Die Fusion scheppernder Beats und strahlenden Lichts

Clublastig ausgerichtet waren die Veranstaltungen von Electronic Beats schon immer, aber gerade im zehnten Jahr der Live-Reihe steht die Tanzmusik besonders im Vordergrund. Electronic Beats, das internationale Musik- und Lifestyle-Programm der Deutschen Telekom, eröffnet seine Live-Event-Reihe 2010 mit einem stilistisch weitgefächerten Festivalprogamm im Kölner E-Werk. Die auftretenden Acts sind keine Elektronikkünstler per se – lassen sich aber letztlich allesamt auf diesen Nenner herunterbrechen. Paradebeispiel dafür ist wohl Kele Okereke, Sänger von Bloc Party. Wer von dessen Solo-Album »The Boxer« nun Indie-Gitarren und Falsett-Gesang wie bei seiner Band Bloc Party erwartet, liegt falsch. Gemeinsam mit dem Produzenten Armani XXXChange (Spank Rock) entstand in den letzten Monaten eine stark elektronisch geprägte Platte mit einigen Ausreißern Richtung Indie-Electro-Pop, die Okereke erstmals (in Deutschland) im Rahmen des Electronic-Beats-Abends Live vorstellen wird.

    Für sein eröffnendes Stück »Walk Tall« bediente sich Kele Okereke bei dem durch Stanley Kubricks »Full Metal Jacket« weltberühmt gewordenen US-Marine-Corps-Drillsongs, welchen Drill Instructor Gunnery Sergeant Hartman seine Rekruten im Film runterrappen lässt – nur, dass es bei Okereke nicht um Uncle Sam, das Marine Corps, Ho Chi Minh oder die Liebe zum Sturmgewehr M-14 geht, sondern – von noisigen Bleeps und rhythmischen Handclaps begleitet – um das eigene körperliche wie geistige Wachstum Okerekes. Daneben findet sich »New Rules« ein bezaubernd-romantisches Duett mit der Sängerin Jodie Scantlebury, mit »Tenderoni« ein dumpf hämmerndes Rave-Stück mit Peektime-Bleeps, »Rise« wiederum erinnert anfangs in Kleinteilig- und Klöppeligkeit von Melodie und Beat an de Pop-Songs von The Postal Service (bis das Stück in einen Garage-Dancehall-Rhythmus kippt), während »Yesterday’s Gone« bereits an die markant-verklackerten Produktionen eines der anderen Electronic-Beats-Acts erinnert: Moderat.

    Sebastian Szary, Gernot Bronsert (beide Modeselektor) und Sascha Ring (Apparat) sorgten mit ihrem »Moderat« betitelten Projekt im letzten Jahr für enormen Aufruhr, in Köln werden sie ihre Fusion scheppernder Beats und strahlenden Lichts gegen 1 Uhr auf die Bühne bringen. Damit dürfte das E-Werk auch ausreichend auf das Set von Major Lazer eingestimmt sein, die kurz vor 3 Uhr den Saal mit ihrem Digital-Dancehall-Sektakel in einen feuchten Schwitzkeller verwandeln werden. Daneben fahren Electronic Beats Live-Sets der hochgehandelten Space-Pop-Combo Little Dragon, dem schwedisch-amerikanischen Synthiepop-Trio Miike Snow sowie den jüngsten Nachzüglern Turboweekend aus Dänemark auf.

    Restkarten für den Abend am kommenden Donnerstag sind noch erhältlich, wir verlosen zudem 2 mal 2 Tickets unter allen Einsendern einer E-Mail an gewinnen@spex.de und dem Betreff »Electronic Spex« – die Gewinner werden am Mittwoch, 16 Uhr per E-Mail benachrichtigt.

 

Spex präsentiert das Electronic Beats Festival 2010:
20.05. Köln – E-Werk
mit Moderat, Miike Snow, Major Lazer, Kele Okereke, Little Dragon, Turboweekend

20:30 Little Dragon
21:25 Turboweekend
22:30 Miike Snow
23:45 Kele
00:55 Moderat
02:40 Major Lazer

Kele Okereke Live:
20.05. Köln – E-Werk @ Electronic Beats Festival

21.05. Hamburg – Prinzenbar (Halle)
22.05. Berlin – Weekend

Foto: CC Rennett Stowe / Flickr

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here