Stadt Hamburg spendiert Clubs Geld für die GEMA – – – Tim Renner gibt der Musikindustrie Tipps für die Musik-Flatrate – – – Gizmodo überbringt Indie-Labels schlechte Nachrichten in Sachen »iTunes LP« – – – No Age liefern veganen Sneaker ab – – – Außerdem: Silver Columns im Hot-Chip-Remix – – – Kreidler im Bodytonic-Podcast – – – Hyperdub-Sampler im Stream – – – Inoffizielles Burial-Musikvideo – – – Der Spextrakt.
Das Londoner Dubstep-Label Hyperdub feiert seinen fünften Geburtstag mit einer umfangreichen Compilation, die schon am 9. Oktober erscheinende Doppel-CD fährt dabei auch einen neuen Track des – man darf es mittlerweile so formulieren – Genre-Superstars Burial auf. »Fostercare« (zu Deutsch: »Waisen-Pflegeunterbringung«) klingt dabei deutlich langsamer als von Burial erwartet: Das Stück basiert auf einem stark verlangsamten Garage-Beat, setzt flächige Ambient-Elemente ein, darüber thront eine mit Auto-Tune verfremdete Gesangsstimme.
»Fostercare« ist ein genial schnaufender, düsterer Track, der so allerhöchstens zur Sperrstunde in den Clubs eingesetzt werden dürfte und sich wohl eher eignet, um den Soundtrack für nächtliche Fahrten durch verregnete Großstädte zu illustrieren. Es handelt sich also um einen typischen, sofort erkennbaren Burial.
Einen betriebsamen Herbst hat sich Steve Goodman gegönnt: der Hyperdub-Gründer und unter dem Produzentennamen Kode 9 besser bekannte Dubstep-Künstlers veröffentlicht im Oktober eine Werkschau mit neuem und legendärem Material seines Labels Hyperdub, daneben wurde er gemeinsam mit The Spaceape für ein Live-Set im Rahmen des Grazer Elevate Festivals gebucht und referiert dort Tags zuvor auch aus seinen Forschungsarbeiten zur sonischen Kriegsführung.
Er lebt ein digitales Doppelleben: Tagsüber ist der Schotte Steve Goodman Doktor der Philosophie und unterrichtet als Dozent an der University of East London Kurse in »Sonischer Kultur«. Nachts ist er Kode 9, bekannter Dubstep-Produzent und Betreiber des Labels Hyperdub. Dort erscheinen unter anderem auch die Produktionen des geheimnisumwitterten Dubstep-Stars Burial.
Soviel zum Thema »Stagnation im physischen Tonträgerverkauf«: vorvergangenen Freitag erklang ein beruhigendes »Pling«, ausgelöst durch den Eingang einer Email von Bleep Records. Das beworbene Doppel-Single-Vinyl mit den neuen Stücken »Moth« und »Wolf Cub« war zu diesem Zeitpunkt gerade einen halben Vormittag lang zur Vorbestellung im Bleep-Store (und anderen Online-Vinylstores) eingestellt, schon war die Burial/Four Tet-Kollaboration auch wieder vergriffen.
Wer Steve Goodman alias Kode9 bisher nur aus der Produzenten- und Labelbetreiber-Perspektive kannte, der kann bis Ende März seinen Horizont erweitern: Goodman, schon seit 2001 als Dozent an der University of South London tätig, wird am morgigen Freitag gemeinsam mit seinem Partner Toby Heys die Installation »Unsound Systems« präsentieren. Es handelt sich dabei um eine räumliche Klanginstallation, die mittels mehrerer Niedrig-Frequenz-Lautsprecher Klang spürbar und begreifbar werden lässt.
Zuerst die Fakten: Burial. Dubstep-Continuum. DJ-Kicks auf !K7 Records. Ab 20.06.2008. Mehr. Ist. Bisher. Nicht. Bekannt … Leider.
That said haben wir nach einer ganzen Weile aber einen recht guten Anlass, das fabelhafte (inoffizielle) Musikvideo zu Burials »Ghost Hardware« zu zeigen. Aus der Projekt-Beschreibung von Boemtjak:
»Imagery found in one of the best documentaries coming out of the beebeecee: ›the century of self‹, or how freud's nephew redesigned society on the highest level with psycho analysis theories, making their way into business ...«
»When you are not acting like yourself … that's an everyday thing for everyone, but it can be a bit sinister … It's like the opposite of Unite.« So erklärt der Produzent, von dem ansonsten keine O-Töne kommen, den Titel seiner neuen Platte »Untrue« dem ebenfalls Produzenten und Labelbetreiber Kode9. Burial, britischer Dubstep-Pionier und mit seinem 2006 auf Hyperdub erschienenen Album »Burial« zu einem der Stars der Szene geworden, veröffentlicht Anfang Dezember sein zweites Album auf Kode9s Hyperdub Records-Label. Mitte Juni erschien bereits die »Ghost Hardware«-12"-EP.
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