Text:
Walter W. Wacht

Für das neue Musikvideo zur Single »Skeletons« (aus dem Album »It’s Blitz«) wählte Regisseur Barney Clay eine recht naheliegende Technik: Die Yeah Yeah Yeahs selber tauchen nur als Geister auf, schweben als leuchtende Projektionen über den Grabstätten des nächtlichen, von dichtem Nebel durchwaberten Hollywood Forever Friedhofs in Los Angeles. Dazu filmte Clay die Band zunächst im Studio während der Performance des Songs, modifizierte die Aufnahmen anschließend am Rechner, um sie schlussendlich auf die Nebelwände des Drehorts zu projizieren und erneut abzufilmen.
Text:
Sebastian Hammelehle

Zwar ist derzeit kein neuer »Herr der Ringe«-Film oder Ähnliches zu erwarten. Freunde der ganz großen Blockbuster-Produktion können trotzdem beruhigt den Nachos-Eimer bereitstellen – es gibt ja noch Eminem! »Relapse« ist so etwas wie »Marshall Mathers: Episode V«, die multiplextaugliche Breitwand-Hiphop-Platte des Jahres. Die deutsche Presse erwies sich wieder als die höflichste der Welt und lobte das Album. Schließlich stehen auch in den letzten Bedenkenträger-Wärmestuben des Feuilletons heutzutage Computer, auf denen unablässig die alte Achtziger-Jahre-Weisheit blinkt: Mainstream ist das neue Indie.
Erschienen in SPEX #321 05-06.2009 | 19.06.2009 09:10
Text:
Harald Peters

Das Problem fängt im Grunde schon beim Cover an – es ist schrecklich. Snoop Doog auf einem Schwarzweißfoto neben einem historischen Automobil hockend, wobei er so finster drein schaut, als habe er gerade die Reifen inspiziert und festgestellt, dass sie längst hätten gewechselt werden müssen. Hätten sie ja auch, zumindest im übertragenen Sinn. Den kü ...
Erschienen in SPEX #314 05-06.2008 | 29.02.2008 00:00
Text:
Michael Lutz

Alle Zeichen stehen auf Veränderung. Immer mehr Künstler nutzen neue Möglichkeiten von labelunabhängiger Musikdistribution als attraktives Geschäftsmodell. Die
Einstürzenden Neubauten sind mit ihrem
Supporter Projekt längst nicht mehr alleine. Ob als Gratisbeilage zur Sonntagszeitung (Prince), als von der Band selbst
initierter Leak (Radiohead) oder durch den
Exklusiv-Deal mit einem Radiosender (The Charlatans) – Künstler finden immer mehr Gründe und Wege ihre Musik ohne den Rechtsschutz eines Labels zu veröffentlichen.
Kein Wunder, denn das Serviceplus, das Künstler von Plattenfirmen erwarten können, schrumpft stetig. Veröffentlichungen wandern ausnahmslos – mitunter lange vor Releasetermin – illegal ins Internet, daran haben watermarked Promo-CDs und DRM-geschützte Downloads so wenig geändert wie umständliche Release- und Promotionpläne. Zudem scheint die Regel zu gelten: Je ausgetüftelter die Marketing-Kampagne, je nachdrücklicher ein Label Spannung auf eine Veröffentlichung erzeugen will, desto schneller wandert die Musik durch die allzeit wachen Blogs und landet damit quasi in Echtzeit beim Hörer. Die Möglichkeit, Musikinteressierte durch niedrigere CD-Preise zum Kauf zu bewegen, ignoriert die Branche seit jeher mit stoischer Konsequenz – trotz ihrer exponentiell anwachsenden Angebotsvielfalt.
Text:
Uwe Viehmann

Als der junge Mann das Flugzeug betritt, um – ganz Klischee – aus seiner Welt in eine andere zu entfliehen, krächzt aus den Lautsprechern der Chor der Flugbegleiter.
(Phase 1 »Overture«) Unglaublich theatralisches Zeug, welches Kapitän Keely damit rechtfertigt, dass die Akkorde und der Rhythmus direkt von Don Giovanni entliehen sind. Ein Hoch ...
Erschienen in SPEX #284 01/05 | 27.01.2005 00:00
Text:
Tim Stüttgen

Der faszinierende Effekt bei Duchamps »Großen Glas«, einem meiner liebsten Kunstwerke, ist das Spannungsfeld zwischen Distanz und Begehren. Nicht nur, weil das Werk von Verlangen handelt, sondern auch, weil sein durchsichtiges Material die abstrakten Figuren so ungreifbar macht und eine Vertiefung des Blicks immer wieder scheitert: Wir blicken nicht AUF ein Bild, statt dessen seh ...