Text:
Daniel Fersch
Da treffen sich die beiden bedeutendsten Rapper der Gegenwart und haben - außer der Selbstüberhöhung des eigenen Erfolgs und Reichtums - nicht viel mitzuteilen. So ähnlich lautet das Fazit vieler Rezensionen zum heute auch auf CD erschienenen Kollaborations-Album Watch The Throne von Jay-Z und Kanye West.
Text:
Stephan Szillus
Statt Bomberjacke und Karotte trägt er Röhrenjeans und Schlabbershirts. Musikalisch begeistert er sich für Drone Doom und sampelt die Chillwave-Hipster von How To Dress Well. Keine Frage, CASPER unterscheidet sich extrem vom aktuellen deutschen Hiphop-Durchschnitt. Dabei gehört der 28-jährige Bielefelder zu den technisch versiertesten MCs des Landes. Sein neues Album XOXO unternimmt den waghalsigen Versuch, all seine Einflüsse von Crunk bis Hamburger Schule unter einen Hut zu bringen – und meistert diesen Genre-Eiertanz über weite Strecken bravourös.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 02.07.2011 20:00
Text:
Daniel Fersch
Das SAXOFON genießt im Pop nicht unbedingt den besten Ruf: Als spontane Assoziation drängt sich etwa Joe Cockers Version von Randy Newmans You Can Leave Your Hat On auf, die in Folge des 80er-Softsex-Vehikels 9 1/2 Wochen zum Synonym für schmierige Striptease-Musik verkam. Oder die Crossover-Truppe Dog Eat Dog, die in den Neunziger Jahren jedes ihrer Fun-Rap-Stücke mit einem nölenden Saxsolo verunstaltete. Doch es scheint, als würde dieses - durchaus würdevolle - Instrument in diesem Sommer eine Chance zur Rehabilitation seines angeknacksten Rufs bekommen.
Text:
Daniel Fersch
GIL SCOTT-HERONs Name wird in erster Linie immer mit The Revolution Will Not Be Televised verbunden bleiben. Das Stück, das der Autor, Jazz-Musiker und Spoken-Word-Poet 1970 für sein erstes Album Small Talk at 125th and Lenox aufnahm, machte ihn zu einer Ikone der amerikanischen Gegenkultur und der Bürgerrechtsbewegung. Scott-Heron ist am Freitag im Alter von 62 Jahren in New York gestorben.
Text:
Daniel Fersch
Der Hype ist gewaltig, das einzige Deutschland-Konzert seit Wochen ausverkauft: TYLER, THE CREATOR, ein 19-jähriger Rapper aus Los Angeles und sein anarchisches Kollektiv Odd Future Wolf Gang Kill Them All (kurz: OFWGKTA oder einfach Odd Future) werden als die aufregendste Rap-Ware seit dem Wu-Tang Clan gehandelt. Auch Spex-Autor Stephan Szillus stimmt in den Chor der Begeisterten ein und nennt Odd Future in der aktuellen Ausgabe »nicht nur die jüngste Hoffnung auf die Rettung des Hiphop, sondern auch das spannendste subkulturelle Mosaik der Jetztzeit.«
Text:
Michael Lutz
Seit seinem Solodebüt »Tomorrow Right Now« aus dem Jahr 2003 gilt der New Yorker MC Beans als Meister der Akkumulation von Stilen. Anders als in seiner Arbeit mit High Priest, M. Sayyid und Earl Blaize, dem zwischenzeitlich wiedervereinigten Antipop Consortium, sind seine Solotracks nicht selten eine Hommage an legendäre Gerätschaften der Achtziger wie die Roland TR-808-Drum-Machine. Gleichzeitig baut Beans diese trockenen Rhythmen aber mit synthetischem Programming aus, das in den Nullerjahren insbesondere für das Label Warp, bei dem fast alle bisherigen Beans- und Antipop-Alben erschienen, charakteristisch wurde.
Erschienen in SPEX #331 03-04.2011 | 30.03.2011 16:26
Text:
Walter W. Wacht
Der Wahnsinn kann weitergehen: In ihrem von Peanut Butter Wolf gemixten Neujahrspodcast stellten Stones Throw Records die beiden neuen Tracks »Avalanche« und »Victory Lap« von Madvillain, dem gemeinsamen Projekt von Madlib und MF DOOM, vor. In diesem Jahr wird voraussichtlich ihr neues Album erscheinen.
Text:
Die Redaktion
US-Bands für soziale Gesundheitsreform – – – Annie-Album erscheint doch noch – – – Corinne Day bittet um Spenden, verteilt nackte Kate Moss – – – Homophobie-Vorwürfe gegen Kanye West – – – Radiohead gedenken totem Weltkriegs-Veteran – – – Der Spextrakt.
Text:
Robert Defcon
Ein Hinterhof in Berlin-Kreuzberg. Aus dem Studio, das in einer Art Container untergebracht ist, dringen Rauchschwaden, der Bass boomt, ein zwölfjähriger Deutsch-Türke rappt am Mic: »In meinem Lebenslauf nahm ich schon vieles in Kauf …« Wir drängen uns in einem engen Gang, der mit einem alten Sofa zugestellt ist. Früher hat es hier nach toten Ratten gestunken«, erzählt Hiphop-Produzent SupaFunk.
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 20.04.2007 00:00
Text:
Stephan Szillus

Der talentierte Mr. Mosley. Wurde seine instrumentale Kreativität in der Vergangenheit von einem konservativen Vokalisten gezähmt, dann gerieten seine Subwoofergranaten nicht selten zu Geniestreichen. Wenn er jedoch selbst die Fäden in der Hand hielt, wie auf seinen gemeinsamen Alben mit dem mittelmäßig talentierten Comic-Rapper Magoo, dann bekam man eine heteroge ...
Text:
Philipp Lembke

Zugegeben: die Hypemaschine um Ed Banger funktionierte in den letzten Monaten ganz gut. Euphorisch aufgelöste Gäste bei Liveveranstaltungen und das in Würde verwaltete Erbe des »state of Daft Punk« sind nicht die schlechtesten Vorraussetzungen dafür, dass es ebenso weitergeht. An den hauseigenen Releases ist dies aber nicht wirklich festzumachen. Die gut gimmickhaft ...
Text:
Christian Rief

Tim Fite wurde nach eigener Aussage immer genau mit der Musik sozialisiert, deren Ursprünge am weitesten von seinem jeweiligen Aufenthaltsort entfernt lagen. Wenn dieses Gesetz weiterhin gilt, dürfte er in letzter Zeit an irgendeinem Ort weit weg von New York und Los Angeles gelebt haben. Denn im Vergleich zu seinem ersten Album »Gone Ain't Gone« (2005) sind die HipHop-Anteil ...