Text:
Walter W. Wacht
Vor zwei Jahren waren sie zwar aufgeladen, aber noch nicht bereit*: Im Bang Bang Club Berlin-Mitte standen Doctorella erstmals auf der Bühne, es ist die Band des Geschwisterpaars Sandra und Kerstin Grethers, die durch ihre frühere Autoren- bzw. Redaktionstätigkeit einen nicht unmaßgeblichen Teil der Spex prägten. Im Februar 2008 jedenfalls wollten sich die Grethers sowie ihr damaliger Bandkollege und Freund Jens Friebe mit ihrer ersten Show in der Öffentlichkeit präsentieren, was im Vorfeld der Show bizarre Blüten trug: Konzert ja, Kritik bitte noch nicht, notierte Jens Balzer damals in der Berliner Zeitung zu einem Telefonat mit Sandra Grether. Nun kann man davon halten was man will, festhalten lässt sich nur, dass Doctorella heute aufgeladener und bereiter denn zuvor sind: In Kürze wird ihre erste Single, bald auch ein Album erscheinen, am Samstag spielen sie ihre nächste Show.
Text:
Walter W. Wacht

Hieß es in der Titelgeschichte von Spex #322 noch, Ja-Panik-Sänger Andreas Spechtl habe »seinen Distelmeyer gelesen«, so muss man heute ergänzen: Ja, Panik haben ihren Distelmeyer gesehen. Ob als Cover, Hommage, Adaption oder Raubkopie – Wie auch immer man das neue Musikvideo zur zweiten Single »Pardon« der Gruppe Ja, Panik bezeichnen mag, es bleibt eine originelle Adaption von Jochen Distelmeyers letztem Clip »Lass uns Liebe sein«. Darin groovte Distelmeyer juvenil an der Seite einer Hiphop-Dance-Gruppe durch ein verspiegeltes Tanzstudio, wippte bei den Gesangseinlagen tänzelnd mit den Knien und reihte sich schlussendlich in die Choreografie der Tänzer ein. Wie sich die Bilder nun doch ähneln.
Text:
Max Dax, Walter W. Wacht

Nach den auf Spex.de bereits thematisierten jüngsten Schritten der österreichischen Gruppe Ja, Panik folgt nun das Musikvideo zur ersten Single: »Alles hin, hin, hin« stellten Ja, Panik ein Manifest voran, das, zwischen Größenwahn und Grundehrlichkeit oszillierend, die eigenen Produktionsweisen offenlegt. Gitarrist Thomas Schleicher erklärt darin: »Wir sind reine Differenz. Die Substanzlosigkeit ist unsere Substanz. Der Mangel unsere glänzendste Eigenschaft. Wir werden rauben, stehlen, plündern, niedermetzeln. Wir werden nichts erklären, nichts begründen. Wir haben nichts anderes verloren als unser Interesse.«
Nach Konsum des rund zehnminütigen Manifests lässt sich die These aufstellen, dass Ja, Panik oder genauer gesagt: deren Sänger Andreas Spechtl seinen Distelmeyer gelesen hat. Man könnte außerdem anmerken, dass es Ja, Panik trotz ihres rasiermesserscharfen Sängers vermutlich schwerer haben werden, als es Jochen Distelmeyer je hatte, erst recht in diesen Zeiten der anhaltenden Krise der Musik und Zwischenmenschlichkeit.
Text:
Martin Hossbach
Die wundervolle Band Ja, Panik hat eine Singlepräsentationsparty gefeiert und lässt uns mit einem kurzen Video an den Feierlichkeiten in einem Wiener Atelier teilhaben. »Alles hin, hin, hin« ist Vorbote des am 25.9. erscheinenden neuen Albums der Band, »The Angst and the Money«. Andreas Spechtl nahm sich heute Nachmittag kurz Zeit, einige Fragen zu dem Filmchen zu beantworten.
Text:
Max Dax

Andreas Spechtl, 24, Gitarrist und vor allem Sänger und Texter von Ja, Panik (wie elegant es ausgesprochen klingt: »Japanik«), möchte weder die Dimension des Zitats, also die Position der Postmoderne, noch die der nicht bewältigten Gefühle, also des Authentischen, aufgeben. Die Worte der Anderen sollen für das selbst Erlebte stehen: »Hör’ mir ...
Erschienen in SPEX #314 05-06.2008 | 04.04.2008 00:00