Ostinato

Hallo Gitarrenwände, darf ich vorstellen: Ostinato. Also nur für den Fall, dass ihr euch noch nicht so lange kennt und dass das vielleicht noch niemand so offiziell getan hat. Denn ihr beide gehört zusammen, wie das Seemannsgarn und der Klabautermann oder die Gallionsfigur und der Bug eines Schiffes – und wir werden viel Spaß mit euch haben. Vor allem, wenn ihr über unseren Köpfen zusammenbrecht und wir unter eurer süßlich schweren Last, also quasi in euch ertrinken dürfen. Aber das soll dann auch so. Nur selten wollen wir mit euch und auf euren Wogen schwimmen, wenn z. B. das Schlagzeug und der leicht manisch anmutende Gesang uns auf der Gischt eines Augenblickes an Godspeed You! Black Emperor denken lassen oder die Melodiebögen zu Beginn fast jeden Stückes zurückhaltend, aber mit Nachdruck, wie sich langsam aufbäumende Wellenkämme in einem aufziehenden Sturm gespannt werden und wir für kurze Zeit vergessen, dass es sich hier nicht um Mogwai, sondern um drei Männer aus Washington, Virginia und Maryland handelt, denen Körperlichkeit und Tiefe innerhalb ihrer Musik wichtiger ist als der letzte Nu Metal-Hype der Heimat. Deren Klangwelt durch die wohldosierten doomigen Metallanleihen zu atmen versteht und deren Musik man live sicher auch atmen kann, wenn man nicht gerade glücklich in Gitarrenwänden ertrinkt.

LABEL: Exile On Mainstream

VERTRIEB: EFA

VÖ: 01.03.2004

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