Text:
Stephan Szillus
Statt Bomberjacke und Karotte trägt er Röhrenjeans und Schlabbershirts. Musikalisch begeistert er sich für Drone Doom und sampelt die Chillwave-Hipster von How To Dress Well. Keine Frage, CASPER unterscheidet sich extrem vom aktuellen deutschen Hiphop-Durchschnitt. Dabei gehört der 28-jährige Bielefelder zu den technisch versiertesten MCs des Landes. Sein neues Album XOXO unternimmt den waghalsigen Versuch, all seine Einflüsse von Crunk bis Hamburger Schule unter einen Hut zu bringen – und meistert diesen Genre-Eiertanz über weite Strecken bravourös.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 02.07.2011 20:00
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Ulrich Gutmair
Man könnte meinen, seit die Daten in Lichtgeschwindigkeit um den Globus flitzen, wäre das globale Dorf auf denselben Takt synchronisiert. Stattdessen vermehren sich aber die Ungleichzeitigkeiten genauso wie die musikalischen Genres und die sie vermittelnden Kanäle. So sitzt man vor seinem Rechner und ärgert sich, dass einem das Trio BORIS bis jetzt entgangen ist. Dabei besteht der ganze Witz von Boris darin, sich mittels eines minimalen Rockinstrumentariums von Bass, Gitarre, Schlagzeug und Stimme eine ziemlich unwahrscheinliche Kombination unterschiedlicher Genres und Traditionen der letzten vierzig Jahre Popmusik einzuverleiben. Psychedelischer Rock und Heavy Metal treffen auf Punk, New Wave, Postrock und Techno. Can hören sich eben doch anders an, wenn man Basic Channel kennt.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 01.07.2011 14:00
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Daniel Fersch
Die Streetwear-Messe BREAD & BUTTER feiert kommende Woche in Berlin ihr zehnjähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Musikfestival auf dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Aus dem vollständigen Line-up der sogenannten B&B Super Nights machten die Veranstalter bis vor kuzrem ein großes Geheimnis. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass am Eröffnungsabend Mos Def und Deichkind spielen werden; die Headliner der weiteren Abende bleiben vorerst weiter unbekannt. Während sich die Messe ausschließlich an Fachbesucher richtet, sind die Super Nights öffentlich zugänglich. Die Tickets gibt es nicht zu kaufen, sondern nur zu gewinnen - zum Beispiel bei uns.
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Daniel Fersch
New Wave Dance Music From South Africa lautete der Untertitel einer Kompilation, mit der das britische Label Honest Jon's im vergangenen Jahr das Dance-Phänomen SHANGAAN ELECTRO aus dem Johannesburger Stadtteil Soweto weltweit bekannt machte. Der minimalistisch produzierte, ultraschnelle Stil greift Elemente der traditionellen Tanzmusik der Shangaan-Volksgruppe auf und verfremdet diese etwa durch die elektronische Manipulation der Gesangsspuren. Hinter Shangaan Electro steckt der charismatische Produzent Richard Hlungwani alias Nozinja, der nun mit einer Gruppe von Sängern und Tänzern durch Europa tourt. Wir verlosen Karten für den einzigen Deutschland-Auftritt am 30. Juni in Berlin.
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Ralf Krämer
»Herkunft wird überschätzt«, sagt BARBARA PANTHER und verschweigt aus diesem Grund Details aus ihrem Lebenslauf genauso konsequent wie ihr Geburtsdatum. »Alter ist nicht wichtig«, erklärt sie knapp. Nur so viel lässt sie wissen: Sie wurde in Ruanda geboren, wuchs in Brüssel auf und ist seit fünf Jahren Berlinerin – wobei all diese Orte keinen größeren Einfluss auf sie ausübten »als das, was gerade sonst auf der Welt passiert«.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 21.06.2011 14:00
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Daniel Fersch
Im Interview für die Reihe Kunstprache erzählt ANDREAS DORAU unserem Autor Max Dax in der aktuellen Spex-Ausgabe, dass sein größter Hit Fred vom Jupiter - der sich 1982 mehr als 18 Wochen in den deutschen Charts befand - eigentlich in einer Schul-AG entstanden ist. Ab der kommenden Woche bringt Dorau die Todesmelodien seiner neuen Platte auch live auf die Bühnen dieser Republik - und wir freuen uns sehr darüber, dieses Ereignis präsentieren zu dürfen.
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Daniel Fersch
Für den diesjährigen Summer Slang - das sommerliche Showcase-Konzert, bei dem das verdiente Independet-Label CITY SLANG eine Auswahl seiner Künstler präsentiert - haben sich die Macher den Titel des neuen Herman-Dune-Albums Strange Moosic als Motto ausgeborgt. Neben Auftritten von Herman Dune, Wye Oak und Waters gibt es eine Ausstellung mit Zeichnungen von Yaya Herman Dune. Vorab verschenkt City Slang zudem MP3s von von allen beteiligten Bands.
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Daniel Fersch
DURAN DURAN sind zurück – mit All You Need Is Now, einem Album, das zwar ihr dreizehntes ist, laut Selbstauskunft aber ihre verunglückte dritte LP Seven and the Ragged Tiger aus dem Jahr 1983 ersetzen soll. Oder wenigstens aus der Erinnerung tilgen, wie Simon Le Bon, der Sänger der britischen New-Wave-Idole, im Spex-Interview verriet. Zum Auftakt ihrer ersten Tour seit fünf Jahren spielen Duran Duran am 26. Mai im Rahmen der Reihe Electronic Beats Classic im Berliner Admiralspalast. UPDATE: Auch das Nachholkonzert in Berlin wurde inzwischen abgesagt! Ein neuer Ersatztermin ist noch nicht bekannt.
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Kirsten Riesselmann
JOSH T. PEARSON sagt, er habe sein Album nach der Fertigstellung nicht mehr ein Mal angehört, er schaffe es nicht und werde es nie wieder schaffen, er wisse noch nicht mal, ob er die Welt überhaupt mit diesen traurigen Songs hätte behelligen dürfen. Das weiß man beim Hören auch nicht so genau. Denn wie Last of the Country Gentlemen das Faszinierende mit dem Abstoßenden mischt, hat eine erstaunlich irritierende Qualität: Das Solodebüt dieses rauschebärtigen Texaners ist ein dunkel schimmernder Monolith.
Erschienen in SPEX #332 05/06 2011 | 05.06.2011 15:15
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Daniel Fersch
Jedes Jahr an Pfingsten wird Berlin zu einer Partyzone der besonderen Art: Beim Karneval der Kulturen übernehmen die Stadtbewohner aus aller Welt die Straßen von Kreuzberg und zelebrieren die Musik- und Karnevalskulturen ihrer Herkunftsländer. Einen passenderen Termin hätten sich die Veranstalter des Festivals RADICAL RIDDIMS nicht aussuchen können, denn während nur ein paar Straßen weiter die mobilen Danchall-Reggae- und Soca-Soundsysteme auf der Karnevalsparade ihre Runden ziehen, stellen sie in den Räumen der Galerie Schau Fenster und des Clubs Ritter Butzke verwandte Stile aus dem globalen Bassmusikuntergrund vor.
Text:
Daniel Fersch
Die sechste Folge der von Christoph Gurk initiierten Veranstaltungsreihe Life Is Live im Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU) ist an diesem Wochenende der No-Wave-Bewegung gewidmet, deren Protagonisten mutwillig die Genregrenzen zwischen Film, Bildender Kunst und Musik überschritten und Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre die Subkultur von New York prägten.
Text:
Ulrich Gutmair
Schon wenn MARY OCHER die Straße entlang geht, flippen die Leute aus. Wegen ihrer silbernen Strumpfhosen, wegen ihrer überdimensionierten Brille. Am meisten wohl aber wegen des blauen Lippenstifts. Die Hysterie nimmt Mary Ocher gelassen hin. Sie kennt es nicht anders. Sie ist bekennende Exzentrikerin.
Erschienen in SPEX #332 05/06 2011 | 27.05.2011 18:30