Accidental Records

Nasenbluten-Techno mit Denkmal-Kickdrum

Matthew Herberts neues Album »One Club« exklusiv auf Spex.de streamen

Text: Gerd Janson



Im September 2009 setzte der britische Musiker und Klangkünstler Matthew Herbert einen lange gehegten Wunsch um: Den Klang eines Clubs samt seiner Gäste einzufangen und in Musik zu transformieren. Als Ort wählte Herbert dafür das Offenbacher Robert Johnson aus, Spex.de berichtete über »One Club«. Anfang Juli diesen Jahres kehrte Matthew Herbert nun nach Offenbach zurück, Gerd Janson beobachtete die Aufführung des einjährigen Prozesses. Am 29. Oktober erscheint »One Club« in Deutschland, bis zum 11. Oktober hört ihr den Album-Stream exklusiv auf Spex.de.                            

 
 

Matthew Herbert

One One / ReComposed Mahler Symphony X

Text: Andreas Reihse, Ralf Krämer, Thomas Hübener, Anne Waak

Matthew Herbert One One Spex #326 Pop-Briefing TonrägerNach seinem großartig anmaßenden Anti-Sampling-Manifest P.C.C.O.M. (Personal Contract for the Composition of Music), mit dem sich Matthew Herbert 2005 fast so viele Freunde und Feinde machte wie zehn Jahre zuvor Lars von Trier mit seinem ›Dogma‹, versiegte der Strom relevanter Veröffentlichungen von Matthew Herbert abrupt. Schlimmer noch: Im Unterschied zu den Dogma-Filmen, die mit der Zeit immer bahnbrechender ausfielen, legte Herbert mit seinen unsäglichen Big-Band-Platten schreckliche Plagiate großer Swing-Aufnahmen vor. Auf »One One« nun gibt er den Brit-Barden. Zurückgezogen und ganz allein in seinem Studio will Herbert »One One« aufgenommen haben. Möglicherweise hat er sich für seinen fast parallel erscheinenden Beitrags zur »Recomposed«-Reihe der Deutschen Grammophon als Geistesverwandten Gustav Mahlers entdeckt.                            

 
 

Der Spextrakt

Die Empfehlungen vom 08.03.2010

Text: Die Redaktion

Ein Kinderchor singt Phoenix – – – Marion Cotillard singt mit Franz Ferdinand – – – Four Tet remixt Pantha du Prince – – – Wareika remixen Aufgang – – – Ein neuer Song von The Irrepressibles – – – Das Debüt-Album von Ellie Goulding – – – Haste Töne: Der Spextrakt.                            

 
 

Schweinerei: Matthew Herbert hat Beef mit PETA

»One Pig« in der Kritik, neues Album »One One« erscheint in Kürze

Text: Walter W. Wacht

Als wir vor bald einem Jahr an anderer Stelle über »One Pig«, das Konzeptalbum des britischen Komponisten und Künstlers Matthew Herbert berichteten, schloss der Beitrag mit der Frage, wie wohl die Tierschutzorganisation PETA auf Herberts Vertonung des Lebenszyklus eines Schweines reagieren würde. Die Reaktion von Peta liegt nun vor: Ablehnung, kategorische! In einem auf Matthew Herberts »One Pig«-Blog veröffentlichten Artikel liest sich die Reaktion von PETA International so:                            

 
 

Micachu & The Shapes

Turn Me Well

Text: Walter W. Wacht

Micachu And The Shapes Turn Me Well VideoAufnahmen des blauen Himmels, welker Blätter an dürren Ästen, darüber die grobkörnig dargestellte Silhouette von Sängerin Micachu. Für das Musikvideo zu »Turn Me Well« der britischen Twee-Noise-Band Micachu & The Shapes scheint nicht das größte Budget zur Verfügung gestanden haben – dennoch wirken Musik und Bilder stimmig, arbeitet der Clip mit denselben Be- und Entschleunigungseffekten, die auch die rauen, kantigen und ruppigen Songs der von Matthew Herberts Label Accidental Records protegierten Band prägen.                            

 
 

Matthew Herbert

Vertont Club Robert Johnson

Text: Walter W. Wacht

Robert Johnson TeaserBeginnen wir diesen Text mit einem Kalauer: Matthew Herbert hat bisher kein Schwein gehabt. Seit der Ankündigung Ende Mai wartet der britische Musiker vergeblich auf die Geburt eines Ferkels, dessen Leben und Tod er im weiteren Verlauf akustisch einzufangen und in Albumform zu bringen gedenkt. Kein Wunder also, dass sich der derzeit unterbeschäftigte Herbert nach anderen Projekten umsieht. Ende September erfolgt der Beschäftigungstherapie erster Streich, Matthew Herbert plant eine Hommage an eine der reinsten Formen des Feierns von Musik: Herbert wird den Offenbacher Club Robert Johnson samt Publikum und Toiletten vertonen.                            

 
 

Das Schwein von Matthew Herbert

Neues Album

Text: Walter W. Wacht

Matthew Herbert SchlachterVor wenigen Tagen informierten wir an anderer Stelle über die letzten Aktivitäten des Komponisten und Accidental Records-Betreibers Matthew Herbert: seinen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2009, der bei genauerer Betrachtung der Veranstaltung in Moskau als wahres Highlight des Abends gewertet werden darf. Nun informierte uns Herbert über sein zukünftiges Projekt: die Geburt, Aufzucht, Schlachtung, Zubereitung und den Verzehr eines Schweins. Und dessen Klangs.                            

 
 

Matthew Herbert

Bittet uns um Vergebung

Text: Walter W. Wacht

Matthew Herbert EurovisionJedes Jahr dieselbe Frage: soll man den Eurovision Song Contest nun ansehen – oder lieber nicht? Im vergangenen Jahr lohnte es sich eine Weile wegen Sébastien Telliers Auftritt mit Golf-Cart, bärtigen Backgroundsängerinnen und einer nachlässig aufgeblasenen Plastik-Weltkugel – der Rest des Abends war ein musikalisches Trauerspiel. In diesem Jahr könnte es in Moskau zumindest wegen den Einspielern der jeweiligen Teilnehmerländer interessant werden: diese wurden allesamt von Accidental Records-Chef und Bigband-Musiker Matthew Herbert komponiert.

Insgesamt 42 rund 30-sekündige Programmtrenner zur Vorstellung der Teilnehmer-Länder und Kandidaten vertonte Herbert, im Rahmen des heutigen bzw. am Donnerstag stattfindenden Halbfinales und der Abschluss- sowie Finalshow am Samstag wird man die Kompositionen hören (siehe dazu auch das untenstehende Video der Kostümproben). Dabei scheint sich Herbert in dieser Rolle allerdings nicht zu gefallen: seinen inneren moralischen Konflikt illustriert nicht nur unsere nebenstehende Fotomontage, sondern besonders seine Email, die die Redaktion heute Vormittag erreichte:                            

 
 

Matthew Herbert

Live mit Big Band, Panel mit Bunz, Rapp und Poschardt

Text: Michael Lutz

Matthew HerbertPolitische Aussagen in elektronische Musik zu verpacken ist kein leichtes Unterfangen, weshalb die Konzept-Musik Matthew Herberts nur wenige Referenzen kennt. Sein Ansatz ist dabei meist so simpel wie genial. Es geht um Themen, die jeder kennt, beispielsweise: Essen. Auf »Plat du Jour« (Accidental, 2005), Herberts kritischem Statement zur industrialisierten Massenproduktion von Lebensmitteln, hört man das Geräusch, das ganze Hundertschaften obsthungriger Humanoiden beim gleichzeitigen Biss in einen knackigen Apfel erzeugen. Oder er versaut einem mit dem panischen Gegacker von 30.000 Industriehühnern den Appetit auf dieselben. Trotz solch verstörender Field Recordings lassen sich seine inspirierten Tracks aber auch ohne politischen Kontext genießen – es sind einfach unglaublich gute Stücke.

Wenn Matthew Herbert mit seiner Big Band Platten veröffentlicht, dann tut er das sinnigerweise unter dem Namen The Matthew Herbert Big Band. Und auch hier reflektiert die Musik eine grundlegende Idee, weshalb sie schon vor dem ersten Ton Aussagen über politische und gesellschaftliche Phänomene trifft – etwa indem Herbert sein Big Band-Ensemble als »Methapher für Demokratie« begreift, wie er im Rahmen der Reihe »Vorspiel« in Spex #317 zu Protokoll gab.                            

 
 

Lenka Clayton

Den Libanon reparieren

Text: Lenka Clayton

                           

 
 
MySpex
Willkommen auf Spex.de
Du bist derzeit nicht angemeldet.
Um Artikel kommentieren zu können, musst du dich registrieren bzw. anmelden. Solltest du bereits auf Facebook registriert sein, so kannst Du auch diesen Login nutzen.

Login
Registrieren
 

  • Redaktionscharts 2011



    Die Spex-Redaktion hat die 30 wichtigsten Songs und Alben des Jahres kompiliert. Plus ByteFM-Stream.
  • Die neue Spex #336

    Spex #336 Teaser

    Die neue Ausgabe Spex #336 ist ab dem 16. Dezember im Handel erhältlich, u.a. mit Newcomerin Lana Del Rey, David Lynch als Musiker, Occupy Wall Street mit Mark Greif, The Black Keys und dem Jahresrückblick RE: 2011.

    Außerdem: Gordon Matta-Clark, Miguel Adrover, Frank Miller, Rodarte, Mary Bauermeister, Drive, Veronica Falls, Sepalcure, Das Racist, Winfried Menninghaus, Niobe, Let Me In u.v.m.

    Dazu: Die Spex-CD #100 mit 15 Titeln und einem tierischen Foto von Juergen Teller.
  • Vernetzen

    Spex auf Facebook
  • Gezwitscher

  • Spex abonnieren

    Spex im Abo mit Prämie

    6 Hefte ¬ 6 CDs ¬ nur 30 Euro
    Immer 1 Woche vor Kiosk frei Haus
    Jetzt abonnieren!

Spex International
Spex International
Selected Spex contents in English
  • Daniel Miller & Patrick O’Neill of Mute on their new label
    Thomas Vorreyer | 28.01.2012 um 16:01
  • Talking music history with Debbie Harry and Chris Stein
    Jan Kedves | 28.11.2011 um 00:11
  • »Since I’ve become an artist my mother is proud of me«
    Jan Kedves | 28.11.2011 um 00:11
more

Neueste Texte
  • Compilation: »Format«
    Sebastian Hammelehle | 10.02.2012
  • Verlosung: Soundtrack zu Nicolas Winding Refns spektakulärem »Drive«
    Thomas Vorreyer | 09.02.2012
  • Verlosung: Kontrabassist Baldwin heute bei »Kometenmelodien« in Berlin
    Thomas Vorreyer | 09.02.2012

Blogs

-->