Missill

So lange auf den New Rave-Floors noch Pogo getanzt wird, kommt auch dieser Sound des Muskulösen mit. Missill aus Paris verdingt sich vor allem als DJ, und als solche hat sich die Frau Mitte 20 schon auf der ganzen Welt vorgestellt. Wenn man seit Jahren an allen Wochenenden auf allen Kontinenten rumkommt, dann steckt  man auch seine Kollabos in den Sack. Das Album wird in dem Fall zur Präsentation der Stradivari-Sammlung unter den MySpace-Freunden. Missill hat sich die Mühe gemacht, für all die Mitstreiter ihrer ersten Produzentinnen-Platte eigens einen Character zu gestalten; natürlich stammt auch das Album-Cover von ihr selbst.

    Break- und Offbeats grundieren Missils Debüt »Targets«, und nicht nur in Pseudonym und Album-Namen steht sie auf Offensichtliches. »Check Dat«, »Scream«, »Get Busted« lauten die Titel der Tracks, und sie dienen nur dem einen Zweck: ballern, einheizen, rummsen. Los geht der Kollabo-Overflow mit Dynamite MC, der einst mit den Bristoler Drum&Bass-Koryphäen bekannt wurde und zur Zeit an fast jedem Tag des Jahres ein Party-Booking hat. Es folgen Dancehall-Stunts mit Junior Red, Bleep Hop mit Ninja Tune-MC Blurum 13, außerdem ein Power-Rock-Electro-Piece in Prodigy-Manier. Dort hilft Baile-Funk-Spitter Edu-K an den Reimen aus.

    Nix für die Proust-Leserschaft, Steinbruch für alle, die irgendwo und irgendwann einmal für die Gudde Laune-Abfahrt sorgen. Und dafür gerne auf den Moment warten, in dem »Geschmack« eine Vokabel ist aus einer fernen, fernen Welt.

LABEL: Discograph

VERTRIEB: RTD

VÖ: 25.01.2008

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