Review: The Coral Roots & Echoes

Lange durchzieht es kaum merklich dieses Album. Erst ganz am Ende gibt es sich als die Macht zu erkennen, die »Roots & Echoes« durchwirkt: Ladies und Gentlemen, wir  fließen durch Drama. Das Dramatische unterscheidet die fünfte Coral von jenen Bands, die ich auf Anhieb mit dem Septett aus der Merseyside vergleichen würde. The Coral haben dieses Jenseitige, das anderen Scousers wie den großen La´s völlig abgeht. The Coral gerieren sich gleichzeitig viel zu lässig für die manischen Erkundungen von Gebieten jenseits der Wahrnehmungstüren, wie durchgeführt von den Doors. 

Das Drama wirkt vor allem auch völlig anders als alles Brit-Bekannte: Zwar laufen die Songs auf »Roots & Echoes« durch Gebiete der freien Fantasie, doch das Verwunschene wird von The Coral viel, viel selbstverständlicher und weniger effekthascherisch hergestellt als bei all den Gruppen des Fairy Tale-Folk. Ohne dass es vielleicht von James Skelley und seinen Leuten gewollt, bemerkt, herbeigeführt wäre, erinnern ihre Akkordwechsel an den Chanson vor allem der Sechziger Jahre – an jene Zeit, in der niedergemachte Bäume betrauert und das Meer als solches besungen wurde.  Sehnsucht, und die Weite als Möglichkeit, seine eigene, unbenennbare Sehnsucht wenigstens in Gedanken irgendwohin zu schicken. Diese schon immer tolle Band hat es jetzt mit »Roots & Echoes« gepackt, gerade durch das Reduzieren des tradiert-psychedelischen Moments und einem neuen Kick durch Pop. »Jacqueline« sagt schade, dass es »Top Of The Pops« nicht mehr gibt. »Who´s Gonna Find Me« habe ich persönlich schon im Radio laufen hören, Tagesprogramm. Und das  Epos »Music At Night« gibt alldem einen würdigen Abschluss.

 

LABEL: Red Ink

VERTRIEB: ROUGH TRADE

VÖ: 31.08.2007

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