Text:
Thomas Vorreyer

Einer der interessantesten Lebensläufe im Musikgeschäft resultierte zuletzt in einer kaleidoskopischen Gefühlsexplosion unter nur scheinbar reduzierter Oberfläche. Die dafür verantwortliche, multitalentierte Künstlerin BABY DEE ist ab heute auf Deutschland-Österreichtournee. Spex präsentiert mit der exzentrischen Harfenistin ein echtes Liveerlebnis.
Text:
Daniel Fersch
»I thought, it was beautiful«, antwortete Jimi Hendrix einst in einer Talkshow, als er gefragt wurde, warum er die amerikanische Hymne in Woodstock so »unorthodox« gespielt habe. Man muss davon ausgehen, dass der Sänger und Songwriter BILL CALLAHAN im Grunde ganz ähnlich über jenes America! denkt, das er auf seinem neuen Album Apocalypse besingt.
Text:
Walter W. Wacht

Vor einigen Wochen verwiesen wir an anderer Stelle auf die mit drei CDs bzw. sechs Vinyls bzw. rund zwei Stunden ungewöhnlich lange Spielzeit des neuen Joanna-Newsom-Albums »Have One on Me«, das am kommenden Freitag in Deutschland erscheinen wird. Vorab kann man das Newsom’sche Tryptichon in Gänze streamen, im ausführlichen Spex-Gespräch der aktuellen Ausgabe Spex #325 kommentierte die amerikanische Sängerin und Komponistin die aus ihrer Sicht letztlich schlüssig lange Platte:
Text:
Walter W. Wacht
Ihr neues Album wird am 1. März erscheinen, »Have One On Me« heißen, ganz unbescheiden als Dreifach-Album ausfallen, musikalisch wahrscheinlich sehr interessant und leider mit einem katastrophalen Artwork ausgestattet sein. Gestern Abend wurde nun auf der Homepage ihres Labels Drag City das erste Stück »81« des rund zweistündigen Joanna-Newsom-Albums als Stream bereitgestellt, schon kurz darauf ging der Webserver wegen des enormen Besucherandrangs in die Knie, war Dragcity.com nicht mehr erreichbar.
Text:
Jens Balzer
Alles wird, und alles vergeht; die Menschen, ach, sie streben doch stets vergebens. »Jericho und Babylon, sie kehren immer wieder«, singt Alasdair Roberts in »The Flyting of Grief and Joy«, dem ersten Stück auf seinem neuen Album »Spoils«. Darin befasst sich der schottische Folksänger mit der Fruchtlosigkeit menschlichen Fortschrittsbemühens und den Verheißungen, welche die ewige Wiederkehr bietet: acht herrliche, traditionsgesättigte, aber zugleich mit allen Wassern des popmusikalischen Modernismus gewaschene Songs, in denen schweres Kirchenklavier und Troubadourengitarre auf Glockenspiel, Hackbrett und Heubodenfiedel treffen und schnarrend-antikes Instrumentarium sich mit hektisch zwitschernden Free-Jazz-Percussions verbindet.
Erschienen in SPEX #321 05-06.2009 | 17.07.2009 14:34
Text:
Stephan Loichinger
Erst mit Mitte Dreißig erkannte David Berman, Sänger der Silver Jews, dass es etwas zu ändern galt. Einen Selbstmordversuch und eine Augenoperation später eröffneten sich ihm neue Perspektiven.
Text:
Marco Frenzel

Vor zwei Jahren erschien das letzte Studioalbum von Will Oldham – eine geduldige Küstenlandschaft auf dem Cover von »The Letting Go« deutete diese ›Pause‹ im Rückblick an, gilt Oldham doch eigentlich als manisch produktiver Herr, da sind zwei Jahre eine lange Zeit. Oder zählt man die ein Jahr später erschienene Cover-EP »Ask Forgiveness&l ...
Erschienen in SPEX #315 07-08.2008 | 20.06.2008 00:00
Text:
Walter W. Wacht
Genial! »Good. The albums done and set to be released in may. We have a long tour in europe starting in may. I'll put the dates up soon. We have plans to tour the states in the fall.«
So müssen Ankündigungen doch eigentlich aussehen. Kein langes Rumgeschisse, keine Geheimnistuerei, keine riesige Aufregung und kein häppchenweises Anfüttern der Leser i.e. Fans. David Berman veröffentlicht mit seinen Silver Jews am 17. Juni das sechstes Studio-Album, einen Monat vorher spielen sie drei Shows in Deutschland.
Text:
Kai Ginkel

Es ist vielversprechend festzustellen, dass es sich bei »Shelter From The Ash« mit Sicherheit um das bislang fokussierteste Album von Six Organs Of Admittance handelt: Ben Chasny hat hiermit ein regelrechtes Konzentrat seiner Fähigkeiten vorgelegt. Auf lange Sicht aber könnte er den Faden ausgerechnet dort verlieren, wo er ihn heute besonders kräftig anzupacken glaubt. D ...
Text:
Walter W. Wacht

Ein Schaukelstuhl. Feenstaub. Zerfließende Bilder. Ein Mann mit Hut und Mantel, die Lippen fluoriszieren in der Dunkelheit. Dann die Umblende: Das Innere eines Hauses, ein Zimmer, eine Art Herbarium, ein Labor oder ähnliches. Viele Pflanzen und ein Sammler, der sich auf die nächtliche Suche macht.
Regisseur Aran Mann tauchte das Video zu »The Seedling« in bedrüc ...
Text:
Kai Ginkel

Man müsste zwar ein wenig Fantasie darauf verwenden, um »Soldier-Talk« als einen verlorenen Klassiker zu feiern. Ein inspiriertes, ungewöhnliches und hochgradig hörenswertes Rockalbum aber ist es nichtsdestotrotz – und das ist heute sicherlich mehr wert als jemals zuvor. Der 1979 erstmals erschienene Longplayer ist ruppig, direkt und widerborstig: Er steht dem Punk ...
Text:
Konrad Feuerstein

»Western Xterminator« ist das zweite Album von RTX, der einen Hälfte des Royal-Trux-Erbes. Royal Trux, das waren Jennifer Herrema und Neil Michael Hagerty – die ersten Jahre als Duo, später zum Quintett verstärkt. Eine der besten, wenngleich unterbeachtetsten Indierock-Bands der Neunziger: harmolodischer Meta-Grunge mit erhöhtem Schnodder-Faktor, high-gloss-st ...