Der Umfang des Archivs

Anfang der neunziger Jahre begann es musikalisch ernsthaft zu klappern. Erst gründeten Steve Beckett, Rob Mitchell und Robert Gordon das Label Warp Records, ein Jahr später taten sich die Coldcut-Musiker Jonathan More und Matt Black zusammen, ihr gemeinsames Baby nannten sie Ninja Tune. Beide konnten damals nicht ahnen, als wie musikalisch wegweisend und einflussreich, vor allem aber: als wie langlebig sich ihr Label erweisen sollte. Derzeit begehen Ninja Tune ihren zwanzigsten Geburtstag, gefeiert wird mit einem äußerst umfangreichen Boxset und zwei Showcases in Berlin.

     Wie vielfältig und feingliedrig der Labelkatalog mittlerweile ist, beweist »Ninja Tune: 20 Years of Beats and Pieces«. Neben der beinahe schnöden Doppel-CD-Compilation erscheint das Box-Set mit der exklusiven Hardcoverausgabe des Ninja-Tune-Buchs von Stevie Chick, kleine Dreingaben wie Poster und Sticker, vor allem aber satte sechs CDs, sechs 7"-Vinyls, zusätzliche MP3-Downloads sowie 12"-Vinyls. Darauf finden sich ausschließlich exklusive Tracks und Remixes aus dem Ninja-Tune-Repertoire, ein kurzer namentlicher Auszug: Coldcut, The Cinematic Orchestra, Jaga Jazzist, Bonobo, Roots Manuva, Mr. Scruff, Daedelus, Modeselektor, Kid Koala, Hexstatic, DJ Food, The Herbaliser, Spank Rock, Matthew Herbert, Mark Pritchard, Amon Tobin, Autechre, The Gaslamp Killer, Fink.

    Wer danach noch nicht weiß, wo Ninja Tune 2010 musikalisch zwischen Down- und Breakbeat, HipHop, Dubstep, Leftfield oder Electronica zu verorten wäre, dem ist kaum zu helfen. Sowohl die Doppel-CD als auch das Boxset sind soeben erschienen, einen vollen Überblick auf den schieren Umfang des Archivs gibt die eigens eingerichtete »Ninja Tune XX«-Webseite: Dort finden sich zwanzig zusätzliche Gratis-Downloads (die man teilweise auch bei Amazon findet), viele neue Musikvideos, eine iPhone-App sowie Informationen zum Erhalt der beiden zusätzlichen 12"-Vinyls, die Käufern des Box-Sets kostenlos zugeht – verkauft wird das üppige Paket für 100 britische Pfund.

    Und sollte nach dem Kauf noch zusätzliches Geld in der Tasche sein, dann kann man dies umgehend am kommenden Wochenende loswerden – Karten sind dementsprechend im Vorverkauf erhältlich. An gleich zwei Abenden feiern Ninja Tune in Berlin, dabei werden im Astra Kulturhaus sowie im Icon Club mit The Cinematic Orchestra, Bonobo, Dorian Concept, The Bug, King Cannibal, DJ Food und Andreya Triana aufspielen. Besonderes Augenmerk gilt dabei Andreya Trianas Live-Show: Unterstützt wird die Soul-Sängerin von Simon Green alias Bonobo sowie Fin Greenall alias Fink.

    Letzterer bereitet derzeit eine ganz eigene Veröffentlichung vor: Auf dem Label Aus Music erscheint im Oktober die »Fink Dubs«-EP, auf der vier Sideshow-Bearbeitungen von Fink-Stücken versammelt sind. Bei Sideshow handelt es sich dabei um keinen anderen als Fin »Fink« Greenall selbst, die vier Originale seines letzten Albums »Sort of Revolution« interpretiert er auf der »Fink Dubs«-EP als stärker perkussiv gespielte, deutlich verhalltere und dabei extrem reduzierte Dubs. Veröffentlicht wird die EP am 11. Oktober als 12"-Vinyl.

 


STREAM: Diverse – Ninja Tune: 20 Years of Bits and Pieces (Snippets)

Ninja Tune XX Live:
24.09. Berlin – Astra Kulturhaus (mit The Cinematic Orchestra, Andreya Triana Trio feat. Fink & Bonobo, Dorian Concept)
25.09. Berlin – Icon (mit The Bug, Bonobo, King Cannibal, Strictly Kev aka DJ Food)

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