Text:
Walter W. Wacht
Vor einigen Tagen fragte @BigTua auf Twitter: »Die Spex ist ja inhaltlich ein durchaus interessantes Magazin. Aber: Warum wollen die denn ›unbedingt‹, dass alle schwul werden?« Eine amüsante wie dämliche Frage, die Antwort darauf ist sehr einfach: Wir wollen gar nicht, dass alle schwul werden, aber wir haben auch rein gar nichts dagegen. Einige der besten Popsongs der Musikgeschichte stammen schließlich von schwulen, lesbischen oder sonstig queeren Künstlern, die ihrerseits das Gender-Thema behandeln. Siehe jüngst Lady GaGa, siehe aber auch MEN, die Elektropop-Band um die frühere Le-Tigre-Musikerin JD Samson, die ihrer Hymne auf queere Selbstermächtigungen soeben ein neues Musikvideo verpasst haben.
Text:
Oskar Piegsa
Das Thema Regenbogenfamilie ist im Pop angekommen: »I’m gonna fuck my friends and get a little tiny baby«, singt JD Samson im Song »Credit Card Babie$« ihrer queeren Elektropop-Band Men. »Es geht um die Hürden, die dem Kinderwunsch von Lesben und Schwulen in den Weg gelegt werden«, sagt Samson und meint damit auch finanzielle Hürden. »Why don’t you adopt / Borrow someone’s cock«, heißt es in dem Song – schließlich gibt es billigere Wege, an ein Kind zu kommen, als für den Gegenwert eines Kleinwagens in der Samenbank shoppen zu gehen. Strategischer Sex mit schwulen Freunden zum Beispiel.
Erschienen in SPEX #327 07-08.2010 02.07.2010 | 25.06.2010 08:28
Text:
Philipp Ekardt
In ihrem Kunstwelt-Song »Art Rules« (2007) sangen Chicks on Speed über den New Yorker Galeristen Jeffrey Deitch: »Always in the front row, it’s Jeffrey Deitch, the heat-seeking missile«. Das Stück schaffte es damals in die vorderen Ränge der Spex-Jahrescharts, und zumindest diese Textzeile hat sich vor einigen Tagen als immer noch treffend bewiesen: Wie Anfang letzter Woche bekannt wurde, wird Deitch neuer Chef des seit Längerem in Lethargie verfallenen Museum of Contemporary Art (MOCA) in Los Angeles – und damit hat er einigen Krach verursacht.
Text:
Christoph Braun
JD Samson und Joanna Fateman von Le Tigre sind MEN. Dieses 2/3 der New Yorker Feminist-Dance-Indies Le Tigre produziert nach Konfetti klingende MashUps von Pophits und Tanzbits. Wie bereits erwähnt, kommen MEN auf Tour mit ihrer All-Style-All-Genders-Party, während derer sich Missy Elliott, Indie Rock, Ragga und Electro gegenseitig abklatschen. Laut Le Tigre-Homepage ist die Band derweil an den Vorbereitungen einer Live-DVD, auf der viel selbstgedrehtes Bildmaterial benutzt werden soll. Womöglich hat ja die in New York gebliebene Kathleen Hanna den Job des Vorabsichtens übernommen. Hier also die Euro-Daten für MEN:
Text:
Christoph Braun

Klingen super, die MashUps, die
Men auf ihrer MySpace-Seite anbieten. Da verwursten sie Missy Elliott, Ragga-Beats und Indie-Electro zu supremer All-Style-All-Gender-Party-Musik. Gut also, dass Men im Herbst aus New York über den Atlantik machen und unter anderem auch in Deutschland rasten. Die Booking-Agentur stellt gerade die Termine zusammen, vorgesehen sind zwei Wochen in der zweiten Oktoberhälfte. Men bestehen aus JD Samson und Johanna Fateman, sind also zwei Drittel
Le Tigre. Zur Zeit touren sie als DJ/ MashUp-Team durch die Staaten und arbeiten laut Agentur an eigenen Tracks. Derweil erkundet die dritte Le Tigre die Gefilde des Pädagogischen. Kathleen Hanna unterstützt als Lehrerin das
»Willie Mae Rock Camp«, ein Pop-Workshop für Mädchen, der alljährlich in Brooklyn stattfindet. Damit nicht genug: ab kommenden Trimester unterrichtet sie eine Kunstklasse der
New York University. Laut Le Tigre-Homepage pausiert die Band zur Zeit ; von einer Auflösung ist dort entgegen der Eintragung auf der deutschen
Wikipedia-Seite nichts zu lesen.
Text:
Walter W. Wacht

Ja, sie ist die Stimme aus »Young Folks«, jenem Peter, Bjorn & John-Hit, der es zur unterirdischen Coverversion von Nina Hagen, Stefan Remmler und Oliver Pocher sowie einem Sample Kanye West's gebracht hat. Eine der Anekdoten, die Victoria Bergsman alias Taken By Trees sicherlich hilfreich bei ihrer Solokarriere ist, andererseits aber ebenso anstrengend-nervig sein dürfte.
Di ...
Text:
Walter W. Wacht

»D-D-Don't Stop The Beat« war eine kleine Sensation, auch wenn manche da deutlich anderer Meinung waren. Das Homo-Hetero-Gespann Jeppe Breum Larsen und Jesper Mortensen alias Junior Senior peitschte auf ebendiesem Album das Tempo von Funk-Pop zu Funk&Bass, oder wie auch immer man eine knallbunte Achterbahnfahrt auf lauten Beats sonst so nennt. Letzten Endes ging die Platte trotz za ...