Text:
Die Redaktion
Bissige Worte zur »Selbstbeweihräucherungs-Chose« Echo – – – Weise Worte Žižeks zum Kapitalismus – – – Keine Worte zu Joy Orbison – – – Englische Worte zu einem deutschen Schlachtertreffen – – – Erste Worte zu Mike Skinners vorerst letzten Album – – – Ohne Worte: Live-Shows bzw. -Sets von Pavement bzw. Autechre – – – Der Spextrakt: Wort!
Text:
Walter W. Wacht

Als wir vor bald einem Jahr an anderer Stelle über »One Pig«, das Konzeptalbum des britischen Komponisten und Künstlers Matthew Herbert berichteten, schloss der Beitrag mit der Frage, wie wohl die Tierschutzorganisation PETA auf Herberts Vertonung des Lebenszyklus eines Schweines reagieren würde. Die Reaktion von Peta liegt nun vor: Ablehnung, kategorische! In einem auf Matthew Herberts »One Pig«-Blog veröffentlichten Artikel liest sich die Reaktion von PETA International so:
Text:
Walter W. Wacht

Ein ganzes Album, zugeschnitten auf einen einzigen Club samt seines Publikums, aufgenommen innerhalb von zwei Stunden an einem Abend: Der Musiker, Komponist und Produzent Matthew Herbert hat in seiner Karriere schon viele zunächst bizarr anmutende Album-Konzepte gewagt, sie aber letztendlich stets in einer schlüssigen Form präsentiert. Am kommenden Mittwoch wird er – wir berichteten – im Frankfurt-Offenbacher Club Robert Johnson die Arbeit zu seinem zweiten 2010 erscheinenden Album aufnehmen, einer Vertonung jeder Nische des Robert Johnsons samt Einrichtung und Publikum. Herbert erläutert:
Text:
Walter W. Wacht
Aufnahmen des blauen Himmels, welker Blätter an dürren Ästen, darüber die grobkörnig dargestellte Silhouette von Sängerin Micachu. Für das Musikvideo zu »Turn Me Well« der britischen Twee-Noise-Band Micachu & The Shapes scheint nicht das größte Budget zur Verfügung gestanden haben – dennoch wirken Musik und Bilder stimmig, arbeitet der Clip mit denselben Be- und Entschleunigungseffekten, die auch die rauen, kantigen und ruppigen Songs der von Matthew Herberts Label Accidental Records protegierten Band prägen.
Text:
Die Redaktion
CD-Jewel-Cases zu Häuserfassaden – – – Thom-Yorke-Gerüchte zu Thom-Yorke-Wahrheiten – – – Matthew-Herbert-Schweinereien zu lebendigen Projekten – – – Außerdem: ein MP3-Minimix von Hudson Mohawke – – – Boys Noize & Erol Alkan mit neuen Songs im Stream – – – Blumentopf mittels Video zur Wähler-Aktivierung – – – SZ mit Pop und Staatsknete – – – Und: Metal nervt – – – Der Spextrakt.
Text:
Walter W. Wacht
Beginnen wir diesen Text mit einem Kalauer: Matthew Herbert hat bisher kein Schwein gehabt. Seit der Ankündigung Ende Mai wartet der britische Musiker vergeblich auf die Geburt eines Ferkels, dessen Leben und Tod er im weiteren Verlauf akustisch einzufangen und in Albumform zu bringen gedenkt. Kein Wunder also, dass sich der derzeit unterbeschäftigte Herbert nach anderen Projekten umsieht. Ende September erfolgt der Beschäftigungstherapie erster Streich, Matthew Herbert plant eine Hommage an eine der reinsten Formen des Feierns von Musik: Herbert wird den Offenbacher Club Robert Johnson samt Publikum und Toiletten vertonen.
Text:
Walter W. Wacht
Vor wenigen Tagen informierten wir an anderer Stelle über die letzten Aktivitäten des Komponisten und Accidental Records-Betreibers Matthew Herbert: seinen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2009, der bei genauerer Betrachtung der Veranstaltung in Moskau als wahres Highlight des Abends gewertet werden darf. Nun informierte uns Herbert über sein zukünftiges Projekt: die Geburt, Aufzucht, Schlachtung, Zubereitung und den Verzehr eines Schweins. Und dessen Klangs.
Text:
Walter W. Wacht
Jedes Jahr dieselbe Frage: soll man den Eurovision Song Contest nun ansehen – oder lieber nicht? Im vergangenen Jahr lohnte es sich eine Weile wegen Sébastien Telliers Auftritt mit Golf-Cart, bärtigen Backgroundsängerinnen und einer nachlässig aufgeblasenen Plastik-Weltkugel – der Rest des Abends war ein musikalisches Trauerspiel. In diesem Jahr könnte es in Moskau zumindest wegen den Einspielern der jeweiligen Teilnehmerländer interessant werden: diese wurden allesamt von Accidental Records-Chef und Bigband-Musiker Matthew Herbert komponiert.
Insgesamt 42 rund 30-sekündige Programmtrenner zur Vorstellung der Teilnehmer-Länder und Kandidaten vertonte Herbert, im Rahmen des heutigen bzw. am Donnerstag stattfindenden Halbfinales und der Abschluss- sowie Finalshow am Samstag wird man die Kompositionen hören (siehe dazu auch das untenstehende Video der Kostümproben). Dabei scheint sich Herbert in dieser Rolle allerdings nicht zu gefallen: seinen inneren moralischen Konflikt illustriert nicht nur unsere nebenstehende Fotomontage, sondern besonders seine Email, die die Redaktion heute Vormittag erreichte:
Text:
Michael Lutz
Politische Aussagen in elektronische Musik zu verpacken ist kein leichtes Unterfangen, weshalb die Konzept-Musik Matthew Herberts nur wenige Referenzen kennt. Sein Ansatz ist dabei meist so simpel wie genial. Es geht um Themen, die jeder kennt, beispielsweise: Essen. Auf »Plat du Jour« (Accidental, 2005), Herberts kritischem Statement zur industrialisierten Massenproduktion von Lebensmitteln, hört man das Geräusch, das ganze Hundertschaften obsthungriger Humanoiden beim gleichzeitigen Biss in einen knackigen Apfel erzeugen. Oder er versaut einem mit dem panischen Gegacker von 30.000 Industriehühnern den Appetit auf dieselben. Trotz solch verstörender Field Recordings lassen sich seine inspirierten Tracks aber auch ohne politischen Kontext genießen – es sind einfach unglaublich gute Stücke.
Wenn Matthew Herbert mit seiner Big Band Platten veröffentlicht, dann tut er das sinnigerweise unter dem Namen The Matthew Herbert Big Band. Und auch hier reflektiert die Musik eine grundlegende Idee, weshalb sie schon vor dem ersten Ton Aussagen über politische und gesellschaftliche Phänomene trifft – etwa indem Herbert sein Big Band-Ensemble als »Methapher für Demokratie« begreift, wie er im Rahmen der Reihe »Vorspiel« in Spex #317 zu Protokoll gab.
Text:
Christoph Braun
Tobi Müller, lange Jahre Feuilleton-Redakteur beim Zürcher Tagesanzeiger, und der Musikchef des Schauspiels Leipzig und Spex-Autor Christoph Gurk haben ein Festival auf die Beine gestellt. Es kümmert sich um die offenen Fragen von »Musik nach der Digitalisierung«, nennt sich »Dancing With Myself« und verspricht einen Mix aus Theorie und Plaisir.