Text:
Matea Prgomet

Der letzte Musikvideo-Artikel liegt etwas zurück. Zeit, die neuen imposanten Werke von Lady Gaga, Patrick Wolf, The Rapture und Fleet Foxes zu besprechen.
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Daniel Fersch
Kaum ist die neue Spex-Ausgabe #333 am Kiosk, da wird sie bereits musealisiert: Das Duisburger Lehmbruck-Museum, in dem Wolfgang Tillmans unsere Titelheldin Lady Gaga in ungewohnt natürlichem Styling ablichtete, richtet einen Gaga-Parcours ein, der an das Shooting erinnern soll.
Text:
Daniel Fersch
Das SAXOFON genießt im Pop nicht unbedingt den besten Ruf: Als spontane Assoziation drängt sich etwa Joe Cockers Version von Randy Newmans You Can Leave Your Hat On auf, die in Folge des 80er-Softsex-Vehikels 9 1/2 Wochen zum Synonym für schmierige Striptease-Musik verkam. Oder die Crossover-Truppe Dog Eat Dog, die in den Neunziger Jahren jedes ihrer Fun-Rap-Stücke mit einem nölenden Saxsolo verunstaltete. Doch es scheint, als würde dieses - durchaus würdevolle - Instrument in diesem Sommer eine Chance zur Rehabilitation seines angeknacksten Rufs bekommen.
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Die Redaktion
Im Editorial der Juli/August-Ausgabe stellt die Redaktion die Titelstrecke über den größten Popstar der Gegenwart - mit Bildern von Wolfgang Tillmans - vor, resümiert das Feedback zum Protestsong-Special des letzten Hefts und erinnert an den verstorbenen Gil Scott-Heron. Die neue Spex #333 ist ab dem 15. Juni im Zeitschriftenhandel erhältlich.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 08.06.2011 16:30
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Daniel Fersch
Nach Jahren des Niedergangs feierte die Kunstform des MUSIKVIDEOS in den vergangenen Monaten eine kleine Renaissance. Die Musik-Konzerne investieren wieder in aufwändige Produktionen, nachdem das Genre zuvor durch günstige HD-Kameras und die Online-Video-Plattformen einen Paradigmenwechsel hin zum zum Do-It-Yourself-Medium erfahren hatte. Beim wichtigsten Festival in Deutschland, dem Musikvideo-Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen, spielt diese Entwicklung aber offenbar keine Rolle.
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Walter W. Wacht
Die kosmetische Technik des Skull Morphings bzw. die angeklebte Antäuschung subdermaler Implantate scheint sich derzeit wieder großer Beliebtheit zu erfreuen: Unabhängig voneinander zeigen zwei Veröffentlichungen der letzten Tage das menschliche Gesicht oder gleich den ganzen Körper stark verfremdet und deformiert. Zum einen ist dabei Lady GaGas Cover-Artwork zu ihrer neuen Single »Born This Way« zu nennen. Zum anderen die in Berlin lebende Multiinstrumentalistin Janine Rostron alias Planningtorock, die sich für ihren neuen Videoclip als Wesen von einem anderen Stern (oder zumindest nicht von dieser Welt) zeigt.
Text:
Walter W. Wacht
Wenn man Lady GaGa eines zugutehalten muss, dann ihr ausgesprochenes Talent zur Mehrdeutigkeit: Die 24-jährige Amerikanerin war nie ›nur‹ Sängerin oder modebegeistert, sie besetzt in ihrer noch jungen Karriere – ähnlich wie früher Madonna – neue Nischen, verbindet Popmusik mit Performance und Garderobe, kokettiert mit Sex und inszeniert sich zum guten Teil als Kunstfigur. Wenn ihre neue Single »Born this Way« nun mit einer Erinnerung an ihre Jugend und den Glauben an einen Traum beginnt, dann ist nicht alles so eindeutig, wie es scheint.
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Edwina Pru
»I don’t speak German, but I can if you like«, moderiert Lady GaGa ihre jüngste musikalische Äußerung an. Ein Remix ihres neuen Songs begleitete vorgestern bei den Modenschauen in Paris die Präsentation der Männerkollektion Herbst/Winter 2011/2012 des frisch reaktivierten Modehauses Thierry Mugler.
Text:
Walter W. Wacht
Lack, Leder und Latex. Busen-Sturmgewehr, Pseudo-Nazi-Uniformen und Pickel-Bobbys. Sarg, Beerdigung und Grabrede. Trauerkleidung, Kreuze im Intimbereich und verschluckter Rosenkranz. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich empörte Geistliche, konservative Politiker oder anderweitig von Lady GaGa enervierte Menschen zu Wort melden, um dem amerikanischen Pop-Ikönchen wegen ihres neuen, in Zusammenarbeit mit dem Modefotograf Steven Klein realisierten Musikvideo zu »Alejandro« wilde Vorhaltungen zu machen.
Text:
Walter W. Wacht

Lady GaGa und Regisseur Jonas Åkerlund haben am Freitag ein neues Musikvideo zu GaGas Single »Telephone« veröffentlicht, das als Kurzfilm Spielfilme wie Quentin Tarantinos »Kill Bill Vol. 1« und »Death Proof«, Oliver Stones »Natural Born Killers« und Ridley Scotts »Thelma & Louise« zitiert, das mit dem Massenmord einen Querverweis auf die Schlussszene des Clips zu »Paparazzi« liefert, und das GaGa in der Einstellung mit dem Leopardenkostüm aussehen lässt, wie Shania Twain in ihrem Video zu »That Don’t Impress Me Much«.
Daneben könnten wir im Weiteren auf die im Titel gestellte Frage nach dem Penis von Lady GaGa eingehen, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten die aufwendigen Kostüme bzw. Kleider und Accessoires von Designern wie Fred Butler, Jean Charles de Castelbajac, Brian Lichtenberg, Viktor & Rolf, Search And Destroy, Chanel, Atsuko Kudo, Jeremy Scott, Thierry Mugler, Emilie Pirlot und Haus of GaGa betonen, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten über das Product Placement diverser GaGa-Konsumgüter im Video schreiben, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten über die Paarung GaGa und Beyoncé schreiben, aber auch das hatten wir schon anderswo. Das einzige, was man prinzipiell zu Lady GaGas neuem Video zu »Telephone« wissen muss, ist dies:
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Die Redaktion
Neues Jahr(zehnt), neuer Schwung: Olof Dreijer im Interview zum neuen Album von The Knife – – – Erinnerungen an den Palast der Republik und seine Glasscheiben – – – Noch überzeichneter als in Wirklichkeit: Lady GaGa als Comic – – – Nerds des völlig neuen Typs: Das Blog von Hot Chip Alexis Taylor – – – Lieblingskonzerte im Rückblick: Das Jahr 2009 according to Morrissey – – – Ein kurzes Mixtape von Lukas Wooler: Das Jahr 2009 according to Maxïmo Park – – – Ein sehr langes Mixtape von Stephen O’Malley: Das Jahr 2009 according to Sunn O)))
Die Shortcuts: Ein alter Song von Air France als MP3, ein Mixtape von Ikonika sowie die neuen Alben von Vampire Weekend und Owen Pallett im Stream – – – Der Spextrakt.
Text:
Jan Kedves
Nicht nur Rammstein, auch Bands wie The Flaming Lips oder Girls erkoren ›ihn‹ zum Hauptakteur ihrer Videos. Lady GaGa behauptete, einen zu haben, und Ja, Panik wollten ihn zerstören: 2009 war das Jahr des Penis im Pop. Während Michael Jackson sich auf der Leinwand ein letztes Mal an den Schritt fasste, probte man woanders den entspannten Umgang mit ironisierter Männlichkeit und rockistischer Schwanzmythologie.
Erschienen in SPEX #324 01-02.2010 | 31.12.2009 09:00