Review: The Broken Beats In The Ruin For The Perfect

»Weight Of Words«, der erste Song, hebt an. In der Luft hängt Spannung. Das Stück aber ist leichter als Luft. Es schwebt. Mit dem einsetzenden Gesang denke ich kurz an Tim Booth, den Sänger von James, der in den großen Momenten seiner Band wie »Laid« oder »Sit Down« auch immer ein religiöses Pathos in die Welt sendete, selbst wenn es nur um Probleme mit den Nachbarn ging. Das Pathos verliert sich im Laufe dieser Platte, die Nähe zu James und ihrem tänzelnden Pop aber bleibt. Ich kann es kaum glauben, dass dieses vielköpfige Monster nicht aus Kanada kommt. The Broken Beats booten die großen Melodien der 60er, die Indieschnoddrigkeit der 90er und das Gehabe des Barock hinauf zu einem Bandmodell, da will man doch gleich mitmachen: egalitär und aus auf Spaß.

    Sag' es mit Drogen: Würden die Flaming Lips Ecstasy schlucken statt LSD… Eine schöne Weltharmonie ist dieser Band um Sänger und Gitarrist Kim Munk aus Aarhus in Dänemark wichtiger als die gesteigerte Selbsterkenntnis. Die gern gewählte Floskel von der »runden Platte« macht auf der dritten des Septetts mal Sinn, denn »In The Ruin For The Perfect« beginnt mit einer Ouvertüre und wird beschlossen vom fast zehnminütigen Titelstück in orchestraler Erdung. Dazwischen werfen sich die Broken Beats in den Indierock zum Tanzen mit »Black Fire«, zelebrieren üppig arrangierte Halbakustika in »Breaking Me Down« und »Burning Rose« und bedienen sich der Popgeschichte wie einer offen stehenden Schatzkammer. Es ist die Stimme, sie hält all das zusammen, diese Spannung bis zum Schluss. Kim Munk gibt den leicht überdrehten Master der Zeremonien, der einen Sinn für Komik und eine Antenne für kosmische Konstellationen besitzt. Und ewig wird es ticken, das interplanetare Piano in »Waters In Oceans«.

LABEL: Buback

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 25.05.2007

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