Ein Quantum Proust
Phoenix
Text: Harald Peters
Phoenix präsentieren mit »Wolfgang Amadeus Phoenix« ein neues Album, das mit musikalischer Dichte begeistert, in der jeder Vokal auf seinen Akkord und zum nächsten Tusch passt.

Phoenix präsentieren mit »Wolfgang Amadeus Phoenix« ein neues Album, das mit musikalischer Dichte begeistert, in der jeder Vokal auf seinen Akkord und zum nächsten Tusch passt.

Ihre Girlband war ein echter Flop. Doch seit Victoria Hesketh von Hot Chip produziert wird und das futuristische Tenori-on spielt, ist der Hype um Little Boots groß.

Was hören eigentlich Jens »Jence« Moelle und Ismail »Isi« Tuefekci, wenn sie nicht gerade an neuen Tracks für Digitalism arbeiten? Für das auch in modischen Belangen geschmackssichere Pariser Label Kitsuné öffneten sie dankenswerterweise ihre Plattenschränke, um auf dem Mix-Album »Tabloid« ihren stilistisch unterschiedlichen Einfl ...

Wo sich im finnischen New Judas-Sound von Obi Blanche und der Pets On Prozac noch Rest-Härten von Gabba und überhaupt dem alten Kern von Techno ablagern, spielt das Londoner Duo autoKratz eher auf der Nu Wave-Seite des bewusst käsigen Electro-Pop. Dort, wo auch Lo-Fi Fnk oder die Junior Boys tönen. Hinzu kommt ein Verlangen nach dem Dancefloor, in dem sich ab und an auch die Zu ...

Manchmal fragt man sich, wie das war, als es das Internet noch nicht gab. Nehmen wir zum Beispiel das erste Konzert, das die Cazals in Deutschland spielten: Im extra-großen T-Shirt, die dünnen Beinchen in eine Hose gezwängt, die mindestens soviel zu eng ist, wie das Shirt zu weit, stand Cazals-Sänger Phil auf der Bühne und forderte alle Aufmerksamkeit für sich ein. I ...

Wie lange wird man ihn noch reiten können, den alten Gaul? Mittlerweile ist er wirklich schon ein bisschen müde. Für die Zusammenstellung und standesgemäße Verkabelung ihrer ersten Mix-CD haben die sympathischen Menschen von Kitsuné den Exil-Franzosen Jerry Bouthier ins neonfarbene Gummiboot geholt. Der hat sich, den französischen Meistern im Zusammendenken vo ...
Hört ihr die Signale? Traut man dem Hype um das Pariser Label Ed Banger, dann befinden wir uns mitten in einem neuen Zyklus heftiger Komplexitätsreduktion. »Bratzen« oder »Rocken« nennt man das im Clubmusik-Diskurs, wenn Stumpfsinn erlaubt ist und Zivilisationsbrüche erwünscht sind. Im Netz jedenfalls liest man Sensationsreportagen von Ed-Banger-Partys, weil es dort so fabelhaft »rocke« und »bratze« (bei »Ed Banger« soll natürlich jeder an die französische Aussprache von »Headbanger« denken). Als konzeptuelle Vorläufer sind dabei unschwer Mr. Oizos »Flat Beat« und »Da Funk« von Daft Punk auszumachen.

Anfang des Jahres darf also wieder getanzt werden. Klaxons, Simian Mobile Disco, Digitalism: Jene Künstler, die maßgeblich als Anlass für die Unbegrifffindung von »New Rave« galten, haben bzw. veröffentlichen in Kürze ihre ersten Alben. Im Zuge solch starker medialer Betrachtung werden auch immer wieder andere Künstler mit nach oben gezogen. ...