Laurie Anderson: Essay über Beziehung zu Lou Reed

Laurie Anderson

Laurie Anderson erinnert nach ihrem kurzen Brief nun mit einem ausführlicheren Essay an den verstorbenen Lou Reed.

Die beiden Künstler lernten sich 1992 in München kennen, wie Anderson im US Rolling Stone schreibt. Anderson und Reed waren beide zu John Zorns Kristallnacht Festival in Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938 eingeladen. Reed bat sie damals, mit ihm und seiner Band auf der Bühne zu lesen. Die erste Verabredung des späteren Paares fand später bei der Audio Engineering Society Convention statt. Schnell teilte man zahlreiche Leidenschaften und überhaupt das Leben miteinander:

Lou and I played music together, became best friends and then soul mates, traveled, listened to and criticized each other’s work, studied things together (butterfly hunting, meditation, kayaking). We made up ridiculous jokes; stopped smoking 20 times; fought; learned to hold our breath underwater; went to Africa; sang opera in elevators; made friends with unlikely people; followed each other on tour when we could; got a sweet piano-playing dog; shared a house that was separate from our own places; protected and loved each other.

Mitunter problematisch, aber sehr selbstverständlich und vor allem spontan muss das gemeinsame Verhältnis gewesen sein, wie auch Andersons Erinnerungen an die Heirat in Colorado zeigen. Vorausgegangen war ein Telefonat zwischen der gerade in Kalifornien über ihr Leben Sinnierenden und dem an der Ostküste Weilenden, der sie kurzerhand fragte. Antwort: »Don’t you think tomorrow is too soon?« Reed: »No, I don’t.« Am nächsten Tag heirateten die beiden auf halber Strecke, Laurie Anderson gab am gleichen Tag noch ein Konzert.

I guess there are lots of ways to get married. Some people marry someone they hardly know – which can work out, too. When you marry your best friend of many years, there should be another name for it. But the thing that surprised me about getting married was the way it altered time. And also the way it added a tenderness that was somehow completely new.

Anderson schreibt weiterhin, dass Reed anfing unter der Behandlung seiner Hepatitis C zu leiden, später kamen Leberkrebs und fortgeschrittene Diabetes hinzu. Als die ihm Anfang diesen Jahres eingesetzte neue Leber ebenfalls zu versagen begann, wollte sich der Musiker laut seiner Frau dennoch nicht auf den bevorstehenden Tod einstellen. Das soll er erst, mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen, während jener letzten Tai-Chi-Übung getan haben, die Anderson begleitete und ebenfalls berührend im Essay beschreibt:

His eyes were wide open. I was holding in my arms the person I loved the most in the world, and talking to him as he died. His heart stopped. He wasn’t afraid. I had gotten to walk with him to the end of the world. Life – so beautiful, painful and dazzling – does not get better than that. And death? I believe that the purpose of death is the release of love.

Den gesamten Text gibt es hier zu lesen. Nachfolgend eine Videoauswahl von Laurie Anderson und Lou Reed.

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