Mit Hut und Haaren: Die 57. Grammys sind Geschichte

Die 57. Nabelschau der US-Musikindustrie ist Geschichte – Sam Smith dürfte heute morgen mit dem Kater seines Lebens aufgewacht sein.

Alle happy (Hut!), außer Kanye. Genauso vorhersehbar wie ein Großteil der Abräumer der gestrigen Grammy-Verleihung im Staples Center, L.A., war die Post-Party-Stichelei des Rappers gegen Beck, der für Morning Phase die Trophäe für das Album des Jahres absahnte: »Beck needs to respect artistry and he should have given his award to Beyoncé«. Das Skandälchen des Abends war damit schnell ausgemacht, Frau Knowles (Haar!) selbst wiederum hatte wenig Grund zu maulen, schließlich beherbergt auch ihr Kaminsims von nun an drei güldene Grammophone.

Ordentlich was abzuswiffern in der Award-Vitrine hat seit gestern aber vor allem der britische Songwriter Sam Smith, der gleich mit vier Auszeichnungen in den wichtigsten Kategorien bedacht wurde und den Fight in der Sparte bester Newcomer erst unter anderem gegen die australische Rapperin Iggy Azalea gewann und anschließend abseits der Bühne den gegen den Augeninnendruck verlor. Da tropfte ordentlich Salzwasser ins Schampusglas.

Eher im Off spielt sich seit jeher auch die Preisvergabe an nicht-amerikanische Künstler und Macher der Musikindustrie ab. Dabei ging Deutschland als überragender Gewinner der Herzen in der Nische Klassik aus der Preisverleihungszeremonie: Das niedersächsische Musiklabel CPO wurde für die beste Opernaufnahme ausgezeichnet und die Deutsche Grammophon triumphierte mit einem Album der US-Violinistin Hilary Hahn in der Sparte der besten Kammermusikdarbietung.

Auch schön: St. Vincent wurde für das beste Alternative Album ausgezeichnet und Aphex Twin kickte unter anderem Little Dragon, Röyksopp & Robyn vom Dance/Electronica-Spielfeld ins Aus.

Wenig »Drunk In Love«, vielmehr nüchtern kämpferisch zeigte sich Prince und setzte zwischen all den Bauchpinseleien mit dem Statement »The Album still matters!« einen Verbal-Tritt in die Magengrube der LP-zerpflückenden Streamingdienste, die Musik als Gesamtkunstwerk keinen Wert mehr beimessen würden.

Record of the Year
»
Stay With Me (Darkchild Version)«, Sam Smith

Song of the Year
»Stay With Me (Darkchild Version)«, Sam Smith

Best Alternative Music Album
St. Vincent, St. Vincent

Album of the Year
Morning Phase, Beck

Best Dance/Electronic Album 
Syro, Aphex Twin

Best New Artist
Sam Smith

Best R&B Performance
»Drunk In Love«, Beyoncé ft. Jay Z

drunkinlove

Best Rock Album
Morning Phase, Beck

Best Pop Solo Performance
»Happy«, Pharrell Williams

Best Pop Vocal Album
In the Lonely Hour, Sam Smith

Best Pop Duo/Group Performance
»Say Something«, A Great Big World ft. Christina Aguilera

Best Rock Song
»Ain’t It Fun«, Paramore

Best Rap Song
»I«, Kendrick Lamar

Best Urban Contemporary Album
G I R L, Pharrell Williams

Best Music Video
»Happy«, Pharrell Williams

Best R&B Song
»Drunk In Love«, Beyonce ft. Jay Z

Best Rap Performance
»I«, Kendrick Lamar

Best Rap/Sung Collaboration
»The Monster«, Eminem ft. Rihanna

Alle Gewinner in den 80 Kategorien der 57. Grammy-Verleihung sind hier nachzulesen.

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