Kühl, bedrückend, rhythmisch

Eine neue Videoarbeit von Regisseur Chris Cunningahm, das hat längst Seltenheitswert! Im vergangenen Jahr setzte er ein Parfüm von Gucci in Szene, 2006 arbeitete er zuletzt als Musikvideoregisseur für The Horrors und sein verstörender »Rubber Johnny«-Kurzfilm ist mittlerweile bereits fünf Jahre alt. Nun präsentierte der Brite im Museum of Modern Art einen rund 10-minütigen Kurzfilm zu Gil Scott-Herons »New York is Killing Me«.

    Ein astreines Musikvideo ist dabei natürlich nicht entstanden: Cunningham arbeitet längst interdisziplinär, arrangiert und komponiert selbst Musik, ist Videokünstler wie Fotograf. »New York is Killing Me« ging er daher auch unkonventioneller an, als es beispielsweise Michael Sterlin Eaton bei »Me and the Devil / Your Soul and Mine« tat. Zum einen belässt es Cunningham nicht bei einem Bild. Einem Triptychon gleich projizierte er die Porträtaufnahme Gil Scott-Herons zusammen mit flankierenden Bildern von U-Bahn-Waggons sowie der New Yorker Skyline bei Nacht separat auf drei Wände des MoMAs, die Bilder selbst wirken kühl, bedrückend und gleichzeitig äußerst rhythmisch. Nicht anders ging Cunningham mit der Musik Gil Scott-Herons um.

    Rund 90 Prozent der Original-Spuren wurden von Cunningham entfernt, was bleibt ist einzig Scott-Herons Gesangsstimme. Daneben arrangierte Cunningham Field Recordings vorbeirauschender U-Bahn-Züge sowie der Tunnels, die einzelnen Geräusche wurden dabei an Scott-Herons Gesangstempo angepasst – entstanden ist so ein finsterer Art Musique-concrète-Remix des Originals.

 


VIDEO: Gil Scott-Heron & Chris Cunningham – New York is Killing Me

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