Review: Yeah Yeah Yeahs Is Is

Das Gute im Bösen finden, das gehörte von jeher zu den Standardaufgaben für Rockbands, und nachdem Myriaden von Gräbern bereits abgetragen waren, wurde es Zeit, die Schaufel des Gerechten an eine Frau weiterzureichen. Auftritt Karen O., nicht ohne männliche Gefolgschaft, als da wären Nick Zinner an der Monstergitarre und Brian Chase mit den Stöcken des Wahnsinns. »Fever To Tell« hieß ihr Debüt-Album, es erschien 2003, und musste ungerechterweise mit Phänomenen kämpfen, die da New-York-Hype post 9/11 und New Rock etc. hießen. Sicher, was die Yeah Yeah Yeahs da hinzauberten, kam auch nicht ohne die Schultern von Giganten aus, und würde in nur leicht anderer Ausprägung eher gegen als für die Band sprechen. Ich sage nur: exaltierte Stimme (wie weiland Siouxsie Sioux), Artrockbitch-Gehabe samt Prominentenliaison, bratzig gespielte Gitarren. Wundersamerweise überstrahlten, überschrieen und überrumpelten die YYYs jegliche Zweifel im Handumdrehen. Nach »Fever To Tell« wurde es mit der zweiten Platte »Show Your Bones« noch besser, weil komplexer, verzweigter, ausgearbeiteter. So gesehen, ist der nächste Schritt der YYYs ein Schritt zurück, vielmehr zwei, denn bei dieser EP handelt es sich um liegen gebliebenes Material von vor dem Debüt, produziert von Nick Launey.
    Erstaunlich ist: Das Material, diese fünf Stücke sind um keinen Deut schlechter als die, die es auf »Fever To Tell« verschlug. Im Gegenteil: »Down Boy« ist ein derart in den Bauch boxendes Stück, dass man sich fragt, von welchem mediokren Stern eigentlich »Maps« gewesen ist. »Kiss, Kiss« reißt einem die Kleider vom Leib, »Isis« tritt in die Eier, »10 x 10« schickt dich mit Kondolenzkarten nach Hause. »Rockers To Swallow«, das Eingangsstück, nervt, zetert, schreit. Zwei Schritte zurück, fünf nach vorne. Das Fieber jedenfalls will und will nicht sinken.

LABEL: Universal Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 20.07.2007

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here