Text:
Max Dax
Liebe Leserinnen und Leser,
1. SEX Herr Bonaparte: »Eigentlich geht es um Sex. Ganz wilden, animalischen Sex.« Jens Balzer: »Ich hatte es für eine Parabel auf die moderne Industriegesellschaft gehalten.« Herr Bonaparte: »So kann man es auch sehen.« Oder, acht Seiten zuvor, Jake Shears von den Scissor Sisters im Spex-Gespräch mit Sebastian Hammelehle: »Ich habe früher viele Wohnungen mit sehr vielen Strichern geteilt. Ich habe kein Problem mit Prostitution. Ich respektiere diesen Job. Als Popstar verkauft man sich ja auch, das meine ich gar nicht negativ – es ist vielleicht eher eine mentale Prostitution auf der Bühne, aber die Leute kommen ja doch auch, um meinen Körper zu sehen. In den besten Momenten unserer Konzerte habe ich mich immer als Prostituierter gefühlt.« (Vgl. auch: 4. Vampire.)
Erschienen in SPEX #327 07-08.2010 | 18.06.2010 11:13
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Walter W. Wacht
Derzeit ist Fußball – überall. Ob am Kiosk nebenan, in der Cocktail-Bar, im Schuhgeschäft, in Agenturen, Cafés, Restaurants und Clubs, eigentlich überall wird derzeit auf Leinwände bzw. in Monitore und Röhren geschaut, wer keinen Fernseher anbietet, hat bereits (potenzielle Gäste) verloren. Der Negativeffekt: Bei dem Überangebot an Live-WM-Übertragungen in öffentlichen und privatwirtschaftlichen Räumen muss nun jeder noch ein Stück weit mehr um Aufmerksamkeit kämpfen: Mit besserem Beamer, größerer Leinwand, schönerem Ambiente oder eben Rahmenprogramm. Am heutigen Spieltag der Gruppe A treffen Südafrika auf Uruguay (Spielbeginn: 20:30 Uhr) dürfte der wahre Sieger Festsaal Kreuzberg Berlin lauten: Gleich im Anschluss an das Spiel gibt die Gruppe Kreidler dort nämlich ein Gratis-Konzert.
Text:
Ralf Krämer
Die Schicksale zweier Leistungssportler zwangen die breite Öffentlichkeit 2009 in überfällige Diskurse. Ralf Krämer über die Athleten Usain Bolt, Caster Semenya und Robert Enke.
Erschienen in SPEX #324 01-02.2010 23.12.2009 09:00
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Die Redaktion
Der heutige Spextrakt bietet wieder einen interdisziplinären, multimedialen Überblick über den internen E-Mail-Verkehr der Redaktion: »Schon gesehen? Genial!« – »Alter Hut, aber spitze«. Am kollektiven Spaß teilhaben? Dann schlagen Sie uns über das Kontaktformular doch einfach einen Link vor, und sehen Sie ihren Beitrag schon morgen neben interessanten Links wie dem Steeldrum-Cover von Joy Division, Bob Marley im HSV- und Amanda Palmer im Nudisten-Trikot, den neuen Mixtapes von Jahtari Records oder dem Album-Stream von Clark.
Text:
Walter W. Wacht
St. Pauli. Man hört ständig Hohelieder über den Verein an der Hamburger Reeperbahn, wenn man denn nicht selbst gerade im Fanblock des Millerntorstadions steht. Soeben lief in den deutschen Kinos der Film »
St. Pauli! Rausgehen, Warmmachen, Weghauen« (Regie: Jürgen Bornemann) an, eine Fotoausstellung kann man derzeit ebenso besuchen, die Fan-Devotionalien mit weißem Totenschädel auf schwarzem Grund sieht man zudem im ganzen Land. Nun erreichte die Spex-Redaktion heute ein mittelschweres Päckchen (siehe Foto links), dessen Inhalt so minimalistisch wie praktisch ausfällt:
Text:
Christoph Braun

Außer frischen Brötchen, gebrauchten DVDs und Pferdemagazinen verkauft der Kiosk in meinem 1000-Seelen-Dorf irgendwo in Niedersachsen eigentlich nur Getränke. Selbst dieser, wie man an der Spree sagen würde, Späti aber hält zweieinhalb Wochen vor Anpfiff der Fußballeuropameisterschaft nun eine beträchtliche Auswahl an Fähnchen parat. Ihre Farbgestaltung kennt keine Variationen: Schwarz-rot-gold. Auf dem eigens eingerichteten Verkaufstisch, am Auto der Nachbarin, auf Häuserdächern halten sie massiv Wiedereinzug in den Alltag. Widerwärtig. In die Lebensräume der Kuschelnationalisten (die oft weniger kuschelig sind, als sie aussehen) drangen schon im Winter 2006/ 2007 der Filmemacher
Florian Thalhofer und Fotografin
Juliane Henrich vor.
Text:
Christoph Braun
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Im Logo streichelt ein Elefantenrüssel sanft die Stirn eines Gürteltieres. So also sieht die Grafik der neuen Fussballzeitung
»Nullacht« die Umrisse der Schweiz und Österreichs. Somit steht nicht nur mit dem Zeitungstitel fest: Der Bezug ist eindeutig die
Euro 2008. Vier weitere Ausgaben sind bis zum Finale der EM am 29. Juni 2008 im Wiener Ernst-Happel-Stadion geplant, und wenn alles gut läuft, möchte die Zeitung aus dem Verlag Club Bellevue die 32-Seiten-Marke noch erreichen.