Olafur Eliasson – Serpentine Gallery, Musikfest Berlin

Serpentine Pavillon 07Die Kunst von Olafur Eliasson zu erfahren grundiert das Bewusstsein mit den Basics. Immer wieder, auf’s Neue. Was ist Sehen; ist das Wetter wirklich »Natur«; was passiert, wenn ich einen Sonnen-Nachbau in eine riesige, ausgemusterte Turbinenhalle platziere? Auf den ersten Blick liefert der in Berlin lebende Künstler baff machende Trompe L’Oeils, etwa wenn ein Wasservorhang mit Stroboskop-Licht beleuchtet wird (»Your Strange Certainty Still Kept«, 1996) und die herabfallenden Wassertropfen wie gefroren wirken. Doch die Fragestellungen Eliassons sind hochkomplexe Beschüsse lieb gewonnenen Alltagswissens an der Bruchkante zwischen »Kultur« und »Natur«. Inzwischen wird Eliasson kommunikativer und scheint im Inbegriff, von den freien zu den angewandten Künsten zu wechseln. So ist sein gemeinsam mit dem experimentellen Architekten Kjetil Thorsen realisierter Pavillon für die Serpentine Gallery London vor allem ein Ort der Zusammenkunft; ab Anfang September finden dort jede Freitag Nacht öffentliche Experimente von Leuten aus Wissenschaft, Kunst und Architektur statt. Ab August schon ist der Pavillon frei zugänglich. Desweiteren beschäftigt sich das Studio Olafur Eliasson derzeit mit einem Bühnenbau: für die Uraufführung der Hans Werner Henze-Oper »Phaedra« auf dem Musikfest Berlin ab 06. September ist die Firma Eliasson mit der Inszenierung des Raumes betraut.

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