Text:
Walter W. Wacht
Nach seinem Quasi-Vintage-Porno-Viral für den Modeartikler Diesel, dem Nudeness-Zensur-Clip für The Brighton Port Authority und dem innovativen Schluss-Credit-Musikvideo für den Justice-Remix von Lenny Kravitz bringt sich der Regisseur Keith Schofield für die neueste Single von Charlotte Gainsbourg und Beck noch einmal ins Gespräch. Erneut setzt der 30-jährige Amerikaner dabei auf die virale Verbreitung seines Videos. Lagen seinen vorangegangenen Clips aber Nacktheit bzw. ein schlüssiges Gesamtkonzept zugrunde, so erkennt man im Musikvideo zu »Heaven Can Wait« keine zusammenhängende Linie: Der Zuschauer wird mit zahlreichen Einzel-Motiven konfrontiert, einige davon kennt man als ›Digital Native‹ vermutlich sogar – Schofield ist ein großer Freund gefundener bzw. generischer Fotografie. Er habe einen mit rund 3.000 Bildern gefüllten Ordner auf dem Desktop seines Computers, sagt Schofield über sich selbst, aus dem er immer wieder Inspirationen für neue Arbeiten heraussuche, und der letztlich auch ausschlaggebend für die Entwicklung des Videos gewesen sei.
Im E-Mail-Interview erklärte Schofield nun seine Motivation zu »Heaven Can Wait«, parallel dazu stellte er sich in einem langen ›offenen Brief‹ auf dem Musikvideo-Blog »Videoville« der zwischenzeitlich aufgebrandeten Kritik an dem Clip.
Text:
Maurice Summen

In einer alten Geschichte fragt ein Kind seinen Vater, warum der Mensch eigentlich Angst vor dem Wolf habe, und der Vater antwortet: »Der Wolf heult nachts so grauenvoll!« Genauso jault Mark Oliver Everett – das E der Eels – wie ein Wolf ins übersteuerte Mikrofon des Album-Openers »Prizefi ghter« und lockt uns in die amerikanische Garagen-Blues-Rock-Kaputtnick-Welt, die spätestens seit dem Erfolg der White Stripes auch in der Jukebox einer Premiere-Sportsbar in Wanne-Eickel zu finden sein dürfte.
Erschienen in SPEX #321 05-06.2009 | 22.07.2009 09:00
Text:
Die Redaktion
Heute in den Links des Tages: ein Sonic Youth-Cover-Album von Beck, ein Ticket-Machtwort von Marek Lieberberg, ein Klassik-Cover von Sting, ein Remix von Peter Bjorn And John sowie russische Plattencover, die auch nicht schlimmer als die aus Deutschland aussehen.
Text:
Walter W. Wacht
Halbwegs verstanden: Farbbomben gegen das Establishment können helfen, aber nur dann, wenn man selbst – zumindest kurz – ins Establishment abtaucht. Agitation aus dem Inneren heraus, oder: Riot Grrrl-Infiltration zeigt Regisseur Tom Surgal in diesem ganz offensichtlich No-Budget-Video zu Sonic Youths »Sacred Trickster«.
Text:
Walter W. Wacht
Am 09. Juni wird das 16. Sonic Youth-Album »The Eternal« bei Matador als CD und Vinyl erscheinen. Die von John Agnello produzierte Platte kann man allerdings bereits ab dem 28. April anhören – sofern man jetzt schon eine Vorbestellung des physischen Tonträgers bei Matador oder den angeschlossenen Vertriebspartnern abgibt. Dann nämlich, so kündigt es ihr Label an, erhält man jetzt bereits Zugang zu einem Albumstream sowie zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit, einen limitiert als Vinyl aufgelegten Live-Mitschnitt ihrer Battery Park-Show am letztjährigen amerikanischen Unabhängigkeitspark zu erstehen. Zusätzlich dürfen sich die Vorbestellenden auf noch nicht weiter genanntes Bonusmaterial im MP3-Format freuen.
Vorab haben Matador allerdings schon einen Song des Albums als kostenlosen MP3-Download bereitgestellt:
Text:
Christoph Braun

A propos
Coming-Of-Age, Becoming-A-Rockstar: Rückblickend erscheint es phänomenal und wie ein Beleg der Virus-Theorie, wie schnell für
Danger Mouse der Turn kam. Jahrelang als HipHop-Producer aber im tiefsten Westcoast-Untergrund am headchecken, regnete es irgendwann
Beatles und
The Good, The Bad & The Queens. Neu auf dem, wie man es bei Superstar-Producern nun mal sagt, Roster liegen derzeit unter anderem die
Black Keys und
The Rapture. In die ganze inkohärente Reihe passt denn auch ein weiterer nicht – Danger Mouse aus L.A. wird die neue
Beck produzieren.
Text:
Martin Hossbach

Da hocken sie alle zusammen, die beiden von Air, Jean-Benoît und Nicolas, die Tochter vom Gainsbourg, Charlotte, der Jarvis mit seiner Frau und Herr Godrich, nach dessen Namen man üblicherweise Air, Radiohead und Beck in Klammern setzt – er war ihr Produzent, der Putzmann, der die krausen Ideen der Musiker in geordnete Bahnen bringt. Und sie treffen sich abends, nachdem sie tags&u ...
Erschienen in SPEX #307 03-04.2007 | 02.04.2007 00:00
Text:
Jan von Postel

Pop im globalen Sinne: Die Brazilian Girls orientieren sich auf »Talk To La Bomb« an vielem, was seit jeher gut läuft im transkontinentalen Plattenladen. Einflüsse von Air, Soulwax, Towa Tei und Yello werden mit House-Beats und jazzigen Pianoparts kombiniert. Auch über Punk (bzw. dessen Geist) weiß man Bescheid. »Was hörst du sonst so?« »Ach, ...
Erschienen in SPEX #306 01-02.2007 | 25.01.2007 00:00
Text:
René Hamann

Wenn jemand den Beweis antritt, dass die alte Binsenweisheit »Rock\´n\´Roll hat mein Leben gerettet« (und nicht ruiniert) durchaus zutreffen kann, dann er. Daniel Johnston hat eine Art Gegenkarriere zu Brian Wilson gemacht: Immer am Rande des Wahnsinns, immer wieder in die Fegefeuer der Depression geworfen, hat er sich von der Musik (und seiner an Pop Art geschulten Kunst, ...
Erschienen in SPEX #281 10/04 | 09.10.2004 00:00
Text:
Wolfgang Frömberg

1994 landete Beck in den Schlagzeilen. Totaler Fake oder nur der Fake eines Fake? Wer verarscht hier wen? Beck die Industrie oder beide zusammen uns? Und: Verarscherei, das soll was Neues sein? Beck war Thema, ohne die Welt dessen, was die Welt Pop nennt, plakativ politisieren zu wollen. Da hat noch eine Haltung gereicht, an der man sich ein Beispiel nehmen wollte oder auch nicht die man beispielh ...