Frohe Botschaft

Das Wetter ist mies, die Stimmung beschissen. Oliver Polak zählt die Regentropfen vor dem Fenster und träumt von einer besseren Welt. »Warum ist es so kompliziert?«, fragt er sich. »Warum kann es nicht einfach sein? Warum können nicht einfach alle Menschen Juden sein?« Wie dieser Traum Wirklichkeit werden könnte, malt er sich er sich in Technicolorfarben aus: Bewaffnet mit Gartenschläuchen zieht Polak mit seinem Einsatzkommando – das wie eine Mischung aus Ghost Busters und Village People ausstaffiert ist – durch Berlin und verwandelt Passanten, Polizisten und Selbstmordattentäter durch bunte Laserstrahlen in stilechte orthodoxe Juden mit Hut und Schläfenlocken, die statt in der Tora aber fleissig in Polaks Buch »Ich darf das, ich bin Jude« lesen. Zwischendurch verbreitet er seine frohe Botschaft bei Spontankonzerten als trashiger Freddy-Mercury-Imitator, der vom Hamburger Allround-Entertainer Erobique am Keyboard begleitet wird. Doch so schön sie auch sein mag – Polaks Vision bleibt ein Traum. Am Ende ist wieder alles grau in grau, nur Dirk von Lowtzow darf sich als Strassenmusiker wünschen, einmal Teil einer »Judenbewegung« sein zu dürfen.

    »Lasst uns alle Juden sein« heißt das Musikvideo des Stand-Up-Comedians und Ex-Viva-Moderators Oliver Polak, das heute zum ersten Mal nur hier und bei tape.tv zu sehen ist. Auf den Kabarett-Bühnen der Republik ist Polak zur Zeit mit seiner Show »Jud Süss-Sauer« unterwegs – die Termine dazu finden sich auf seiner Homepage.

VIDEO: Oliver Polak und Erobique – Lasst uns alle Juden sein

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