Searching for Sugar Man-Regisseur Malik Bendjelloul ist tot

Malik Bendjelloul by swedennewyork CC

Der schwedische Musikdokumentarfilmer Malik Bendjelloul, Oscar-Preisträger für Searching for Sugar Man, ist tot.

Malik Bendjelloul hatte eine der ungewöhnlichsten Musikgeschichten überhaupt auf die Leinwand gebracht, jene von Sixto Rodriguez. Der US-amerikanische Folksänger war in seiner Heimat komplett erfolglos, mutierte aber in Südafrika zu einem Superstar der Anti-Apartheidsbewegung – ohne dass er davon wusste. Später kursierten am Kap Gerüchte, der Musiker hätte auf offenere Bühne Suizid begangen. Ende der Neunziger finden dann jedoch doch noch alle Handlungsstränge zusammen und das quicklebendige, sichtlich überraschte Phantom kommt leibhaftig für einige Konzerte nach Südafrika.

Bendjelloul erfuhr 2006 von dem eigentümlichen Schicksal, während einer Rucksacktour durch Südafrika. In vierjähriger Arbeit machte er daraus dann die eindringliche Dokumentation Searching For Sugar Man, welche 2012 erschien und einen Oscar für den »Besten Dokumentarfilm« erhielt. Der Regisseur versuchte darin, alle offenen Fragen zu klären. Auch jene, warum auf den Aufnahmen von Rodriguez' »Comeback«-Konzerten nahezu ausschließlich Weiße zu sehen sind. Im Gespräch für SPEX N°342 sagte er damals dazu: »Vielleicht sind die Konzerte nur in weißen Gegenden promotet worden. Südafrika ist ja auch nach der Apartheid ein gespaltenes Land. Als wir den Film erstmals in Kapstadt vorführten, stand jedenfalls ein alter Schwarzer auf und erzählte, er sei eine große Nummer beim ANC gewesen, und der Anti-Apartheid-Aktivist Stephen Biko habe Rodriguez verehrt.«

Malik Bendjelloul war als Kind Schauspieler gewesen und wurde nach einem Studium des Journalismus und der Medienproduktion Reporter beim schwedischen Sender SVT, für den er bereits vor Seachring for Sugar Man zahlreiche Musikdokumentationen drehte. Gestern ist er aus bislang unbekannten Gründen nahm er sich traurigerweise im Alter von 36 Jahren verstorben das Leben.