Kronos Quartet & Laurie Anderson: Gemeinsames Album

Laurie Anderson und das Kronos Quartet veröffentlichen im Februar ein gemeinsames Album namens Landfall. Dass sie zuvor noch nicht zusammengearbeitet haben, grenzt an ein Wunder.

Die Parallelen zwischen den Werdegängen Laurie Andersons und des Kronos Quartets sind fast schon unheimlich: Zum Beispiel betraten beide in den frühen Achtzigern die musikalische Öffentlichkeit, doch ihre Wurzeln lassen sich weiter zurückverfolgen. Die Künstlerin Anderson konzentrierte sich vor ihrem musikalischen Durchbruch auf visuelle und performative Kunst, aber hatte das Glück, intensiven Geigenunterricht bekommen zu haben. Das half ihr dabei, eine der spektakulärsten Phänomene auf der weirden Seite des Achtziger-Pop zu werden.

Auch die Mitglieder des Kronos-Quartett genossen mit Sicherheit keine schlechte Ausbildung an ihren Streichinstrumenten – im Gegenteil: Der Clou der bereits seit 1973 performenden Formation um den Geiger David Harrington ist, dass hier hochtrainierte klassische Musiker ungewöhnliche Stücke spielen, die von dronigem Ambient zu Covern von Jimi Hendrix reichen.

Doch während Laurie Anderson mit ihrem abgedrehten Synth-Pop-Hit „O Superman“ die Tür zum Musikgeschäft eintrat und sich seitdem auf immer seltsamere, elektronische Unternehmungen konzentrieren konnte, arbeitete das Kronos Quartet Jahrzehnte auf ihren jetzigen Status als modern-klassische, regelmäßig auf Festivals spielende Institution hin. Nun, da die beiden sich also ungefähr in der Mitte getroffen haben, gibt es endlich das gemeinsame Album mit den zwei Acts, die zusammen gehören.

Landfall soll am 16. Februar erscheinen. Anderson verarbeitet in den Stücken ihre Erfahrung mit Hurricane Sandy 2012, sagt sie. Im abstrakten ersten Video zum Song „We Learn to Speak Yet Another Language“ geht es auch um eine Karaokebar in den Niederlanden. Im Februar erscheint auch Andersons Essaysammlung All the Things I Lost in the Flood. Hier geht es allerdings nicht um Naturgewalten, sondern um ihre eigene Perspektive auf die fast 40 Jahre künstlerischen Schaffens, die in ihrem Archiv lagern.

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