Parquet Courts »Monastic Living« / Review

Parquet Courts gewähren einen Blick in ihre Spielkiste voller bunter Bauklötze, die sie zu neuen Klanggebäuden stapeln.

Neurotisch ist die Großstadtpoesie der Songwriter Austin Brown und Andrew Savage vom New Yorker Quartett Parquet Courts. Nach zwei beachtlichen Alben im vergangenen Jahr haben die Garagenpunks vorerst ihre Slackerismen à la Pavement und den Flaneurduktus von Lou Reed abgelegt und veröffentlichen mit Monastic Living eine fast reine Instrumental-EP. Die Songs rund um den zweigeteilten Titeltrack rumpeln und fiepsen monoton, jedes Instrument bekommt einen besonderen Auftritt: »Harsh Percussive« hämmert wie ein Stahlarbeiter mit Bluthochdruck, »Gtr Noise« klingt im Anschluss wie ein Bienenschwarm aus Kreissägen.

Parquet Courts gewähren damit einen Blick in ihre Spielkiste voller bunter Bauklötze, die sie zu neuen Klanggebäuden stapeln. Alexander Mitscherlich zweifelte daran, dass der Mensch in den wiedererstandenen Großstädten zu mehr als Depression fähig ist. Sein revolutionärer Vorschlag: die Neuordnung aller Besitzverhältnisse in den Städten. Wenn sich am Ende von Monastic Living die Gitarrensirenen in den Gehörgang drehen, weiß niemand mehr, welcher Klotz einmal wo stand.

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