Le Loup

Anfang des Jahres starb Dave Day, der bei den Monks das Banjo monoton schrubbte. Sam Simkoff zupft dieses typische Bluegrass-Instrument auf traditionelle Weise. Dazu spielt er ein paar Keyboard-Sounds und legt das Ganze über verschleppte Hi-Hats oder den stoischen Drum-Computer seines Kameraden Christian Ervin. Selten heult eine E-Gitarre auf – fertig ist das Debütalbum von Le Loup mit dem vielleicht dann doch etwas zu langen Titel »The Throne Of The Third Heaven Of The Nations’ Millennium General Assembly«.

    In der Aufzählung fehlt der Gesang: Ein Lied wie »Planes Like Vultures« zum Beispiel würde Moby gern mal schreiben können. Wie Simkoff Gesangsspur auf Gesangsspur schichtet und nach einer Minute A cappella mit der wunderbaren Zeile »Oh, this world is made for ending!« zu einer Melodie findet, noch mehr Stimmen überlagert und Instrumente hinzufügt, hat schon Klasse. Auch »We Are Gods! We Are Wolves!« lebt vom Durcheinander mehrerer Stimmen.

    Wer jetzt an Freak Folker wie Animal Collective denkt, liegt nicht völlig verkehrt. Mindestens in »Le Loup (Fear Not)« zitiert Simkoff mit nervösem Banjo-Spiel und gehauchtem Gesang das Quartett aus Baltimore. Auch der Songwriter aus Washington, D. C., hat offenkundig eine Vorliebe für refrainlose Lieder. Und für Melodien in Miniatur, deren Größe sich erst nach wiederholtem Hören erschließt.

    Angeblich hat Sam Simkoff seine Band, die kaum mehr liefert als Chöre und erratische Percussioneinsätze, per Internet zusammengeklaubt und sich die Inspiration für seine Texte vom ersten Teil von Dantes »Göttlicher Komödie« – »Inferno« – geholt. Viel ist die Rede vom Ende der Welt, der Nacht, von Gebeten und vom Himmel. Es ist Simkoffs Verdienst, dass seine Debütplatte dennoch nicht zu versponnen und statt schwermütig ganz leicht klingt. Am Ende zwitschern die Vögel.

LABEL: Memphis Industries / Cooperative Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 25.01.2008

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