des 52. Line-Ups von The Fall.
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 19.04.2007 00:00