Mit dem Rotstift Richtung schwarze Zahlen

Nach der Fusion der Musiksparten von Sony und Bertelsmann und dem somit entstandenen neuen Major-Riesen Sony BMG ist noch kein Ende der vielzitierten Krise innerhalb der Musikindustrie zu erkennen. Gegenüber der Financial Times Deutschland äußerte sich Sony-BMG-Chef für Kontinentaleuropa Maarten Ste …
Nach der Fusion der Musiksparten von Sony und Bertelsmann und dem somit entstandenen neuen Major-Riesen Sony BMG ist noch kein Ende der vielzitierten Krise innerhalb der Musikindustrie zu erkennen. Gegenüber der Financial Times Deutschland äußerte sich Sony-BMG-Chef für Kontinentaleuropa Maarten Steinkamp, er "erwarte, dass der deutsche Musikmarkt (2005) bei Null liegen wird". Das Geschäft sei 2003 im Vergeich zum Vorjahr um rund 20 Prozent auf 1,82 Mrd. Euro zurück gegangen. Im Gegensatz zu den Tonträger-Verkäufen in den USA weise Deutschland nur leichte Wachstumstrends auf. Derzeit rechne man mit einem Umsatz von 1,5 Mrd. US-$ in Europa, weltweit würden 5 Mrd. Dollar erwartet.

Um das angepeilte Umsatzziel zu erreichen seien jedoch Einsparungen – sprich: Stellenkürzungen – erforderlich. Das jährliche Einsparvolumen liege momentan bei 370 Mio. Dollar. Steinkamp sagte gegenüber der FTD, Europa werde seinen Teil proportional zu seinem Umsatzanteil liefern. Dies entspreche einem Anteil von rund 100 Mio. Dollar, was europaweit 1300 bis 1400 Stellen ausmache. Von Kündigungen betroffen seien zwischen 200 und 250 Mitarbeiter, alle anderen Stellen würden durch Aufhebungsverträgen, Frühverrentung sowie der Auslagerung an Dienstleister eingespart. Die Zahl der SonyBMG-Mitarbeiter in Deutschland solle auf rund 300 sinken.

Auch an den Standorten solle gespart werden: Derzeit wird geprüft, wohin die Verwaltung des Konzerns verlegt werde: Im Gespräch ist neben München und Berlin auch Bochum, München habe allerdings die besten Karten, so Musikwoche.de

Geplant seien auch weiterhin CD-Veröffentlichungen nach dem Staffel-Prinzip, zu je 10 Euro, 12 Euro und 17 Euro mit jeweils unterschiedlichem Umfang. Sony BMG ist mittlerweile hinter Universal zum zweitgrössten Major-Label weltweit aufgestiegen. Der Verband der Independent-Labels Impala hat kürzlich angekündigt, gerichtlich gegen die von der EU erlassene Fusionsgenehmigung für Sony BMG vorzugehen. Impala-Präsident Michel Lambot erklärte, "es (gehe) darum die europäische und weltweite Vielfalt und Selbstbestimmung zu bewahren". Impala vertritt rund 2500 Indie-Labels in Europa.

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