Röyksopp & Robyn Do It Again

Robyn und Röyksopp haben ein Mini-Album namens Do It Again aufgenommen. Das Ergebnis enttäuscht.

Blutjunge Leserinnen und Leser ausgenommen, werden sich viele an die schwedische Electropop-Diva Robyn erinnern, jedenfalls an ihr Stück »With Every Heartbeat« und dessen Video, das berühmt dafür wurde, dass Robyn darin ganz lange rückwärts ging. Weiter zurückgehen muss man, um sich an die größten Erfolge des norwegischen Elektronikduos Röyksopp zu erinnern. Dessen hübsches Neunzigerjahre-Chill-Pop-Kaffeetisch-Album Melody A.M. erschien acht Tage vor dem eigentlichen Ende der Neunzigerjahre, nämlich am 3. September 2001, und bezwitscherte fortan – trotz oder gerade wegen des Untergangs jener sorgenfreien Ära – jahrelang beharrlich Neunzigerjahre-chillig die Frühstückscafés und Dinnerpartys der neuerdings wieder paranoiden westlichen Welt.

Auch in unseren Tagen braucht’s Musik für paranoide Dinnerpartys – und Electropop-Diven braucht es sowieso immer. Daher gibt es jetzt von Röyksopp und Robyn ein gemeinsames Mini-Album, das die drei, vielleicht um sich selbst zum Anknüpfen an die oben genannten Sternstunden zu motivieren, Do It Again genannt haben. Die Single-Auskopplung heißt auch »Do It Again« und ist ein schön dämlicher Electropop-Diven-Knaller, der in seiner zweiten Hälfte versucht, zum paranoiden Sex-Hit zu verkommen, stattdessen aber lediglich frühstückscaféhaft herumdudelt. Das Lied bildet den zentralen Punkt der Platte, die nur fünf Stücke enthält. Bemerkenswert ist davon am ehesten Lied Nummer zwei, »Sayit«, ein knarzender Techno-Shuffle, in dem Robyn mit dem Vocoder flirtet, der schon in Kraftwerks »Nummern« immer die Nummern aufsagt. Hierbei geht es zu, als begegne ein zeitgereister Höhlenmann morgens um drei einer stark angetrunkenen Übriggebliebenen am Tresen. Robyn: »I want you.« Vocoder (nach anfänglichem ungläubigem Knarzen): »Woman«, dann ebenfalls: »I want you.« Mensch, Robyn! Hast du nicht Her gesehen? Heutzutage kannst du dich doch in hochintelligente, humorvolle und sensible Apps verlieben statt in zeitgereiste Vocoderhöhlenmänner!

Bemerkenswert bescheuert also, die ganze Chose. Aber auch ganz spaßig und gut produziert. Wird diesen Sommer bei stark angetrunkenen Festivalbesucherinnen und -besuchern sicher gut ankommen, die drei übrigen Stücke mit ihrem generisch euphorischen Sphärengewäsch eingeschlossen. Vielleicht sollte man aber sicherheitshalber einige der alten Hits im Repertoire behalten.

RÖYKSOPP & ROBYN
DO IT AGAIN
EMBASSY ONE / WARNER
EP – 23.05.2014