Chromeo
Auf die kaputte Art
Text: Florian Sievers
Irgendwann in den frühen Sechzigern hat Pete Drake die Idee seines Lebens. Der damals mittelmäßig erfolgreiche Steel-Gitarrist aus Nashville bastelt sich ein Gerät zusammen, das den Klang seiner Gitarre über Schläuche in seinen Mund und dann zurück an einen Verstärker leitet. Auf diese Weise ermöglicht es ihm sein »Talkin’ Actuator«, den Klang seiner Gitarre, ja überhaupt jeden Klang mit seinen Lippen, seiner Zunge und seinem Rachen zu modulieren. Es kitzelt ein bisschen an den Zähnen, aber es bringt die Instrumente zum Sprechen, macht ihren Sound zu einem Hybriden aus Mensch und Maschine. Die Talkbox, wie Drakes Entwicklung irgendwann genannt wird, landet in der Folgezeit in den Händen von vielen Protagonisten altherriger, weißer Rockmusik, Peter Frampton, The Eagles oder Aerosmith. Aber eben auch in denen von Bootsy Collins, Johnny »Guitar« Watson oder Roger Troutman, die erkennen, dass in dieser Mischung aus menschlichem Ausdruck und gegenständlicher Kühle das entsteht, das sie und viele andere Funk nennen.









